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Frieden? Oder: Wie Verlogenheit sich selbst entlarvt

Er wollte Kriege beenden, statt neue zu beginnen. Monatelang prahlte er damit, in kürzester Zeit weltweit sieben kriegerische Konflikte gelöst zu haben. Er wähnte sich schon als Friedensnobelpreisträger, der Neu-Diktator der Vereinigten Staaten Donald Trump. Doch wer vom ersten Tag seiner Präsidentschaft an Gewalt gegen seine politischen Gegner anfeuert, rechtfertigt und gutheißt, wer mit brutaler Gewalt gegen Menschen vorgeht, die er aus rassistischen Motiven heraus des Landes verweisen will, wer verurteilte Straftäter am Rechtsstaat vorbei begnadigt und zusätzlich entschädigen will, wer jeden Tag im Netz pöbelt, hetzt und Hass verbreitet, und wer dann mit der Auslöschung der Zivilisation, auf Deutsch: einem atomaren Angriff, droht, für den ist Frieden ein hohler Propagandabegriff, mit dem er seine von jeglichen Wertvorstellungen losgelöste Aggressivität und Kriegsbereitschaft zu verdecken versucht.

Es ist offensichtlich: Die angeblich friedensmotivierten militärischen Interventionen der Trump-Administration in Venezuela und im Verein mit der rechtsradikalen Netanjahu-Regierung im Iran sind nichts anderes als martialische Versuche, die egomanischen imperialen, politischen und wirtschaftlichen Ansprüche eines Größenwahnsinnigen mit Gewalt durchzusetzen – ohne jede Rücksicht auf die legitimen Lebensinteressen der Bevölkerungen in den betroffenen Ländern. Den Trumpschen Militäraktionen liegen außer einem aggressiven Bereicherungswillen und dem weltpolitischen Machtanspruch einer kleinen Tech-Elite keine strategischen Ziele, geschweige denn ein ethisch fundierter Friedenswillen im Blick auf demokratische Freiheitsrechte und die Würde eines jeden Menschen zugrunde. So ist es geradezu konsequent, dass Trump mit seiner Politik im Nahen Osten verbrannte Erde hinterlässt und ungerechte Systeme wie das Terrorregime der Mullahs im Iran stabilisiert, damit nach Freiheit und Demokratie strebende Bürger:innen in Schach gehalten werden. Dass seit Beginn des völkerrechtswidrigen Krieges gegen den Iran Donald Trump in regelmäßigen Abständen verlautbaren ließ, er stünde kurz vor einem Friedensabschluss mit dem Iran, folgte einem sehr durchschaubaren, auf den eigenen Vorteil ausgerichtetem Drehbuch: Die Aktienkurse, die aufgrund der kriegerischen Aktionen und ihrer wirtschaftlichen Folgen gefallen waren, erholten sich jeweils nach der Ankündigung eines sog. Friedensplans. So konnten die Akteure immense Kursgewinne abschöpfen – eine plumpe Strategie zur Selbstbereicherung von Trump und seinen Helfershelfern, Korruption wie sie im Bilderbuch steht und das auf Kosten von Millionen Menschen. Dadurch ist Gaza inzwischen zum Mülleimer einer kriegerischen Bereicherungspolitik geworden – ein Verbrechen unvorstellbaren Ausmaßes. Das Existenzrecht Israels ist durch diese Gewaltpolitik gefährdeter denn je.

Und jetzt soll die Welt diesem schamlos korrupten Diktator Trump zu Füßen liegen und ihn als Friedensbringer feiern? Jetzt soll es zum neuen Schulterschluss kommen zwischen Europa und Trump-USA? Jetzt sollen die europäischen Länder Irrsinnsbeträge für die Hardware dieser Kriegs- und Bereicherungspolitik, nämlich Rüstung, ausgeben – ohne zu wissen, in welche Hände diese Zerstörungsinstrumente eines Tages geraten? Jetzt sollen demokratische Grundwerte lebendig erhalten, ein Wahlerfolg einer rechtsextremistischen AfD verhindert und gleichzeitig mit denen gemeinsame Politik gemacht werden, die Parteien wie die AfD massiv unterstützen und die Demokratie aushöhlen wollen – wie das bei der Trump-Vance-Musk-Bande der Fall ist? Merkt eigentlich niemand mehr, dass das ein geradezu absurdes Unterfangen ist? Merkt niemand von den europäischen Regierungsvertreter:innen mehr, wie bizarr-lächerlich und gleichzeitig selbstzerstörerisch ihr devotes Schmeicheln und Buckeln gegenüber der Trump-Administration ist? Merkt eigentlich niemand mehr, wie verheerend sich auch bei uns jetzt schon die einseitige Ausrichtung der politischen Debatte auf „Kriegstüchtigkeit“ auswirkt? Fällt niemandem mehr die Verlogenheit einer AfD auf, die sich auf der einen Seite die Gewalt- und Verfeindungspolitik Trumps zum Vorbild nimmt, auf der anderen Seite sich im Blick auf den Ukraine-Krieg als Friedenspartei geriert? Natürlich wird eine AfD wie Trump selbst die Gewaltpolitik, die sie im Innern praktizieren, ganz schnell nach außen richten.

Angesichts dieser Verlogenheit bleiben nicht nur viele Fragen. Es wird auch sichtbar, in welche Sackgassen der Unglaubwürdigkeit wir landen, wenn im politischen Alltag das Primat der Friedens- und Abrüstungspolitik verlassen wird, und Frieden zur Schimäre verkommt. Wo nur noch in Bedrohungskategorien gedacht wird, wo alles auf „Kriegstüchtigkeit“ ausgerichtet wird, wo nicht mehr eine erfreuliche Lebensperspektive für die zukünftigen Generationen die Politik bestimmt, wo das Lebensrecht eines jeden Menschen nicht mehr Grund- und Ausgangslage aller Politik ist, da wird es gefährlich. Die Aufgabe demokratischer Gesellschaften aber ist, dass wir die Bedingungen dafür schaffen, nach innen und außen friedliches Zusammenleben zu gestalten und dieses – so nötig – unter Beachtung des Lebensrechtes eines jeden Menschen zu schützen. Wenn wir das nicht in den Vordergrund alles Politischen rücken, dann haben die Trumps, Putins, Netanjahus, Erdogans dieser Welt leichtes Spiel – und dann muss sich niemand wundern über die Zustimmungswerte für die AfD. Doch noch schlimmer ist: Auf diese Weise werden alle Werte, Regeln und Ordnungen zerstört, deren Einhaltung wir von Kindern und Jugendlichen erwarten, weil nur sie ein zukunftsträchtiges, menschliches Miteinander ermöglichen. Darum müssen wir von europäischen Regierungsparteien und -politiker:innen einfordern, dass sie sich den Neu-Diktatoren, ihrer Gier, Maßlosigkeit und Gewaltbereitschaft, verweigern und aussichtsreiche Positionen aufbauen und kommunizieren, die sich an demokratischen Grundwerten orientieren. Ein solche aufbauende, die Menschenwürde und den Frieden schützende politische Strategie sind sie allen Bürger:innen schuldig.

 

57 Kommentare

  1. Herr Lerchner, um das Thema Berliner Zeitung und deren Veröffentlichungen abzuschließen: Sie ist kein Qualitätsmedium, der Artikel von Jeffrey Sachs beruht nicht auf Fakten und Holger Friedrich ist Teilnehmer des „Demokratiekongresses“ der AfD. Mehr Skepsis geht nicht.

  2. Ach unser Herr Schwerdtfeger – er reflektiert sich niemals selbst, und aus diesem Grund kann er nur feststellen (Zitat): „Also warten wir jetzt mal auf das große Treffen, der von Flade geklauten Idee, und vielleicht, wenn man sich und die persönlichen Hintergründe kennenlernte (einschließlich dann auch der jeweiligen Expertise oder nicht), dann könnte man gelassener werden und klare Ansage als klare Ansage und nicht als Aggression werten.“ Nochmals: Flade hat von Ihnen nichts geklaut, das sollten Sie zur Kenntnis nehmen! Wird es zu einem Diskurstreffen kommen, dann entscheiden andere, wer dazu eingeladen wird; das ist so ganz normal und üblich! Und zweitens: beenden Sie ihre Aggressionen, selbst sollte es Ihnen schwer fallen. Ihre beiden Widersacher, stellen Sie es sich nur mal vor, haben durchaus Haltungen zu politischen, sozialen, kulturellen, weltpolitischen Themen dieser unserer kleinen und größeren Welt. Nur halten wir, wie auch Christian Wolff, nichts von aggressiven Niederungen und Würdelosigkeiten. In einem Kommentar zum Fall Gardener (s.d.) schreibt Herr Dr. med. B. Viertmann (Zitat): „ Überheblichkeit kommt stets vor dem Fall und zeigt, das ein Mensch seine Demut vor Gott und den Mitmenschen aufgegeben hat. Ein allgemeines und häufig vorkommendes menschliches Phänomen. Jede Radikalisierung, ob künstlerisch, politisch, mitmenschlich verbirgt sich oft hinter Gefälligkeit.“ Eine feine, nachgewiesen psychologisch zutreffende Analyse. Einen guten Tag Ihnen und versuchen Sie doch einfach mal kühl zu bleiben. Draußen ist es heiß genug. Jo.Flade

    1. Nochmal: Das Thema ist „Frieden? Oder: Wie Verlogenheit sich selbst entlarvt“ und es passt zu Flade, der – wie hier auch, nichts Inhaltliches beiträgt, aber glaubt, mit überlegener Selbstgerechtigkeit andere belehren zu müssen. Aber wenn schon einer nicht mehr erkennt, dass er anderer Leute Ideen „spontan“ übernimmt, ja dann …

  3. Ach, wie süß, es erklingen selbstkritische Töne, was diesen Blog betrifft. Die Beiträge von Christian Wolff würde ich auch in den großen Medien gern lesen. Doch diese Stellen sind besetzt und so findet nicht nur die Bereicherung durch Wissen, sondern auch die Festigung einer humanistischen Haltung eben in dieser Form statt. Ich bin Christian Wolff dankbar, dass er mich mit seinem Engagement erfreut, bereichert und oft bestätigt.

    Eine andere Sache sind die Diskussionen. Oft habe ich mich in den Foren der großen Onlinemedien herumgetrieben, auch, weil ich selbst publiziere. Anfangs wurde unter Klarnamen diskutiert, doch bereits heftig unter der Gürtellinie ausgeteilt, wenn ein Leser zu dem Thema, das ich aus eigenen Erfahrungen schilderte, anderer Meinung war. Mich erinnerte das an die Genossen der Partei, die immer Recht haben wollte: „Was hast du denn für eine Weltanschauung?“ Und schon wurde es ungemütlich.

    Bald wurde nur noch unter Phantasienamen diskutiert. Welche Feigheit! Dafür geht es noch tiefer unter die Gürtellinie, so dass Moderatoren eingesetzt werden, die das Schlimmste herausfiltern. Eine Regelung, die dieser Entwicklung von vornherein Grenzen setzt, wurde versäumt. Eine technische Regulierung halte ich für nicht möglich.

    Das Medium, wo ich häufig Gastautor war, hat die Kommentarfunktion eingestellt, andere überwachen diese. Daraus habe ich mich zurückgezogen. Hier im Blog habe ich Spaß an den Debatten, weil sie mein Engagement betreffen.

    Im Prinzip ist es ein digitaler Stammtisch. Den Ton setzt Christian Wolff. Verschiedene Menschen, die sich nicht oder kaum kennen, treffen sich, tauschen ihre Meinungen dazu aus und gehen wieder auseinander. Sie vereint kein Ziel.

    Für mich bedeutet dieses Forum, dass ich „dem Volk aufs Maul schaue“. Was ich mit den Informationen anfange, ist wiederum meine Sache. Ja, „das Volk“ hat sich in seiner Anonymität eine miserable Debattenkultur angeeignet. Hass hat sich etabliert. Doch ich sehe in diesem Blog Fortschritte. Bleibt auf dem guten Weg!

  4. Lieber Herr Breuer,
    ich freue mich sehr über Ihren Beitrag und Ihre Reaktion auf den meinen: An Wolff schrieb ich neulich auf einem anderen Kanal: „Klare Ansprache von Defiziten, von Doppelmoral, von Unkenntnis oder Ausweichen ins Allgemeine, von billiger Belehrung ohne Hintergrund allerdings gehört in meinen Augen in die Kategorie „demokratische Diskussion“.“ Und das erkenne ich bei Ihnen: Klare Ansprache!
    In der Sache jedoch möchte ich nochmal betonen, dass ich im Gegensatz zu Ihnen der Auffassung bin, dass man einen Mörder auch dann Mörder nennen darf und soll, wenn man selbst auch auf einen reingefallen ist und also Schuld auf sich geladen hat. Stalin steht Hitler (wie auch Mao) in nichts nach. Hans-Peter Schwarz nennt in seinem Monumentalwerk über das 20. Jht sein Kapitel zu diesen Dreien „Die Monster“ und sie haben alle drei – jeder zu seiner Zeit und Stalin begann damit schon, bevor er mit Hitler im Krieg stand – Millionen eigener Bürger umgebracht (Stalin ist dann wie Hitler und wie jetzt auch Putin) im Krieg, mit dem Leben seiner Soldaten, auch seiner Bürger im allgemeinen, sehr „verschwenderisch“, verbrecherisch umgegangen). Darauf hinzuweisen ist nicht unanständig, sondern geschichtlich und mindert, wie ich betont habe, nicht die deutsche Schuld.
    Und Ihren weiteren Aussagen zum Thema begegne ich mit dem Hinweis, dass ich bewusst – Sie mögen das gerne als Nachteil ansehen, von mir aus auch als Unkenntnis – mich nicht auf Detailaussagen, einschl Zahlendebatten einlasse. Man muss hierzu Fachmann sein und man muss zunächst – so meine Sicht – erstmal Grundsätze festlegen, die dann die Zahlen regeln. Ich will diese Grundsätze jetzt nicht alle wiederholen, aber Sie können sie ja in meinen Beiträgen nachlesen und entweder zustimmen oder nicht. Geschichtsverfälschung à la Moldt und Zahlenglauben à la ‚Pohl allerdings halte ich für „5. Kolonne“ und wenn Sie das für „frech“ halten – sei‘s drum.
    Jedenfalls freue ich mich, dass Sie „inhaltlich“ antworten und vor klarer Aussage nicht zurückschrecken. Die Beiträge meiner beiden Dauergegner sind ja deshalb so störend, weil sie sich immer NUR mit meiner Person befassen. Dazu schrieben Sie selbst im Januar 2023 völlig zu Recht „Chapeau, Herr Flade, einen Text beträchtlicher Länge, der kein einziges Argument enthält und nur persönliche Angriffe.“ Es hat sich ja bis heute nichts geändert .
    Also warten wir jetzt mal auf das große Treffen, der von Flade geklauten Idee, und vielleicht, wenn man sich und die persönlichen Hintergründe kennenlernte (einschl dann auch der jeweiligen Expertise oder nicht), dann könnte man gelassener werden und klare Ansage als klare Ansage und nicht als Aggression werten. Wir haben ja in DEU – unsere unterschiedliche Meinung zur Frage der russischen Kriegs- und Tyranneiopfer zeigt es – bestimmte politische Vorbehalte, die es wohl nach drei Generationen abzulegen gilt – jedenfalls ist das meine Erfahrung im Gespräch mit Ausländern aus der halben Welt. Man könnte dazu das Buch von Florence Gaub, „Szenario“ empfehlen, das neben vielem anderen die deutschen strategischen Schwächen nur allzu deutlich aufzeigt – aus sehr berufenem Munde.
    Drei Anmerkungen erlauben Sie mir noch:
    Die Tatsache, dass ein Teilhaushalt „der zweitgrößte“ ist, sagt nichts aus über die Notwendigkeit und richtige Höhe von Ausgaben.
    Die Kürzung von Beamtenpensionen habe ich hier im Blog schon vor Jahren vorgeschlagen (allerdings wäre auch das eine teure Maßnahme, denn sie müsste ja, wie alles bei uns „kompensiert“ werden).
    Die „Mütterrente“ NUR als Wahlgeschenk zu bezeichnen, ist eben problematisch in einem Land, wo immer, wenn es ins eigene Weltbild passt, „Gerechtigkeit“ gefordert wird. Meine Frau (als „Betroffene“) hält nicht viel vom jetzigen Vorschlag, aber wir können es uns auch leisten. Unter Gerechtigkeitsaspekten aber ist eben nicht einsehbar, warum vor 1992 geborenen Kinder – wie es die Deutschen dann gerne sagen – weniger wert sein sollten.
    Ich grüße Sie,
    Andreas Schwerdtfeger

  5. Nein, lieber Michael Käfer – das ist, wie Du völlig klar und zutreffend signalisierst: Nein – das ist eben keine Streitkultur. Und zunehmend spüre ich auch die Begrenztheit dieses Blogs, denn es werden geradezu unendliche Kommentare zu den in jederzeit fundamentalen Beiträgen von Christian veröffentlicht, und der sich seit Jahren etablierte, überschaubare Kommentatoren-Kreis liefert sich Pro und Kontra. Grundsätzlich gut, nur wenn es in Aggressionen, Würdelosigkeit und Konfrontation mündet, ja dann wird es problematisch. Diskurs – in unserer vernehmbar gefährlich werdenden Realität – muss würdevoll erfolgen, Gegenargumente sollten mit Souveränität zur Kenntnis genommen werden, nur so funktioniert Zivilgesellschaft und Demokratie. Und wenn ein Herr Schwerdtfeger Frieden anbietet, ja dann sollte dieser sofort bei ihm beginnen, alles andere ergibt sich.
    Und Michael – eines Tages wird es vielleicht ein persönliches Date geben mit den Anständigen, durchaus auch thematischen Kontrahenten; es wäre gut. Die Darlegungen von Joh. Lerchner stoßen partiell auch bei mir thematisch auf Widerstand, aber er ist ein Diskutant, mit dem es gut wäre, sich auseinander zu setzen, im respektablen Dialog. Und es gebe noch den einen und anderen im Blog Beteiligten, mit dem es lohnen würde, im gegenüber miteinander zu reden. Mal sehen, was eines Tages wird! Tschüß – der Jo.Flade

  6. Ja, es ist ein kämpferischer Beitrag von Christian Wolff  –  und das ist gut so, wichtig und richtig angesichts des Versagens von Donald T. in der „Art of the Deal“!
    Selbst seinen eigenen Anhänger:innen dämmert langsam, wie „groß“ die Erfolge im Iran-Krieg im Vergleich zum Obama-Deal, dem „schlechtesten Deal aller Zeiten“ tatsächlich sind.

    Und was wird hier im Blog lautstark und wortreich diskutiert?
    Die Naivität des Verfassers, seine (und die einiger Anderen) angebliche  Unfähigkeit und Dummheit; seine Isolation innerhalb der SPD gemeinsam mit den „Retro-Mitgliedern wie Fahimi und Bas“. Da wird die im „Sachs-Brief“ behauptete Mitschuld Deutschlands am Ukraine-Krieg wohlwollend zitiert; werden Statistiken und Zahlen, die kaum über das Niveau einer Erstsemester-Vorlesung „Statistik I“ hinausreichen (s.a. die Beiträge im Blog „Politische Liturgie“) herangezogen und munter behauptet, „die Unterscheidung zwischen Grünen und AfD werde immer weniger deutlich“…

    Ist das die Streitkultur, die wir vor eminent wichtigen Landtagswahlen im Herbst pflegen wollen?

  7. Die Ausführungen Lerchners sind missverständlich; ich will sie also korrigieren:
    Bedrohungsanalysen dürfen sich nicht an „Absichten und Fähigkeiten“ des potentiellen Gegners orientieren, sondern nur an dessen Fähigkeiten, denn Absichten können sich allzu schnell ändern.
    Es ist etwas lustig, wenn Lerchner immer Oberst aD Richter als seinen Kronzeugen in Anspruch nimmt. Ich habe eine Zeit lang mit Richter zusammengearbeitet, kenne ihn gut und bin gelegentlich in Verbindung mit ihm. Richter ist Experte insbesondere im Gebiet von Rüstungskontrolle, was natürlich militärische Potentiale aller Seiten, deren Fähigkeiten bezüglich Wirkung und Reichweiten, deren Gegenüberstellung im Sinne von Vergleichbarkeit und in (De-)Eskalationsmöglichkeiten, deren politischer Gewichte ebenso einschließt wie die Notwendigkeit von Vertrauensbildung, von lückenloser Verifikation, von Kenntnis der Entscheider-Persönlichkeiten auf der Gegenseite. Die Tatsache, dass Richter also vielleicht eine bestimmte Waffenkategorie für nicht erforderlich hält (und dies begründet), wäre daher keineswegs als Zustimmung zu Positionen des BSW (Lerchners) zu werten. Und auch eine Aussage Richters, Moskau habe keine Angriffsabsichten gegenüber der Nato (siehe oben), ist von Lerchner schlicht völlig falsch interpretiert. Russland ist vielleicht wohl sogar eher eine Bedrohung, wenn es nur die Wahl zwischen „konventionell“ oder „atomar“ hat, weil es dann eben wenig Flexibilität gibt.
    Richtig ist Lerchners Hinweis, dass eine falsche Bedrohungsperspektive unerwünschte (fatale) Folgen haben kann. EIN wichtiger Aspekt der Analyse von Bedrohungen ist eben der, dass geringe Flexibilität (beim Angreifer wie beim Verteidiger) in der eigenen politischen Aktions- oder Reaktionsmöglichkeit nachteiligen Einfluss auf ANGEMESSENE Entscheidungen hat und damit Eskalations- oder „Kapitulations“-Risiken birgt.
    Und die Frage nach dem „Unvermögen“ derzeitiger politischer Führungsriegen zur Deeskalation und Diplomatie lässt sich wohl aus der Lage erklären: Im Kalten Krieg sprachen zwei „Blöcke“ miteinander, die beide, schon aus Kostengründen, an Begrenzung interessiert waren. Heute ist das noch rüstungs-kontrollpolitisch sehr unwillige China hinzugekommen; heute muss das Thema in Kriegslagen diskutiert werden (in denen das „Kriegsglück“ sich nur allzu langsam wandelt und Patronate noch wirksam sind); heute bedeutet die Globalität von Sicherheit eine Ausdehnung der Fragen von Bi- zur Multilateralität bei gleichzeitigem Kontrollverlust der UNO; heute schließlich spielen terroristische und irreguläre Akteure eine Rolle, die nur wenig kontrollierbar sind, aber eigentlich eingebunden werden müssten (mindestens in eigene Planungen und Vorsorgen, besser noch – unerreichbar – in das Rechtssystem). Das angesprochene „Unvermögen“ darf also wohl kaum in einen politisch-persönlichen Vorwurf im Sinne der heute üblichen Rechthaberei von unbeteiligten Besserwissern umgemünzt werden.
    Den viel ausgewogeneren Anmerkungen Wittenburgs ist zuzustimmen. Auch Wolffs Antwort stimme ich zu. Und wenn ich hier stets FÜR eine starke Verteidigung plädiere – unabhängig von Vokabeln –, so vermeide ich ja bewusst konkrete Zahlenangaben zu Personal und Material. Ich bin hier nicht kenntnisreich genug (und glaube das eben auch von praktisch allen hier Mitdiskutierenden). Deshalb geht es mir um gesellschaftliche Akzeptanz („Kriegstüchtigkeit“, aber der Begriff ist dabei nicht wichtig, wenn auch sehr zielführend) und um die Bereitstellung der personellen und materiellen Voraussetzungen entsprechend dem Urteil der Fachleute (einschl der dazu notwendigen Wehrpflicht). Auch Hoellger hat Recht, wenn er die geringe Höhe bestimmter Steuern beklagt – man muss halt nur sehen, dass Änderungen daran das Problem nicht annähernd lösen, schon gar nicht das gesellschaftliche der grundsätzlichen Akzeptanz von Verteidigung.
    Drei Anmerkungen noch:
    Höhe des Vg-Haushalts – wir haben erstens einen Riesennachholbedarf wegen der Versäumnisse der letzten Jahrzehnte; wir haben zweitens ein gegenüber früher ungleich „ausgedehnteres Gefechtsfeld“, wenn man an Cyber, Weltraum, Drohnen-/Raketenentwicklung, Unterwasserbedrohungen (zB Kabel) und geographische Ausdehnungen (zB Arktis) und die unaufhebbare Überschneidung zwischen zivilen und militärischen Handlungsfeldern/Zielen denkt.
    Rüstungsindustrie: Sie ist sicherlich grundsätzlich nicht korruptionsanfälliger als andere Bereiche; sie agiert aber in einem anderen Raum als „normale“ Wirtschaft. Warum? Sie hat nur einen Partner, die Regierung – und dort agieren keine „Geschäftsleute“, sondern Beamte, und dort gibt es sachfremde Argumente wie Erhalt von Arbeitsplätzen, etc., sowie keine bis wenig Konkurrenz. Hinzu kommt, dass unsere Rüstungsindustrie durch strenge Exportregelungen weder große Serien produzieren kann noch wirklich zur internationalen Zusammenarbeit befähigt ist (was alleine schon in der Logistik ein Riesen-Kostentreiber ist).
    Europäische Armee: Solange es keine EU-Außenpolitik gibt, kann es zwar begrenzte Zusammenarbeit – Ausbildung, Normierung, Planung, etc – geben. Eine gemeinsame Armee ist jedoch per Definition ausgeschlossen – was soll ein Instrument, wenn es keinen Nutzer oder „Bediener“ gibt“?
    Herr Wolff, ich bitte Sie um Entschuldigung für die Länge dieses Beitrages.
    Andreas Schwerdtfeger

    1. Nach längerer Abstinenz haben wir hier wieder mal Dr. Jekyll am Start, 3 Tage und etwas mehr als 2 Stunden nach einem klassischen Mr. Hyde – Text.
      Ich frage mich bisweilen, welchen Einfluss KI mittlerweile auf die Blog-Diskussion hat (und das nicht nur bei diesem Beitrag)…

    2. „Geringe Höhe bestimmter Steuern . . . man muss halt nur sehen, dass Änderungen daran das Problem nicht annähernd lösen, schon gar nicht das gesellschaftliche der grundsätzlichen Akzeptanz von Verteidigung.“
      Doch doch, Herr Schwerdtfeger. E i n allerdings nicht von der Hand zu weisender Einwand gegen Verteidigungsausgaben ist, dass ihnen bedenkenlos der Vorrang eingeräumt werde zulasten sozialer und kultureller Belange sowie solcher der materiellen und bildungsmäßigen Infrastruktur. Es sind nicht nur Pazifisten, die fragen, welchen Wert es hat, ein Land zu verteidigen, dessen Brücken einstürzen und das die Schulbildung für alle seine Kinder nicht zu Wege bringt, und das das jeweils zu ändern sich weigert mit der Begründung „kein Geld“.

      1. Es kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu : Rüstungsausgaben haben keine positiven Folgeeffekte:
        Ein neuer Panzer steht nach seiner Produktion , wenn es gut läuft in der Garage, produziert aber keine weiteren Panzer. Er hat keine weiteren positiven Effekte auf die Wirtschaft. Eine neue Maschine , Brücke, gut ausgebidete Bürger haben positive weitere Wachstumseffekte.
        Rüstungsausgaben sind bezogen auf die wirtschaftliche Entwicklung eher wie Freibier für alle, ein Strohfeuer für die betreffenden Firmen, im Gegensatz zu einer Chipfabrik die die Wirtschaft kontinuierlich weiterbefeuert.
        Bleibt der Sicherheitsaspekt als Hauptaspekt bei Rüstungsausgaben – den man irgendwie bewerten muß.
        Daher passt als Vergleich vielleicht eher das Beispiel Coronaschutzmasken als „Freibier für alle“ – da stand auch der Sicheheitsaspekt im Vordegrund.
        Für mich würde daher der Grundsatz gelten: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig.

    3. Hallo Herr Schwerdtfeger,

      damit ich meine und Ihre Zeit nicht mit Rechthaberei verschwende, hier nur eine kurze Anmerkung zu Ihrem Kommentar. Ihre doch etwas schlichte Einlassung, eine Analyse der Absichten des potenziellen Gegners wäre irrelevant, „denn Absichten können sich allzu schnell ändern“, lässt mich fragen, inwieweit Sie tatsächlich mit der Gedankenwelt eines Wolfgang Richter vertraut sind. Seine Aussage im angeführten Telepolis-Interview ist eindeutig: „Um Bedrohungsperzeptionen zu validieren, müssen die erkennbaren politischen Absichten und militärischen Fähigkeiten nüchtern bewertet werden. Eine politische Absicht Moskaus, die NATO als stärkstes Militärbündnis weltweit anzugreifen, ist nicht nachweisbar …“. Ihrer verqueren Interpretation dieser Aussagen durch eine behauptete persönliche Nähe zu Richter den Anstrich von Bedeutung verleihen zu wollen, verfängt sicherlich nicht. Die Forderung Richters, die Absichten des Gegners gewissenhaft zu analysieren, sollte ernst genommen werden. Zum Beispiel wurde die (bewusste?) Fehlinterpretation der Putin-Reden vom Vorabend der russischen Invasion (Herr Wittenburg hat die Reden ausgedruckt, wie er sagte) dazu genutzt, mit den, den Russen fälschlich unterstellten Kriegszielen, eine verhängnisvolle Ukraine-Politik des Westens zu begründen. Ansonsten ging es mir vorrangig darum festzustellen, dass es für einen interessierten Laien wie mich keine vertrauenswürdigen Belege für Angriffsabsichten Russlands auf Deutschland und andere NATO-Staaten gibt, die derzeit forcierte Hochrüstung ergo überzogen und Kriegshysterie völlig fehl am Platz ist, sowie die Gefahr besteht, dass unsere Gesellschaft durch die fortschreitende Militarisierung destabilisiert wird, aber vor allem dadurch die Kriegsgefahr erhöht wird. Die bisherigen Kommentare, sofern man denen Substantielles entnehmen kann, konnten mich nicht vom Gegenteil überzeugen.

      Viele Grüße, Johannes Lerchner

      PS: Ihre wiederholte Werbung für den BSW wird die Freunde freuen. Dass ich hier meine persönliche Meinung vertrete, sollte klar sein. Wenn ich allerdings mit meinen Ergüssen zur Attraktivität besagter Truppe beitragen würde, hätte ich nichts dagegen.

      PPS: Ich werde eventuell demnächst eine Veranstaltung mit Wolfgang Richter besuchen. Vielleicht kann ich ihm von unserem Disput erzählen. Mal sehen, ob er sich an Sie erinnert.

      1. Lieber Herr Lerchner,
        Ihre Unterstellungen bzgl meiner „behaupteten persönlichen Nähe“ zu Richter sind etwas unter Ihrer Würde. Ich schrieb Ihnen, dass ich eine Zeit lang mit ihm zusammengearbeitet habe und mir nicht vorstellen kann, dass er als Kronzeuge für Positionen des BSW (Lerchners) taugt. Und wenn ich damit Sie und das BSW unberechtigt gleichgesetzt habe, so tut mir das leid – ich glaube mich zu erinnern, dass Sie selbst sich zum BSW bekannt haben.
        Sie zitieren Richter in dem Sinne, dass eine Absicht Moskaus zum Angriff gegen die Nato nicht erkennbar sei – eine Aussage, der ich zustimme. Mein Hinweis war nur, dass Absichten sich schneller ändern können als Fähigkeiten und daher diese letzteren Grundlage jeder Bedrohungsanalyse sein müssen. Richter wird dem zustimmen (vielleicht mit kleineren Einschränkungen). Und dass auch bei gegenseitiger Kenntnis man nicht in allen Punkten übereinstimmt, bleibt dennoch richtig – ganz ohne Rechthaberei.
        Das Problem der ganzen Sicherheitsdebatte hier zeigt sich ja besonders in den Beiträgen Hoellgers und Breuers: Sie stellen Bildung und Infrastruktur der Verteidigung gegenüber und betonen dabei, dass erstere Investitionen in die Zukunft sind und Wachstum kreieren, während letztere möglicherweise „totes Eisen“ und Verschwendung seien. „So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“ ist Breuers Motto – und das stimmt doch mit dem überein, was ich hier seit langem betone – dass wir es nämlich mit konkurrierenden Zielen zu tun haben und Kompromisse brauchen; dass allerdings dieses „so viel wie nötig“ von Fachleuten definiert werden muss. Denn Hoellgers Hinweis „welchen Wert es hat, ein Land zu verteidigen, dessen Brücken einstürzen“, etc, ist allzu leicht umzudrehen: Welchen Wert hat es Brücken zu bauen, wenn man dann die Gelegenheit nicht mehr hat, sie in Freiheit und Frieden zu nutzen? Die „Umsetzung“ von Verteidigungskosten in Mehrwert ist in der Tat schwer nachweisbar solange man den Frieden und die Freiheit als gegeben annehmen kann. Aber die augenblickliche Diskussion ist eben nach meinem Eindruck weit entfernt von einer „Militarisierung“ der deutschen Gesellschaft, eher ist sie eine Bewusstseinsmachung, dass Freiheit und Frieden eben Verteidigung zu ihrem Erhalt voraussetzen.
        Wenn Sie Richter sehen und sprechen, dann grüßen Sie ihn von mir. Vielleicht berichten Sie mir inhaltlich dann über Ihr Gespräch. Ich verspreche Ihnen, dass ich dann nicht unter meiner Würde handeln und Ihren Bericht bei Richter überprüfen werde.
        Ich grüße Sie,
        Andreas Schwerdtfeger

  8. Sehr geehrter Herr Schwertfeger,
    normalerweise legt man, wenn Zahlen oder Fakten vorgelegt werden und man nicht damit einverstanden ist, eigenes Material vor – wenn man das nicht hat (wie Sie offensichtlich) bleibt einem noch an den Fakten herumzunörgeln, zu schwurbeln oder die Gesprächspartner zu diskreditieren – eben ohne fundierte, quellengestützte Aussagen.
    1. Schreiben Sie zwar, dass Sie keine Abstriche an der deutschen Schuld für 25 Mio Tote in der Sowjetunion
    machen wollen, um im nächsten Halbsatz genau das zu tuen, irgendwie hatte Stalin großen Anteil an dieser Zahl
    – unanständig.
    2.Die von Pohl zitierten Quellen sind seriöse westliche Quellen – legen Sie andere Zahlen vor, wenn Sie Ihnen
    nicht gefallen. Die untersuchenden Institutionen und Organisationen berücksichtigen durchaus in Ihren
    Statistiken den Fakt, dass in den Diktaturen mehr Ausgabenanteile in anderen Bereichen versteckt werden, als
    in den Natostaaten. Dieser Sachverhalt ist in den aufgezeigten Zahlen bereits enthalten. Das „Verstecken in
    anderen Bereichen“ hat ja auch Grenzen, da man nicht mehr verstecken kann als man hat.
    3.Wenn Ihnen die Finanzzahlen nicht gefallen – nehmen Sie die Stückzahlen : „Vergleich der Militärstärke von
    NATO und Russland im Jahr 2025 „:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/379080/umfrage/vergleich-des-militaers-der-nato-und-russlands/?utm_source=chatgpt.com
    In nahezu allen Bereichen hat die NATO ein starkes Übergewicht: Im Durchschnitt 3X soviel Panzer /Flugzeuge/
    Soldaten. …..
    4.Bei den Personalkosten ergibt sich folgendes Bild: Anteil an den Verteidigungsausgaben:
    USA – 25% wegen des sehr hohen Ausrüstungsanteils
    BRD – 28% es ist mit 200000 Mann eine sehr kleine Armee die, wie Sie richtig bemerken gut bezahlt wird
    Dis Nato gesamt – 40% teilweise absolut bzw. relativ sehr viel größere Armeen z.B. Türkei
    Russland – 35 % hier macht sich die relativ große Anzahl (2Mio) und der aktuelle Ukrainekrieg bemerkbar:
    Ein neu angeworbener Soldat kann je
    nach Region eine einmalige Prämie von mehreren Hunderttausend bis über eine Million Rubel erhalten; dazu
    kommt ein monatlicher Sold, der deutlich über dem russischen Durchschnittslohn liegt.
    Ihre Behauptungen vom „Vielfachen“ beziehen sich vielleicht auf Zeiten vor 10 oder 20 Jahren, sind aber aktuell
    nicht mehr richtig.
    5. Das Argument der territorialen Ausdehnung und Zerstreuung der Nato Mitglieder ist nur teilweise korrekt,
    Russland hat eine viel größere Landfläche mit einer viel längeren Außengrenze 60000km – Natostaaten
    40000km. Wobei die aktuellen Konfliktgrenzen ja die selben sind.

    Sie sehen bei kritischer Durchsicht bleibt von Ihren Argumenten nicht viel übrig – der Propagandavorwurf ist absurd, der „nützlicher Idiot“ Anwurf an Pohl oder Moldt frech. Beides könnte man auf Sie zurückwerfen.

    Nun zu Ihrem klugen Vorschlag (ernst gemeint) die Höhe bzw. Notwendigkeit der Verteidigungsausgaben fair zu diskutieren:
    Das von interessierter Seite angebrachte Argument „Bundeswehr kaputgespart“ ist so nicht richtig : Der Verteidigungshaushalt war in den letzten 15 Jahren (außer Coronazeit) immer der 2 größte Haushaltsposten.
    Das 2% BSP Ziel entspricht ca. 18% des Bundeshaushalts. Es erfordert zur dauerhaften Erreichung starke Umschichtungen und Kürzungen im Haushalt. Da müßten Sie den Bürgern oder wenigstens hier im Forum erklären, wo Sie einsparen wollen, wem Sie etwas wegnehmen wollen – dauerhaft .Wie wäre es mit der Kürzung von überhöten Beamtenpensionen oder der Politikerversorgung?? Sicher haben Sie daran weniger gedacht.
    5% BSP (das neue Mantra) bedeutet 45% des Haushalts für Verteidigung – komplett illusorisch – das Geld ist einfach nicht da. Hierfür kommt einzig und allein eine große Kreditfinanzierung mit steigenden Staatsschulden, steigenden Zinszahlungen, Inflation usw. in Frage.
    Für meine Begriffe sind die 2% BSP die absolute Höchstgrenze ,die dauerhaft tragbar ist.

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    Noch ein Hinweis zu Ihrem Rentenversicherungseinwurf („schon lange Pleite“): Hier sind Sie auf einen Propagandafake der Finanzwirtschaft hereingefallen: Man möchte das Umlageverfahren schlecht darstellen, um selbst seine kapitalgedeckten Produkte zu verkaufen.
    Die von Ihnen berichteten staatlichen Zuschüsse exisistieren tatsächlich. Sie dienen dazu „versicherungsfremde Leistungen“ auszugleichen. Das sind nicht durch Beiträge begründete und abgedeckte Leistungen die aus der Rentenkasse entnommen und bezahlt werden, aber eigentlich aus Steuermitteln bezahlt werden müßten. Sie sind fast immer politisch verursacht ,oft Wahlgeschenke an Klientelgruppen oder zur Beruhigung : z.B. Mütterrente, Höherwertung der Ostrenten……
    https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2025/heft/10/beitrag/versicherungsfremde-leistungen-in-der-rentenversicherung-vom-bundeszuschuss-gedeckt.html?utm_source=chatgpt.com
    oder
    https://www.adg-ev.de/phocadownload/Publikatione/2021/ADG_E025_2104%20Jhrliche%20versicherungsfremde%20Leistungen%20seit%201957%20-%20Teufel-Tabelle.pdf

    Gleiches (Entnahme von Finanzen aus Beitragsgeldern durch den Staat für seine Zwecke) gibt es in der GKV ebenfalls aber in viel größerem Ausmaß, (45 Mrd€ lt. IKK bzw. IGES Institut) ohne vollen Ausgleich durch Staatszuschüsse.

    E.Breuer

    1. Herr Breuer, Sie scheinen eine ganze Bibliothek mit Statistiken zu besitzen. Ich vermute angesichts Ihrer Aufzählung des zur Verfügung stehenden Kriegseisens, dass sich eine dicke Staubschicht darüber gelegt hat. Die moderne Kriegsführung, die bereits im Gange ist, auch gegen Deutschland, hat bereits viele andere Waffen hervorgebracht, die in der genannten Statistik überhaupt nicht erwähnt werden. Viele davon töten nicht, beeinflussen aber die Emotionen sowie das Bewusstsein und leiten Veränderungen im Sinne des Agressors ein. Ihre Wirkung ist bereits spürbar.

  9. Lieber Herr Joh. Lerchner – Haben Sie Dank für Ihren Kommentar; vor allen Ihre letzten, abschließenden, fragenden Bemerkungen: „Warum können sich diese(SPD) Kräfte nicht durchsetzen und die SPD wieder zu einer breite Wählerschichten bindenden Friedenspartei machen? Diese Frage geht selbstverständlich hauptsächlich an Herrn Wolff.“ Drängt es mich zu antworten: Diese Frage geht eben nicht nur bzw. hauptsächlich an Christian Wolff – sie muss an die SPD insgesamt gehen und diese endlich zur Beantwortung drängen. Das hat ja nicht nur etwas mit dem derzeitig höchst bedenklich reduzierten Wählervotum zu tun. Aber wem sage ich das. Und vielleicht begegnen wir uns doch einmal…Adieu – Ihr Jo.Flade

  10. Die Wolff’sche Kritik an der Verausgabung von Irrsinnsbeiträgen für Rüstung und vor allem die Kritik daran, dass „im politischen Alltag das Primat der Friedens- und Abrüstungspolitik verlassen wird“, unterstütze ich sehr. Dass so etwas hier in diesem Blog nicht zum ersten Mal geäußert wird, ist richtig. Wesentliches verdient es, öfters wiederholt zu werden. Wolff Propaganda, Banalität und Traumtänzerei vorzuwerfen, ist allerdings völlig deplatziert.

    Keiner hat je in diesem Blog bestritten, dass in einer Welt, in der Großmächte Gewalt wieder offen als Politik einsetzen, die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit gestärkt werden muss. Worum es geht, ist die Frage, ob die derzeitige Aufrüstungsorgie mit realistischen Bedrohungsperzeptionen in Einklang steht. Um Bedrohungsszenarien zu validieren, müssen die erkennbaren politischen Absichten und militärischen Fähigkeiten nüchtern bewertet werden. Um das zu erläutern, übernehme ich im Folgenden die Argumentation von Wolfgang Richter (Oberst a. D., ehem. militärischer Vertreter der BRD in der OSZE, derzeit Associated Fellow beim Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik), der diese unlängst auf einer gemeinsamen Tagung des Wissenschaftlichen Forum für Internationale Sicherheit (WIFIS, Uni Halle) und der Clausewitz-Gesellschaft [1] sowie in einem Interview mit Telepolis [2] dargelegt hat. Demnach sei eine politische Absicht Moskaus, die NATO anzugreifen, nicht nachweisbar und wäre nicht plausibel, solange Russland nicht selbst existenziell bedroht ist. Die jüngste Sicherheitsstrategie der USA hat festgestellt, dass die konventionellen Fähigkeiten Europas denjenigen Russlands deutlich überlegen sind und, wie Richter hinzufügt, Russland diesen Rückstand in überschaubarer Zukunft nicht einholen kann. Die Analysen basieren auf einer Einschätzung von Quantität und Qualität der Hardware, der Kommunikations- und logistischen Fähigkeiten. Weiterhin sei zu bedenken, dass 80% der russischen Landstreitkräfte in der Ukraine gebunden sind und diese bei einem Frieden in der Ukraine nicht ohne weiteres herausgelöst und gegen die NATO in Marsch gesetzt werden können, da Kiew bei günstiger Lage eine Revision eventueller territorialer Verluste auf militärischem Weg anstreben könnte. Konstruierte Risikoszenarien, z. B. mit Blick auf das estnische Narva, seien eher dazu geeignet, Kriegshysterie anzustacheln als eine realistische Lagebeurteilung zu ermöglichen. Und nebenbei: Wenn Herr Eckert die Bedrohung durch einen russischen atomaren Erstschlag halluziniert, hat er möglicherweise die ursprünglich beabsichtigte Stationierung neuer, weitreichender amerikanischer Mittelstreckenraketen im Hinterkopf, die tatsächlich das Potential besitzen, die USA zu einem erfolgreichen Erstschlag gegen Russland zu befähigen. Es sollte also nachvollziehbar sein, wenn der kritische Laie an Sinnfälligkeit und Ausmaß der derzeitigen Rüstungsanstrengungen zweifelt und plausible Begründungen für Letztere fordert und sich nicht mit irgendwelchen Geheimdienstverlautbarungen abspeisen lässt.

    Eine fehlerhafte, überzogene Bedrohungsperzeption hat fatale Folgen. Politisch umgesetzt führt sie zu einer sinnlosen Verschleuderung von Ressourcen und, da steigende Verteidigungsausgaben mit Ausgaben für Bildung, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit konkurrieren, zu nicht vertretbaren Wohlstandsverlusten. Dass sich die gegnerischen Parteien dem annehmen, ist nur logisch. Über Tendenzen einer politischen Destabilisierung im Lande sollte man sich also nicht wundern.
    Abschreckung ist per se instabil. Im Übermaß kann sie zu unbeabsichtigten militärischen Zwischenfällen führen und die Eskalationsrisiken erhöhen. Der Hinweis Klaus Pohls auf das bestehende Sicherheitsdilemma (20.06., 12:11) ist völlig berechtigt. Einer gefährlichen Eskalationsdynamik kann nur begegnet werden durch den Abgleich der Bedrohungsperzeptionen der gegnerischen Parteien, d. h. ohne Dialog mit dem Gegner und das Eingehen auf seine Sicherheitsinteressen geht es nicht. Da diese die NATO-Europäer momentan total vernachlässigen, erleben wir z. Z. eine seit dem 2. Weltkrieg nie dagewesene Gefahr eines großen Krieges.

    Die eminent steigende Kriegsgefahr war Anlass für Jeffrey Sachs (Ökonom, Prof. an der Columbia University, Berater osteuropäischer Regierungen während der Wendezeit), einen offenen Brief an Friedrich Merz zu schreiben, damit er eine Führungsrolle bei der Deeskalation des Ukraine-Krieges übernimmt. Er hat den Brief sowohl an Merz als den Regierungschef eines der mächtigsten Staaten Europas geschrieben, als auch wegen der aus seiner Sicht vorhandenen Mitverantwortung Deutschlands für den Ukraine-Krieg. Den Sachs-Brief [3], eine umfassende Kritik desselben [4] und die Replik zu letzterer [5] zu lesen, ist sehr erhellend (der Berliner Zeitung sei Dank). Tatsächlich scheint die Eskalationsgefahr wieder erheblich zuzunehmen. Putin gerät daheim zunehmend unter Druck, härter gegen die NATO-Europäer vorzugehen. Auch die Russen haben ihre Kiesewetters. Bedenklich stimmt, dass selbst gemäßigte Kräfte wie Dimitri Trenin (bis 2022 Leiter der Moskauer Dependenz des amerikanischen Carnegie-Zentrums) für eine Demonstration der Abschreckungsfähigkeit Russlands plädieren. Wenn der leichtfüßige Denker von der Ostseeküste meint, man sollte darauf nichts geben und sich nicht verängstigen lassen, sei an den Herbst 2022 erinnert, als Biden offenbar die Ukrainer nötigte, 30 000 russische Soldaten verlustlos über den Dnepr abziehen zu lassen, um den nach amerikanischer Erkenntnis drohenden Einsatz taktischer Nuklearwaffen durch Russland abzuwenden. Nachzulesen bei dem zweifachen Pulitzer-Preisträger Bob Woodward.

    Dem letzten, doch deutlich ausgewogeneren Beitrag Schwerdtfegers nach zu urteilen, gibt es hier Einigkeit über die Notwendigkeit von Diplomatie, Dialog sowie vertrauens- und rüstungskontrollpolitischer Maßnahmen. Liegt es dann nur an dem Unvermögen des derzeitigen politischen Führungspersonals, dass die Bemühungen um Deeskalation derzeit so dürftig ausgeprägt sind? Einem Führungspersonal, das Hasardeuren gleich meint, russische „rote Linien“ vernachlässigen zu können und im Fall des Ukraine-Kriegs sich Frieden nur als Wiederherstellung der verletzten Souveränität der Ukraine vorstellen kann (woanders ist man da großzügiger) und dem Frieden als Begrenzung weiterer Eskalation nur von geringem Wert ist? Wie von mir hier unlängst gezeigt, gibt es in der SPD durchaus Kräfte, die in der Lage sind, Verteidigung und Dialog mit dem Gegner zusammenzudenken. Auf der angesprochenen WIFIS-Tagung gab es z. B. auch einen bemerkenswerten Beitrag von Rolf Mützenich. Warum können sich diese Kräfte nicht durchsetzen und die SPD wieder zu einer breite Wählerschichten bindenden Friedenspartei machen? Diese Frage geht selbstverständlich hauptsächlich an Herrn Wolff.

    [1] https://wifis.de/wp-content/uploads/2026/06/Tagungsbericht_WIFIS_Jahrestagung_2026.pdf
    [2] https://www.telepolis.de/article/Militaerexperte-sicher-Russischer-Angriff-auf-die-Nato-ist-nicht-plausibel-11330829.html
    [3] https://www.berliner-zeitung.de/article/jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz-verhindern-sie-offenen-krieg-mit-russland-10038620
    [4] https://www.berliner-zeitung.de/article/widerrede-zu-jeffrey-sachs-einseitige-anklageschrift-gegen-deutschland-10074577
    [5] https://www.berliner-zeitung.de/article/jeffrey-sachs-wenn-wir-vom-abgrund-des-krieges-wegwollen-muessen-wir-ehrlich-sein-10106237

    1. Danke für den „leichtfüßigen Denker von der Ostseeküste“, Herr Lerchner. Ich habe niemals geschrieben, dass man auf die gegenwärtige Bedrohung nichts geben soll. Meine Botschaft lautet: Die Verteidigung unserer Demokratie und unserer Werte in der EU ist sowohl menschlich als auch militärisch und politisch eine gewaltige Herausforderung. Wer Angst hat, hat verloren.

      Der Ostseeraum mit der russischen Exklave Kaliningrad gilt als der zukünftige Hotspot der Verteidigung unserer Freiheit und Demokratie. Norwegen und Finnland ergreifen zusehends Schutzmaßnahmen. Ich war dort. Polen schottet sich von Kaliningrad ab. Ich war ebenfalls dort. Diese Völker wissen aus eigenen Erfahrungen, worum es geht, wogegen die Deutschen an ihrer Schuld am Zweiten Weltkrieg herumkauen. Ja, sie waren Täter, in Polen, in Finnland, in Norwegen – in ganz Europa bis kurz vor Moskau. Das hat sich geändert. Meine Nachbarn, NATO-Soldaten der Bundeswehr, versehen regelmäßig ihren Dienst in Litauen. Das Ziel lautet: Verteidigung.

      Zurzeit befinden sich Piloten der Alarmrotte der deutschen Luftwaffe aus Rostock-Laage in Schweden, um gemeinsam mit den dortigen NATO-Partnern Übungen durchzuführen. Schweden ist seit zwei Jahren NATO-Mitglied. In Rostock wurde 2024 ein neues taktisches Hauptquartier der NATO eingeweiht. Der ehemalige VEB Warnowwerft ist jetzt Marinearsenal, auf der ehemaligen VEB Mathias-Thesen-Werft in Wismar, das bis vor kurzem noch das größte Kreuzfahrtschiff der Welt gebaut hat, stellt auf U-Boote um.

      Eine „Aufrüstungsorgie“ besteht keinesfalls in der massenhaften Herstellung von Kriegseisen. Die Verteidigung im Ernstfall, die in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt werden konnte, muss von nun an mitgedacht werden. Das gilt für alle Bereiche unserer Gesellschaft – und sie muss keine Unsummen verschlingen, die den Wohlstand gefährden.

      Ich bin äußerst skeptisch, wenn Sie aus der Berliner Zeitung zitieren. Als ehemaliges SED-Blatt gehört sie dem Ehepaar Silke und Holger Friedrich. Welche Rolle spielt Holger Friedrich? Der Zeitung wird seither Nähe zu Russlands Präsident Putin vorgeworfen. Sind Sie sich dessen bewusst?

      Ich kenne russische Propaganda sehr genau. Sie ist sehr effizient und nutzt erfolgreich die digitalen Medien.

      „Eine fehlerhafte, überzogene Bedrohungsperzeption hat fatale Folgen. Politisch umgesetzt führt sie zu einer sinnlosen Verschleuderung von Ressourcen und, da steigende Verteidigungsausgaben mit Ausgaben für Bildung, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit konkurrieren, zu nicht vertretbaren Wohlstandsverlusten“, schreiben Sie.

      Das ist nicht von der Hand zu weisen. Doch aus dieser Aussage, die unvollkommen ist, lugt bereits die Angst, wofür der deutsche Michl sehr anfällig ist. Und diese liegt im Interesse Moskaus.

      Die Verteidigung der Europäischen Union ist Sache der NATO. Die Wirtschaftskraft der EU ist der Russlands haushoch überlegen. Nach der Aufkündigung der Partnerschaft der USA gilt es jetzt, eine gemeinsame Verteidigungsstrategie zu entwickeln. Das muss keinesfalls mit Heulen und Zähneknirschen einhergehen.

      Umgekehrt ist es der Fall: Heulen und Zähneknirschen werden eintreten, wenn die EU nicht stark genug ist. Siehe Ukraine.

      1. „Welche Rolle spielt Holger Friedrich?“
        _____________________________________________________________
        Dieser Millionär hat sich nicht nur die „Berlinskaja Prawda“ (Ilko-Sascha Kowalczuk) gekauft, sondern auch eine neue Onlinezeitung unlängst lanciert, die „Ostdeutsche Allgemeine“ – viel Spaß beim Geldverbrennen.

      2. Hallo Herr Wittenburg, Professor Jeffrey Sachs ist eine äußerst kompetente Persönlichkeit im internationalen Politikgeschehen. Erinnert sei z. B. an seine fulminante Rede vor dem Europäischen Parlament im letzten Jahr. Wenn sein Standpunkt zum Ukrainekrieg nur in der Berliner Zeitung einem breiten Publikum in Deutschland zugänglich gemacht wird, ist das vor allem Ausdruck der Beschränktheit unserer Medienlandschaft. Übernehmen Sie also nicht das Geraune über die besagte Zeitung und deren Verleger, sondern zeigen Sie, was Sie drauf haben, und schreiben Sie eine Erwiderung an Prof. Sachs (als Leserbrief an die Berliner Zeitung). Ich wäre gespannt! Viele Grüße, Johannes Lerchner

        1. Mag sein, aber die Skepis bleibt, Herr Lerchner. Ich meine nicht, dass die Medienlandschaft in den demokratischen Staaten der EU beschränkt ist. Wenn ein Artikel von Jeffrey Sachs nur in der Berliner Zeitung Platz findet, sind die Gründe eher darin zu suchen, dass er nicht die Prüfung durch die Dokumentationsabteilung eines Qualitätsmediums bestanden hat. Ich weiß nicht, ob die BZ sowas hat. Fulminant reden kann Donald Trump ebenfalls, tosenden Beifall bekommt er auch, und von Putin im Bundestag war schon die Rede…

        2. PS: Herr Lerchner, ich habe besagten Artikel gelesen. Er basiert leider nicht auf Fakten, sondern auf vagen Vermutungen, die sich hervorragend für russische Propaganda eignen.

    2. In aller Kürze möchte ich auf die letzte Frage von Herrn Lerchner eingehen. Der SPD mangelt es derzeit an einem friedenspolitischen Gesamtkonzept, das sowohl anknüpft an die Grundlinien der Friedens- und Ostpolitik Willy Brandts, als auch den nach 1990 veränderten weltpolitischen Bedingungen Rechnung trägt. Insbesondere hat sich die Rolle Russlands stark verändert. Russland tritt derzeit als nationalistische Macht mit imperialem Anspruch auf. Dass dies von den an Russland angrenzenden Ländern der EU als Gefahr gesehen wird, ist nicht verwunderlich – zumal nach dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Das muss eine SPD offen aussprechen. Es hat mE keinen Sinn diese Einschätzung ständig zu relativieren: mit dem Hinweis auf den Angriffskrieg Deutschlands gegen die Sowjetunion 1940ff oder mit der angeblichen Bedrohung Russlands durch die NATO. Darüberhinaus muss auch von der SPD offen angesprochen werden, dass Russland seit Jahren versucht, die EU zu destabilisieren und in Deutschland rechtsradikale Gruppierungen und Parteien wie die AfD zu unterstützen. Dies kommt z.B. in dem „Manifest“ vom Juni 2025 viel zu kurz. Solange in der SPD diejenigen, die sich gegen die Rede von der „Kriegstüchtigkeit“ wenden, die die Hochrüstung ablehnen, die auf Verhandlungen zur Beendigung des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine drängen, vor dem kriegerischen Imperialismus des Putin-Russland die Augen verschließen, wird die SPD keine neue Glaubwürdigkeit gewinnen. Darum: Ja, es müssen endlich Verhandlungen beginnen. Aber Grundvoraussetzung ist, dass am Verhandlungstisch nicht nur Russland, sondern auch die Ukraine sitzt. Ja, wir brauchen endlich wieder die Verknüpfung von militärischer Abschreckung und Abrüstung. Ja, wir brauchen bei uns eine Stärkung der freiheitlichen Demokratie, damit wir wissen, was wir verteidigen. Was wir allerdings nicht brauchen: das Schönreden von Putins Gewalt-Politik nach innen und außen.

    3. „Stationierung neuer, weitreichender amerikanischer Mittelstreckenraketen im Hinterkopf, die tatsächlich das Potential besitzen, die USA zu einem erfolgreichen Erstschlag gegen Russland zu befähigen.
      ______________________________________________________________________________________-
      Unterschwellig suggerieren Sie, dass diese Raketen atomare Sprengköpfe tragen sollen. Das ist jedoch nicht geplant. Auch Propaganda ist Ihre Formulierung „weitreichende Mittelstreckenraketen“.

  11. Was denn, Herr A. Schwerdtfeger – Sie wollen mit Unfähigen, Dummen, Unbelehrbaren, Gleichgesinnten, Lobhudlern, Jünger, Propagandisten, Aus-Der-Hüfte-Schießer, Aggressive Korrigierunfähige, Unrationalen etc.pp. Frieden schließen? – Worauf sich der Landpfleger verwundert.
    Frieden ist immer gut. Lese ich – und nicht nur ich – Ihre unzähligen Kommentare seit Jahren (durchaus mit Interesse!) zu den jeweiligen Beiträgen von Chr. Wolff und lese ich in Folge auch Ihre Kommentare zu Kommentierungen anderer Blog-Aktiver (z.B. von Michael Käfer) – ja dann überrascht mich Ihr Angebot doch sehr. Brevi manu: Ich werde es in meinem Herzen bewegen, was Ihren Frieden betrifft. Bleiben Sie kühl, das tut stets gut, auch mir! Übrigens: Ihre Idee geklaut? Pardon, Herr Schwerdtfeger – da liegt ein Irrtum vor: von Ihnen klaute ich noch nie etwas; meine Ratio ist anders strukturiert.; nur das noch kurz zum besagten persönlichen Austausch-Treff! Tschüß – Ihr Jo.Flade

  12. Vielen Dank für diesen schönen Text! Leider ist im Iran-Krieg die Unterscheidung zwischen Grünen und AfD immer weniger deutlich: Der grüne Spitzenpolitiker Nouripour hat sich im März sehr deutlich für eine Beteiligung Deutschlands am illegalen Trump-Netanyahu-Krieg ausgesprochen: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/omid-nouripour-iran-krieg-bundesregierung-gxe. Volker Beck hat sowieso keine Probleme mit der rechtsextremen Regierung in Jerusalem. Auch die AfD wittert überall im Ausland das Böse, das bekämpft werden muss – und zur Not eben mit Gewalt. Wir sind als Gesellschaft leider wieder meilenweit davon entfernt, eine friedliche Zukunft anzustreben. Die christliche Zeitschrift Chrismon romantisiert das Soldatentum (https://chrismon.de/artikel/58340/bundeswehr-sex-afghanistan-und-eine-gefaehrliche-affaere-unter-soldatinnen) – es kann einem schlecht werden.

  13. „Merkt eigentlich niemand mehr, wie verheerend sich auch bei uns jetzt schon die einseitige Ausrichtung der politischen Debatte auf ’Kriegstüchtigkeit’ auswirkt? . . . Wo nur noch in Bedrohungskategorien gedacht wird, wo alles auf ’Kriegstüchtigkeit’ ausgerichtet wird, wo nicht mehr eine erfreuliche Lebensperspektive für die zukünftigen Generationen die Politik bestimmt, wo das Lebensrecht eines jeden Menschen nicht mehr Grund- und Ausgangslage aller Politik ist, da wird es gefährlich. . . . Dann muss sich niemand wundern über die Zustimmungswerte für die AfD.“ (Wolff)

    Tatsächlich ist die Debatte nicht einseitig ausgerichtet auf Kriegstüchtigkeit. Viele betroffene junge Menschen, Linke, Grüne, viele SPDler sind gegen die allgemeine Wehrpflicht. Nur mancher einst bekennender Kriegsdienstverweigerer hält Kriegs-, besser Verteidigungstüchtigkeit jetzt für unumgänglich – wie die Mehrheit. Der Aufwand bestimmt sich nach den Erfordernissen wirksamer Landesverteidigung. Die derzeitige Bundeswehr-Personalstärke reicht dazu mit Sicherheit nicht, auch nicht das vorhandene Material. Bei Kostenvergleichen sind der bessere Schutz von Fahrzeugbesatzungen sowie bessere Bergungsfähigkeit zu berücksichtigen, beides extrem teuer. Ob es die neuesten Flugzeuge sein müssen oder das Geld eher in die Flugabwehr gesteckt werden sollte – am notwendigen Budget ändert das wenig.

    Schwerdtfeger hat Recht damit, dass Verteidigung und soziale Teilhabe nicht entweder oder, sondern sowohl als auch Geltung erhalten müssen. Dabei ist es allerdings eine Frage der Gerechtigkeit, ob, wie Christian Wolff es wohl sieht, die Lebensperspektiven – Auskommen, Wohnen, Bildung, Kultur – mit einer Begründung à la „Kanonen statt Butter“ allgemein zusammengestrichen werden, oder ob zusätzlich die sehr Vermögenden angemessen zur Finanzierung des Staatshaushalts herangezogen werden. Nicht nur der Verteidigungshaushalt war zu Willy Brandts Zeiten auf Hegseth-Niveau, auch die Einnahmen aus Vermögens- und Erbschaftssteuer waren (relativ) höher als heute. Dass angesichts der gegenwärtigen Anforderungen „ein gemäßigter Zugriff auf bestehende Vermögensmassen verfassungsrechtlich tabu sein sollte“ (Ernst-Wolfgang Böckenförde), ist nicht einzusehen.

    1. Wie bitte? Es ist doch gerade die AfD, die bei der Verfolgung ihrer Ziele Unfrieden stiftet! „Wir werden sie jagen!“, hörte ich von der Parteispitze.

  14. Sehen Sie, Herr A. Schwerdtfeger – bevor man lospoltert, sollte man bedächtiger lesen. Zwischen Paul Gerhardt und Gerhard Hauptman liegen bekanntlich historische und literarische Welten. Ob Sie meine Ratio zu beurteilen vermögen, lasse ich einmal dahingestellt. Und vielleicht zum Sonntag für Sie zwei Zitate zum bedächtigen Nachdenken Ihrerseits. Da heute der längste Tag ist (Mittsommer), hätten Sie dafür ausreichend viel Zeit zum reflektieren:
    1. Paul Gerhardt – „Jeder Weg zur Erfüllung unserer Sendung, auch der langsam und verwirrte, ist Segen“.
    2. Gerhardt Hauptmann – „Eitelkeit ist eine schöne Wiege für Erwachsene“.
    Jo.Flade

    1. Wittenburg hat sich hier und da mal korrigiert, ich und andere auch. Es sind, Herr Flade, die Unfähigen und Dummen, die sich nicht korrigieren können und lieber an ihren Belehrungen festhalten. Bei Ihnen wunderts mich nicht, bei Wolff tuts mir leid.
      Übrigens: Wie weit sind Sie denn schon gekommen, mit der Organisation Ihrer von mir geklauten Idee eines persönlichen Treffens, in Ihrem Falle zur Sicherheit natürlich nur mit den Gleichgesinnten?
      Irgendwie passen Sie erstaunlich zum Thema dieses Beitrages!
      Lassen Sie uns Frieden schließen und inhaltlich austauschen.
      Andreas Schwerdtfeger

  15. Lieber Dr.Eckert – Sie sprechen mir aus dem Herzen. Dennoch unterscheide ich zwischen den berechtigten Interessen Israels und der ungebremsten Aggressionspolitik von Mister Gnadenlos Netanjahu. Dass wir uns einmal gegen alle Aggressoren der Welt(Trump/Putin usw. ) wehren müssen, mehr für unsere Verteidigung tun müssen – das glaube ich nicht leichtfertig. Jedoch – so ist es. Früher gab es – was die Stalin Sowjetunion anbetrifft – einmal den Slogan: Lieber rot als tot. Das ist richtig. Dennoch und trotz unserer historischen Schuld dem russischen Volk gegenüber. Ohne Gegenwehr will ich nicht Opfer der Aggressionspolitik Putins werden.

    1. Schuld nur gegenüber dem russischen Volk? Was ist mit den Polen, den Esten, den Letten, den Litauern, den Weißrussen, den Ukrainern… – nur um diejenigen zu nennen, die anschließend inter russischer Vorherrschaft litten? Und bitte: Auch das russische Volk ist nicht homogen. Im Baltikum (EU) leben Russen, die sich vor russischen Soldaten fürchten.

  16. Nun, lieber Herr Wolff, verwechseln Sie auch noch die Vokabeln „faktenbasiert“ und „populistisch“. Pohl, der ja gemeinsam mit Moldt Geschichte und Statistiken nur da anführt, wo sie vermeintlich ihre Meinung stützen, zeigt nicht wirklich Faktenbasierung, sondern eher Propaganda.
    Beispiel Moldt: 25 bis 30 Millionen Tote im 2. WK. Jeder Tote ist zu viel, das ist klar; deutsche Schuld ist unstrittig, da kann es keine Abstriche geben. Dennoch ist festzuhalten, dass die Russen unter Stalin (und unter Putin?) sehr gleichgültig mit dem Leben und der Gesundheit ihrer Soldaten umgehen. Ein erheblicher Anteil russischer Gefallener im 2. WK geht auf das Konto ihres eigenen Oberkommandos. Aber nochmal: Ich beschreibe hier Fakten; ich rechne aber nicht auf und ich mindere damit auch nicht die Schuld Deutschlands. Ich zeige nur auf, wie unsinnig der Rekurs auf Statistiken ohne deren objektive Bewertung ist.
    Und da ist das Beispiel Pohl erhellend (allerdings nicht neu, denn auch das Thema aggregierter westlicher und anderer Verteidigungshaushalte haben wir längst schon gehabt. Was Pohl uns da schreibt, zeigt mal wieder, dass man nur Statistiken glauben sollte, die man selbst gefälscht bzw falsch interpretiert hat.
    Nur einige Hinweise: Verteidigungshaushalte setzen sich zusammen aus Betriebsausgaben, Investitionen, Versorgungs- (Personal-)ausgaben und Ausgaben für Forschung und Rüstung.
    Ein deutscher Soldat in der untersten Dienstgradgruppe bekommt ein Monatsgehalt (einschl Zuschlägen, wie Essensgeld und Freifahrtkarte bei der Bahn, etc) von über 2000,- € (sehr zu Recht!). Jetzt schauen Sie mal, wieviel ein russischer oder chinesischer Soldat bekommt (und dies gilt natürlich für alle Dienstgradgruppen).
    Die Kosten für Betrieb, Ausbildung, Personal, Infrastruktur (Kasernen, etc) sind in westlichen (demokratischen) Armeen also ein Vielfaches der Kosten in China und Russland (haben Sie mal eine russische Kaserne besucht?).
    Hinzu kommt, dass Russland und China (wie alle Diktaturen) einen wesentlichen Teil ihrer Verteidigungsausgaben in anderen, teilweise verdeckten Haushalten verstecken, um die Pohls dieser Welt (erfolgreich) in die Irre zu führen (früher nannte man sowas „nützliche Idioten“). Wir machen das jetzt mit „Sondervermögen“ auch, aber wenigstens öffentlich und kontrollierbar.
    Also: Lassen wir uns nicht von angeblich faktenbasiertem Unsinn verleiten. Stattdessen: Diskutieren wir sachlich die Frage der Verteidigung und deren notwendigem Umfang und unterlassen wir dabei emotionsgeladene Vokabeln und falsch interpretierte sogenannte Statistiken. Es kann sein, dass im Westen die Falken zu viel, die Tauben zu wenig wollen; es wird immer schwierig sein, richtige Trennlinien zu finden, zu begründen, und eine konsensuale Mehrheit zu finden. Aber am besten und erfolgreichsten geht dies eben, wenn man die Kriterien festlegt, an denen man sein Urteil festmacht. Die Diskussion hier im Blog und Wolffs naive, aber dafür erregte Kommentare sind nicht hilfreich.
    Es ist eben ein Fehler – der grundsätzliche hier -, dass Wolff immer einer notwendige Verteidigung trotz gegenteiliger Heuchelei in schwächlichem Bekenntnis zum „Grundsatz“ die Frage der „gleichberechtigte(n) Teilhabe an Einkommen, Arbeit, Bildung und Wohnen wie die demokratischen Freiheiten als hohes, verteidigungswürdiges Gut“ gegenüberstellt (der Ausdruck „gegenseitig ausspielen“ ist dumm, weil er immer das „entweder-oder“ anstelle der Notwendigkeit des „sowohl-als auch“ unterstellt). Eine sichere Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit ist Voraussetzung für die geforderte „Teilhabe“ der Menschen. Und die ebenfalls richtigerweise geforderte weitere Komponente von Sicherheit der vertrauensbildenden und rüstungskontrollpolitischen Ergänzung erfordert Gespräch, Diplomatie, Weiterentwicklung internationalen Rechts UND Bereitschaft zum Hineindenken und besseren Erkennen/Akzeptieren (als Faktum, natürlich nicht inhaltlich) der Position des Gegners. Was aber machen wir? „Mit Putin kann man ja nicht reden; Putin will ja nichts mit uns reden; Putin-Versteher; etc). Und zuletzt die Doppelbödigkeit: „Putin kann den Krieg sofort beenden; er muss nur die Ukraine verlassen!“ Ja und? „In Gaza/Libanon kann der Krieg sofort beendet werden; die Terroristen müssen nur die Waffen niederlegen, die von ihnen widerrechtlich besetzten Gebiete (weil nicht unter der jeweils staatlich legitimen Autorität) verlassen und den Staat Israel anerkennen, dann gibt es keine Grundlage mehr für Israels Verteidigung.“
    Andreas Schwerdtfeger

  17. Die Antwort von Herrn Pohl entspricht meiner Sichtweise. Ich möchte sie mit Folgendem ergänzen:
    In keiner der mir bekannten Sichtweisen höre ich etwas von der Schuld der Deutschen, die zwei Weltkriege
    gegen Russland mit etwa 60 000 000 Toten, davon geschätzt 25 bis 30 Mio. Russen, verursacht haben. Es gab zu keiner Zeit auch nur annähernd ein echtes Schuldbekenntnis, im Gegenteil: gleich nach dem 2. Weltkrieg saßen viele der Schuldigen wieder in verantwortlichen Positionen, so begann wieder die antirussische Propaganda. Je lauter sie wurde, um so weniger brauchte man aufarbeiten, also Schuld bekennen. Wie die Propaganda gewirkt hat, merkt man noch immer ( ja, die Russen haben deutsche Frauen vergewaltigt, die Russen haben meinen Mann/Sohn umgebracht, die Russen haben uns vertrieben usw.).
    Natürlich war Russland, beginnend mit der grausamen Stalinzeit und fortgeführt von den Apparatschiks, keine
    Demokratie. Aber es gab Möglichkeiten, mit Russland über Kooperationen zu sprechen (s.a. Putins Auftritte im Bundestag, die mit stehend großem Applaus von den Bundestagsabgeordneten honoriert wurden).
    Desweiteren sollten wir die Kriege, die der Westen seit 1945 geführt hat, einmal näher betrachten: 2 Atombomben auf Großstädte am Ende des 2. Weltkrieges, der Koreakrieg (3 Mio. Tote), der Vietnamkrieg (3 Mio. Tote), der Einmmarsch in den Irak mit einer Lüge Amerikas und der Folge eines total zerstörten Landes und und und…. Man könnte hier eine sehr große Liste erstellen. Beschmutzt sind die Westen in beiden Lagern!!!

    Anstatt miteinander zu reden, rüstet der Westen mit einem riesigen finanziellen und medialen Aufwand
    auf mit der Konsequenz, dass dadurch die Bedrohung wächst (die Geschichte hat es vielfach gezeigt) und
    unser Wohlstand zerstört wird. Versuchen wir, mit Verhandlungen (ohne Drohungen analog Trump) uns
    anzunähern, akzeptieren wir, dass ein Volk, das vor mehr als 100 Jahren noch feudalistisch gelebt hat, eine
    schlimme Zeit der kommunistischen Diktatur erleben mußte, nicht in kurzer Zeit urdemokratisch werden kann
    (wie lange haben wir trotz Aufklärung gebraucht, um da zu sein, wo wir heute sind) und nehmen wir unsere
    Schuld an zwei Weltkriegen wahr.
    Ich hoffe, dass wir klug werden und miteinander für Frieden arbeiten.

    Peter Moldt

    1. Herr Moldt, wie bewerten Sie den Molotow-Rippendorf-Vetrag (Hitler-Stalin-Pakt) mit dem geheimen Zusatzververtrag vom 23..08.1939?

      1. Der leider viel zu früh verstorbene Grünen-Abgeordnete Werner Schulz verließ während der Rede Wladimir Putins am 25. September 2001 den Plernarsaal des Deutschen Bundestags.

    2. Herr Moldt, anfangs habe ich fassungslos reagiert. Irgendwie scheinen die letzten Jahrzehnte an Ihnen vorbeigegangen zu sein, besonders die letzten Jahre. Was ist heute der Westen? Die Sowjetunion existiert seit Ende 1991 nicht mehr und Deutschland ist seit dem 15.03.1991 ein souveräner Staat. Auch während der Teilung war er weder am Koreakrieg noch am Vietnamkrieg beteiligt, auch nicht am Krieg der USA im Irak, Ebenfalls sind Deutsche 1956 nicht in Ungarn, 1968 nicht in der CSSR und 1081 nicht in Polen einmarschiert. Unser Westen reicht heute bis an die Grenzen zu Russland, zu Belarus, zur Ukraine und Moldawien. Was dort geschieht,, ist nicht allein die Sache Deutschlands, sondern der Europäischen Union. In Ihrer Fokussierung auf die Russen unterschlagen Sie alle Ereignisse, die auf dem Hitler-Stalin-Pakt und seine Folgen beruhen. Ja, dieDeutschen müssen mit einer großen Schuld leben, was aber heißt, dass wir uns gegen die heutige Menschenverachtung wehren müssen, natürlich nicht nur militärisch, sondern in unserer gesamten Haltung.

  18. Es ist schon merkwürdig, wie im „sächsischen Verteidigungsministerium“ geschwafelt wird, während hier an der Ostsee russische Zerstörer auftauchen, U-Boote die Küsten bedrohen, Unterseekabel zerstört werden und russische Flugzeuge ohne Transponder in Schach gehalten werden müssen. In Sichtweite zieht die russische Schattenflotte vorbei. Die Verteidigung unserer Demokratie und unserer Werte in der EU ist sowohl menschlich als auch militärisch und politisch eine gewaltige Herausforderung. Wer Angst hat, hat verloren.

    1. Noch einmal: Ich zweifle keinen Augenblick an der imperialen Aggressionspolitik Putins. Darum ist es auch so wichtig, dass Putin mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukaine scheitert. Dennoch halte ich die einseitige Militarisierung der Politik und die horrenden, der Kontrolle weitgehend entzogenen Rüstungsausgaben für gefährlich. Die Resilienz einer Gesellschaft beruht eben nicht nur auf den militärischen Möglichkeiten. Sie hat vor allem auch damit zu tun, dass Menschen die gleichberechtigte Teilhabe an Einkommen, Arbeit, Bildung und Wohnen wie die demokratischen Freiheiten als hohes, verteidigungswürdiges Gut erachten und sich deswegen nicht auf die Ebene imperialer und nationalistischer Gewalt von denen ziehen lassen, die im Pakt stehen mit potentiellen Aggressoren.

  19. Herr Schwerdtfeger: Sie schreiben in Ihrer altgewohnten Verbalattacken-Aggression kontra Chr. Wolffs aktuellen Blockbeitrag u.a. (Zitat): “ Aber das sollte er (Wolff) mal seinem Dresden Jünger (Flade) sagen, dessen Lobhudelei auf genau dem kritisierten Niveau ist, wie seine Dresdner-Allerlei-Beiträge und Gerhard-Hauptmann-Gesangsauszüge zeigen,…“. Gerhard-Hauptmann-Gesangauszüge? Was meinen Sie damit? Es würde mich interessieren, welche Auszüge Hauptmannscher Gesangsliteratur (?) Sie meinen, die ich nach Ihrer Lesart im Blog zitiert haben soll und in welchem Zusammenhang. Jo.Flade

    1. Sie haben Recht, Herr Flade: Nicht Gerhardt Hauptmann, sondern Paul Gerhardt. In der Welt des Gefühls (anstelle der Ratio) sind ja ein wenig besser bewandert.

  20. Ich möchte gern einmal einige Zahlen in die Debatte bringen, die man nicht mit Recht einfach als Propaganda abtun kann. Lt. Tagesschau 24 haben 2024 die Nato-Länder ohne die USA 507 Milliarden US $ für das Militär ausgegeben. Rußland kommt nach statista.com im selben Jahr auf 149 Milliarden US $. Die Bevölkerung Rußlands liegt 2024 bei 143,27 Millionen, die der EU 27 bei 450 Millionen. In beiden Bereichen nimmt die Bevölkerung ab, Rußland fehlen zusätzlich die vielen jungen Männer, die beim Überfall auf die Ukraine gefallen sind oder verstümmelt wurden. Das BIP Rußlands wird für 2024 mit 2,008Billionen US $ angegeben, das der EU 2025 mit 18,78 Billionen.
    Das ergibt für die Nato ohne USA eine Überlegenheit von 3,4 zu 1 bei den Militärausgaben. Bei Einwohnern steht das Verhältnis wie 3,14 zu 1 zugunsten der EU 27. Wird die Wirtschaftskraft der EU zu der Rußlands ins Verhältnis gesetzt ergibt sich eine EU-Überlegenheit von etwa 9 zu 1. In allen 3 Bereicchen zeigt sich eine dramatische Unterlegenheit Rußlands und die Nato-Militärausgaben ohne die USA lagen mit 507 Milliarden US $ noch weit vor denen Chinas und damit allein betrachtet an 2. Stelle in der Welt nach den Ausgaben der USA für das Militär. Tatsache ist auch, dass Rußlaand in fast 4,5 Jahren Krieg gegen die Ukraine keinen entscheidenden Durchbruch erringen konnte. Für mich ist es in dieser Situation auch absolut fraglich, warum die Militärausgaben auf 5% des BIP gesteigert werden sollen, das wären dann, Stand 2024 als Berechnungsgrundlage, 939 Milliarden US $. Wer ist übrigens wie auf diese 5% gekommen ? Darauf kenne ich bislang keine belastbare Antwort und schon gar nicht von den einseitig aufrüstungsorientierten Befürwortern, die wären den Beleg zuerst schuldig !
    Eine unglaubliche Summe, die etwa für den Klimaschutz, die soziale Friedensvorsorge, den Artenschutz und für die Schaffung einigermaßen erträglicher Lebensverhältnisse in der Welt fehlt.
    Es gilt die Binsenweisheit, dass über Frieden mit dem Feind und nicht mit dem Freund verhandelt werden muß. Es gilt auch die Binsenweisheit, dass natürlich jedwede Aufrüstung vom potentiellen Gegner als Bedrohung empfunden wird und sich damit eine verhängnisvolle Rüstungsspirale in Gang seltzt. Dass wir für den Frieden aufrüsten müssen ist mir als ehemaligem DDR-Bürger sattsam bekannt. Dass, wer den Frieden will für den Krieg rüsten muß, haben schon die Militaristen des Römischen Reiches behauptet. Diese Art der Friedensbewahrung und Kriegsverhinderung funktioniert schon ebensolange nicht. Früher gab es einmal Abkommen zur Rüstungsbegrenzung, nicht alle hat Rußland gekündigt. Wir brauchten sie heute wieder dringend statt ständiger Kriegsrethorik. Friedensvorsorge ist der anstehende Ernstfall und nicht grenzenlose Aufrüstung, die unserem ganzen Planeten zum Verhängnic wird.

  21. Prof Dr. Rainer Eckert
    Lieber Christian,
    grundsätzlich bin ich mit Deiner Einschätzung Trumps einverstanden. Auch das Umschmeicheln Trumps durch westliche Regierungschefs ist widerlich. Allerdings bedrohen uns nicht die USA mit einem atomaren Erstschlag, sondern Putins Russland macht das. Auch hat Putin, ein Massenmörder, die Ukraine überfallen lassen. Deshalb fühlen sich andere westliche Staaten bedroht und auch die Aufrüstung der Bundeswehr ist nötig – um den Frieden zu sichern und nicht um einen Krieg vom Zaun zu brechen. Das scheint mir ein klarer Zusammenhang zu sein, den manche Menschen in Deutschland, die sich selbst als Linke verstehen, nicht akzeptieren können und wollen. Auch hat Israel nicht grundlos den Gaza-Streifen, den Libanon oder den Iran angegriffen, sondern wird von dort in seiner Existenz bedroht und sei Jahren mit Raketen beschossen. Hier ist Solidarität mit dem Judenstaat die einzige möglich Haltung – besonder für Deutschland. Beste Grüße Dein Rainer

    1. Lieber Rainer, ich stimme Dir in der Beurteilung Putins absolut zu. Darum habe ich zu einem frühen Zeitpunkt vom „Zangengriff“ gesprochen, in den Europa zwischen Trump-USA und Putin-Russland geraten sind. Ich stimme Dir auch zu, dass angesichts der Bedrohungslage die Bundeswehr erneuert werden muss. Wo ich Dir widersprechen möchte, sind zwei Punkte:
      1. Die jetzt in Gang gesetzte, maßlose, weil unbegrenzte militärische Aufrüstung ohne jede Abrüstungsinitiative und nur unter dem Gesichtspunkt „Kriegstüchtigkeit“ ist fatal. Derzeit ist die Aufrüstung völlig entkoppelt von jeglicher Friedensinitiative. Sie bereitet denen den Weg, die in Konfliktsituationen nur die Kriegsvariante kennen. Die Posse um die angebliche Kontaktaufnahme von EU-Ratspräsident Costa mit dem Kreml spricht Bände.
      2. Die Politik der Netanjahu-Regierung war und ist ausgerichtet auf eine bewusste Verhinderung jeder langfristigen Friedenslösung im Nahen Osten. Es ist doch absurd: das Iran-Abkommen aus dem Jahr 2015, das Netanjahu von Anfang an torpediert und bekämpft hat, ist wesentlich besser als das Abkommen, über das nun nach einem Krieg Israel/USA gegen den Iran verhandelt wird. Seit Jahrzehnten wird im Nahen Osten insbesondere von den USA eine Politik der verbrannten Erde betrieben. Das muss ein Ende haben. Eine „Solidarität“ mit der Netanjahu-Regierung ist für mich völlig ausgeschlossen, weil diese allen Werten widersprechen würde, die ich vertrete, und weil die Politik Netanjahus und seiner rechtsradikalen Minister derzeit das Existenzrecht Israels, das für mich unverhandelbar ist, mehr als gefährdet. Lies doch mal bitte das höchst aufschlussreiche Interview mit dem ehemaligen Botschafter Israels Shimon Stein in der aktuellen Ausgabe der ZEIT.
      Beste Grüße, Christian

  22. Nun hat man sich gefreut über einen gewandelten Wolff – und schon verfällt er wieder in seine üble Propaganda und Banalität:
    Er beschreibt uns die Lage und bringt dabei weder für uns noch bezüglich seiner bekannten Meinung auch nur ein Iota Neuigkeit.
    Er bringt seine üblichen unbelegten und absurden Vorurteile bezüglich der von ihm wahrgenommenen Korruption (Rüstungsindustrie) und seine kenntnis- und kriterienlose Abneigung gegen notwendige Verteidigung und ihre Planung und Umsetzung.
    Er beschreibt die Gegenwart in bekannter Oberflächlichkeit und vergisst darüber den Versuch, einmal inhaltliche Verbesserungsvorschläge zu machen.
    Und mit allem diesem isoliert er sich auch noch in seiner eigenen Partei, die in allen diesen – und vielen anderen – Punkten eine deutlich realistischere und vernünftigere Position vertritt, wenn man von Retro-Mitgliedern wie Fahimi oder Bas absieht.
    „Schmeicheln und Buckeln“ mag er nicht, zu Recht. Aber das sollte er mal seinem Dresden Jünger sagen, dessen Lobhudelei auf genau dem kritisierten Niveau ist, wie seine Dresdner-Allerlei-Beiträge und Gerhard-Hauptmann-Gesangsauszüge zeigen, die jedenfalls zu politischen Fragen nichts hinzufügen.
    Da sollten Sie, lieber Herr Wolff, doch besser mal die Halbwahrheiten korrigieren, wie zB Aussagen unseres BSW-Vertreters, nach denen die Rentenversicherung trotz stetig verschlechterten Verhältnisses zwischen Einzahlern und Empfängern nicht zusammengebrochen sei. Seit 2000 liegt der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung bei über 20% von deren Einnahmen, für 2026 sind 128 Milliarden Zuschuss eingeplant. In anderen Worten: Die Rentenversicherung IST längst zusammengebrochen.
    Wie oft, Herr Wolff, muss man Ihnen denn noch sagen, dass Ihre Forderung „Die Aufgabe demokratischer Gesellschaften aber ist, dass wir die Bedingungen dafür schaffen, nach innen und außen friedliches Zusammenleben zu gestalten und dieses – so nötig – unter Beachtung des Lebensrechtes eines jeden Menschen zu schützen“, dass diese RICHTIGE Forderung nur über die Vorbereitung einer Verteidigung eben dieser Bedingungen durch gesellschaftlichen Konsens zu dieser Notwendigkeit UND über eine starke materielle und personelle Verteidigungsfähigkeit gewährleistet werden kann. Traumtänzer sind gefährlich – und in dieser Kategorie schwimmen Sie, jedenfalls solange Sie diese Bedingungen nicht glaubwürdig anders definieren und mit Inhalt füllen können!
    Und unabhängig davon: Ralph Brinkhaus, ehemaliger Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, hielt neulich (12.06.) dort in der Debatte zu KI eine bemerkenswerte Rede, in der er feststellte, dass wir (deutsche Politik und Gesellschaft) „ständig versuchen, die Gegenwart zu optimieren und darüber verpassen, die Zukunft zu gestalten“. Sie, Herr Wolff, machen nicht einmal den Versuch, die Zukunft zu gestalten. Und diese ist: Wir brauchen keine weiteren Beschreibungen der Persönlichkeit Trumps; die Vernünftigen unter uns wissen, dass Verteidigungsfähigkeit Voraussetzung für die o.a. „Bedingungen“ sind; die Realisten wissen, dass unsere Sozialsysteme nicht mehr finanzierbar sind und in die Verantwortung des Individuums zurückkehren müssen (mit wenigen Ausnahmen) – und dass wir uns über Fragen Gedanken machen müssen, wie sie Brinkhaus ansprach: Eine zB war, wer eigentlich in der 2. Hälfte des Jahrhunderts unseren Sozialstaat finanzieren soll, wenn die Hälfte der augenblicklichen Arbeit von KI erledigt wird, KI aber keine Steuern zahlt.
    Also, lieber Herr Wolff, schreiben Sie doch bitte mal was Substantielles, verbitten Sie sich mal Schmeichelei und Buckelei und schauen Sie lösungsorientiert in die Zukunft, anstatt in Murmeltierschleifen im Bejammern der Gegenwart zu verharren.
    Mit herzlichem Gruß,
    Andreas Schwerdtfeger

  23. „Irrsinnsbeträge für die Hardware dieser Kriegs- und Bereicherungspolitik, nämlich Rüstung, ausgeben – ohne zu wissen, in welche Hände diese Zerstörungsinstrumente eines Tages geraten?“
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    Ob die jetzt geplanten Rüstungsausgaben der Europäer „Irrsinnsbeträge“ sind, müsste noch nachgewiesen werden. Jedenfalls muss der Rückzug von Teilen der Amerikaner aus Europa und die vagen Zusagen der gemeinsamen Verteidigung im Bündnisfall halbwegs kompensiert werden. Das Risiko, dass Waffen in die falschen Hände geraten, besteht immer; diese Argumentation kann aber nicht dazu dienen, die notwendige Aufrüstung zu unterlassen.

    1. Kein Ausgabenbereich ist so anfällig für Korruption wie die Rüstung. Und: Wenn „Irrsinnsbeträge“ für die Rüstung nachgewiesen werden sollen, dann möchte ich auch gerne wissen, was denn an Aufrüstung tatsächlich „notwendig“ ist.

  24. Frieden zu erringen ,zu stiften helfen und zu halten versuchen ist und bleibt ein mühseliger ewig andauender Prozess, der Beharrlichkeit , Geduld und Unerschütterlichkeit diesbezüglich von uns verlangt, jeden Tag. Gerade auch wir Christen waren in der langen menschlichen Geschichte , bei Gott nicht immer auf der Seite der Friedensstifter, haben uns ( wir stehen ja nun mal in dieser Tradition!) häufig genug von machtgierigen, wortgewaltigen „ Ver-Führern“ anstecken lassen oder zur Komplizenhaftigkeit verführen lassen . Es ist unser eigenes sehnsüchtiges Empfinden nach Geltung , dass uns verführbar macht. Im Mutterleib haben wir im besten Fall -(bei Gott nicht alle, nur die, die rücksichtsvolle , liebenswerte , einfühlsame Mütter erlebt und keine missbrauchten oder vergewaltigten Mütter erlebt haben) ein geschenktes Paradies erlebt. Ab der Geburt sind wir weiter auf Eltern angewiesen, die einander bedingungslos lieben und achten können… so oft kommt dieses Glück nicht vor. Schon im Mutterleib werden die Weichen gestellt , ob wir genügsam, bescheiden und mutig zum beharrlichen Widerspruch werden können in Bedrängnis. Sehr früh entscheidet sich, ob wir mutige und beharrliche Mitmenschen werden und bleiben können. Die Menschen, die sich von Sprücheklopfern verführen lassen können, haben keine „sichere Bindung“ im Prozess ihres Menschwerdens erleben dürfen. Leider hat die „Aufklärung“ ( „lumière“ sagen die Franzosen dazu)auch nicht wesentlich dazu beitragen können, kritisch und offen, menschenfreundlicher werden zu können und zu bleiben. „Bildung“ heißt oft, so scheint es mir :Wissensbildung und deutlich seltener Herzensbildung. Ich wage die Behauptung, ( da sie mir so sehr oft unter Menschen in Auseinandersetzungen erlebbar geworden) dass Herzensbildung gegenüber Unverschämten , dreisten Schwätzern und Verführern eher Immunität erzeugen kann. Alle bescheidenen, wachen , urteilsfähigen menschen – und gottesfreundlichenMenschen , von denen ich Kenntnis habe, zeigen alle einige Merkmale, auch und gerade unter Belastung oder empfundener Bedrohung: Nachdenken, sich informieren, nachfragen , sich immer der eigenen Begrenztheit, Widersprüchlichkeit und Fehlbarkeit bewusst sein und der Klarheit, dass wir mit der Geburt das Paradies verlassen haben. Ab dann müssen wir mit unserer Unzulänglichkeit zurecht kommen. Damit habe ich sehr viel an Beschäftigung zu erledigen. Aber Trump oder die AFD sind für diese Menschen nicht anziehend .

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