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Zum 20. Juli 2026 – 82 Jahre danach

Die AfD verschweigen? Sich ihrem möglichen Erfolg bei den kommenden Landtagswahlen ergeben? Sie einfach machen lassen und hoffen, dass es nicht so schlimm kommen wird? Ein gefährliches Spiel! Denn es bedeutet: sich auch nicht mehr um das kümmern, was Menschen umtreibt und bewegt, einer Partei ihre Stimme zu geben, die die Bedingungen beseitigen will, die ihr ihre politische Existenz erst ermöglicht hat, die freiheitliche Demokratie. Die Blaupause dessen, was uns bei einer möglichen Regierungsübernahme der AfD droht, liegt 80 bis 100 Jahre zurück. Darüber müssen wir reden, debattieren – zumal es dem jetzigen Ehrenvorsitzenden der rechtsnationalistischen AfD, Alexander Gauland, 2017/18 vorbehalten war, zwei Anknüpfungspunkte seiner Partei an den Nationalsozialismus programmatisch und mit nachhaltiger Wirkung zu formulieren:

  • Zum einen erklärte er am Abend der Bundestagswahl 2017 in schneidigem Ton: „Wir werden sie jagen, wir werden Frau Merkel und wen auch immer jagen – und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen.“ Das ist – wie der Schauspieler Matthias Brandt in seinem Buch „Nein sagen: Über den 20. Juli 1944, meine Eltern und persönliche Verantwortung heute“ richtig feststellt – „SA-Rhetorik“, also eine Sprache, die den- und diejenige, die anders leben, denken, Politik betreiben, auf Dauer ausschalten will. Gleichzeitig insinuiert diese Rhetorik, es gebe ein Recht der „Opfer“, die „Täter“ zu beseitigen, möglichst einzusperren oder an die Wand zu stellen. Man denke an die Plakate bei den sog. Corona-Demonstrationen, die Regierungspolitiker:innen in Sträflingskleidung hinter Gittern darstellten oder an den Galgen bei Pegida-Demos 2015ff, an dem die Namen von Angela Merkel und Sigmar Gabriel baumelten, oder zuletzt an die Gewaltaufforderungen gegen der früheren und dem jetzt amtierenden Bundeskanzler:in Angela Merkel und Friedrich Merz („an die Wand stellen“ bzw. einen Stauffenberg suchen, der Merz erledigt) des Kabarettisten Uwe Steimle auf einer AfD-Promotion-Veranstaltung mit Tino Chrupalla und Ulrich Siegmund.*
  • Zum andern sagte Gauland 2018 auf dem Bundeskongress der damaligen Jugendorganisation der AfD „Junge Alternative“: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte. … Wir haben eine ruhmreiche Geschichte – und die, liebe Freunde, dauerte länger als die verdammten zwölf Jahre.“ Damit relativiert Gauland nicht nur das Terrorregime der Nazis, er klammert auch alles aus, was zum Nationalsozialismus geführt hat – entzieht dies damit der Kritik und macht so die völkisch-rassistische Ideologie der NSDAP für die AfD wieder anschlussfähig.

Die AfD ist seit 2017 Gauland auf diesem ideologischen Annäherungskurs an den Nationalsozialismus konsequent gefolgt -und hat damit einen gefährlichen Gewöhnungsprozess in Gang gesetzt, dem inzwischen immer mehr Medien erliegen. Damit hat die AfD auch den Bürger:innen wieder Sprache und politische Beheimatung gegeben, die immer schon oder nun erst recht im Innersten dieser Ideologie anhingen. Das offen völkisch-rassistische Programm der AfD in Sachsen-Anhalt macht deutlich, wie weit dieser Prozess gediehen ist. Der AfD geht es in erster Linie nicht darum, innerhalb des demokratischen Spektrums die Lebensverhältnisse der Menschen, die in Deutschland leben, zu verbessern. Das würde ein Bekenntnis zu gesellschaftlicher und kultureller Vielfalt und demokratischer Offenheit beinhalten. Sie will ein Deutschland schaffen, dass völkisch und kulturell homogen wird und keine Abweichungen mehr duldet. Deswegen liegt ein Schwerpunkt der politischen Absichten auf dem Austrocknen von zivilgesellschaftlichen Organisationen, den „Kirchensteuerkirchen“, den NGO’s. Dabei orientiert sich die AfD aktuell an der Politik Viktor Orbáns (inzwischen in Ungarn abgewählt), Donald Trumps, Wladimir Putins. Wer also wissen will, was die AfD vorhat, der muss nur aufmerksam verfolgen, was die drei politischen Vorbilder mit der AfD verbindet: Autokratismus, offene Korruption zur Bereicherung der eigenen Klientel, Gewaltpolitik nach innen und außen. Alle drei bestärken eine Opfermentalität, in die sich zu viele Bürger:innen flüchten und sich deswegen nur noch als ungerecht Behandelte erleben. Diese Opfermentalität wird genutzt, um auf der einen Seite die „Alt“- bzw. „System“parteien, die Regierenden, die staatlichen Organe zu delegitimieren und zum andern die Gewaltbereitschaft gegen die „Täter“ zu fördern.

Über diese perfide Strategie der AfD und ihrer Vorfeldorganisationen müssen wir gerade jetzt sehr offen und klar reden – und zwar mit denen, die mit dem Gedanken spielen, die AfD zu wählen. Wir müssen aber genauso entschieden die AfD als in der Tradition mit der NSDAP stehend stellen. Das Verharmlosen eines Auftritts wie dem von Uwe Steiml ist genauso unerträglich, wie die noch immer übliche Übernahme von AfD-Narrativen durch Teile der demokratischen Parteien. Darum ist auch die Option eines Verbotsantrags der AfD nach wie vor auf der Tagesordnung! Denn die AfD ist in ihrem Wesen verfassungswidrig!

Doch am Wichtigsten bleibt, dass die demokratischen Parteien alles tun, um das Vertrauen der Bürger:innen in die freiheitliche Demokratie zu stärken. Das kann aber nur geschehen, wenn wir insgesamt den Wert des Vertrauens als Säule der Demokratie wieder in den Mittelpunkt von Bildung, Erziehung und Politik stellen. Dass sich damit etliche Politiker:innen derzeit sehr schwertun, zeigt die Causa Jens Spahn auf ernüchternde Weise. Er möge jetzt seinem Sohn all das mitgeben, was diesen vor den Fehltritten bewahrt, die den politischen Lebensweg des Vaters zuhauf markieren. Vertrauen setzt voraus, dass ich in jedem Menschen die Möglichkeit erkenne, dass dieser seinen:ihren Teil zum gemeinschaftlichen Leben beitragen kann. Diesen Teil wachsen zu lassen, zu fördern, anzuerkennen, ist die Aufgabe von Politik. Natürlich können Menschen scheitern. Aber im politischen Wettstreit sollte nicht das Scheitern, der Missbrauch im Vordergrund stehen, sondern das Gelingen. Dieses hat aber eine Voraussetzung: die Würde des Menschen, jedes Menschen zu achten. In dieser Hinsicht müssen sich die Überschriften der demokratischen Parteien dringend ändern: Europäische Friedenspolitik statt Kriegstüchtigkeit; sozial gerechte Teilhabe statt Missbrauchsverdächtigungen; Klimaschutz statt blindes Weiterso; Förderung der gesellschaftlichen Vielfalt statt Angst vor dem Fremden – und dies eingebettet in eine für jede:n erstrebenswerte Zukunftsvision, die zum Mittun anregt. In dem Moment, wo dies strategisch umgesetzt wird, sehen diejenigen, die schneidig die Ausgrenzung aller sie störenden Menschengruppen fordern und eine völkische Homogenität beschwören, plötzlich sehr alt aus. Diese Hoffnung zu stärken, sollte im Mittelpunkt des 20. Juli 2026 stehen.

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* Nachtrag
Die Ungeheuerlichkeit der Aussage von Uwe Steimle „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal: Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht.“ wird einem an einem Tag wie diesen 20. Juli 2026 erst richtig bewusst: Da redet ein Steimle nicht nur einen Attentäter für Friedrich Merz herbei und verbreitet damit die Vorstellung, Deutschland kann sich von einem solchen „Tyrannen“ nur durch seine Tötung „befreien“; unterschwellig sagt Steimle, dass 1944 Stauffenberg nicht „wirklich“ gebraucht wurde, jetzt aber umso mehr – also Merz schlimmer als Hitler! Wie verroht und geschichtsvergessen muss man sein, so etwas öffentlich zunsagen und sich feixend anzuhören!

51 Kommentare

  1. Liebe Leserinnen und Leser, die Debatte über den Erfolg der Rechts- und Linkspopulisten in Deutschland ist aus meiner Sicht bei den Ursachen angekommen: die jeweils persönliche Haltung unmenschlichen Gesellschaftsformen gegenüber und denjenigen, die es auf sich nehmen, Widerstand zu leisten.

    Ich steige aus diesem Forum aus und widme mich wieder den praktischen Dingen. Ein Ereignis erzähle ich zum Schluss in Kurzfassung: Ein ehemaliger Systemträger der DDR lädt mich zu sich nach Hause ein, weit im Osten Mecklenburg-Vorpommerns dicht an der Grenze zu Polen, um über Gott, die Welt, die Deutsche „Demokratische“ „Republik“, ihren Untergang und über die deutsche Einheit zu sprechen. Unter gegenseitiger Achtung tauschen wir unsere Positionen aus.

    Im Wohnzimmer, wo sich auch das Gästebett befindet, nimmt ein großes Bücherregal die längste Wand ein. Die gesammelte Literatur befasst sich ausschließlich mit der Politik der DDR und der deutschen Einheit. Ich frage, ob ich darin stöbern darf. Mein Gastgeber zieht ein Buch heraus und drückt es mir in die Hand. „Der Mann, der die DDR retten wollte“. Der Autor ist Alexander Schalck-Golodkowski. Es ist von ihm persönlich signiert. Ich zitiere daraus:

    „Das System des real existierenden Sozialismus hatte nach 40 Jahren abgewirtschaftet und war nicht reformierbar. Die inneren Widersprüche waren unauflöslich. Ich denke an die Diskrepanz zwischen dem politischen Führungsanspruch und seiner Entfremdung von den Realitäten unseres Staates. Die deutsche Wiedervereinigung war, alles in allem, ein Glücksfall. Zwar hat es nicht wenige Verlierer gegeben, zu denen ich in gewissem Sinne zähle. Doch wesentlich mehr Menschen, und langfristig vor allem den jüngeren, wurde eine Zukunft eröffnet, die sie in der DDR nicht gehabt hätten. Ohne die Bundesrepublik hätte Ostdeutschland mit noch viel größeren Schwierigkeiten zu kämpfen, als es heute der Fall ist. Das zeigt schon der Blick auf die Situation anderer ehemaliger sozialistischer Länder.“

    Unser Gespräch zieht sich bis zur Mitternacht hin. Mein Gastgeber sagt: „Als junger Mensch bin ich aus einem Krieg gekommen und habe Schlimmes erlebt. Ich wollte dabei sein, eine neue, menschenwürdige Gesellschaft aufzubauen. Doch wir haben nicht gemerkt, als wir falsch abgebogen sind.“

    Plötzlich geht mein Gastgeber zum Küchenschrank, zieht ein Schubfach auf, holt ein großes Küchenmesser hervor und hält es mir während des Gesprächs von hinten an die Kehle: „Fünfhundert Meter von hier befindet sich ein Moor. Dort findet Sie kein Mensch.“

    In diesem Moment bin ich heilfroh, dass ich ihm die Adresse entlockt habe, die ich auf einem Zettel zu Hause hinterlassen habe. Ich antworte gelassen: „Ich habe keine Angst.“ Daraufhin legt er das Messer wieder weg. Was wäre geschehen, hätte ich Angst gehabt?

    Auf dem Gästebett kann ich gut schlafen. Am nächsten Morgen bringt mich mein Gastgeber zur Bahn nach Neubrandenburg. Wir verabschieden uns mit gegenseitiger Achtung. Eine Woche später erhalte ich von ihm eine E-Mail. Ich lese, er hat es versucht, sich mit seiner Vergangenheit kritisch auseinanderzusetzen. Doch er hat es aufgeben. „Es schmerzt zu sehr.“

    Fragen mich junge Menschen, wie es denjenigen heute geht, die damals „mit wehenden Fahnen“ dabei waren, erzähle ich diese Geschichte.

    Ich bedanke mich bei allen Foristen für die teils heftigen, doch wohl wichtigen Debatten. Mein besonderer Dank gilt Chrisitan Wolff. Seine Unermüdlichkeit, diesen Blog von morgens bis abends zu betreiben, ist beispielhaft. Wir bleiben in Kontakt, versprochen.

  2. Die zunehmende Verrohung  im Ton mancher Debattenbeiträge macht mir große Sorgen angesichts der anstehenden Landtagswahlen!
    Kommen dann noch gezielte (m.E. bewusst aufgestellte) Falsch-Behauptungen dazu („wollen Sie Lerchner mit dem Herrenmenschenvorwurf in die Naziecke schieben“?), geraten wir gefährlich nahe an den Wahlkampf-„Stil“ der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts.
    Natürlich  kann man für „Jedem das Seine“, „Herrenmenschen“, oder andere einschlägige Begriffe auch eine historische Apologetik aufzeigen; seit dem „tausendjährigen Reich“ sind sie aber derart kontaminiert, dass man sie unbedingt (zumindest heute und in überschaubarer Zukunft) nicht wieder „unschuldig“ benutzen sollte! Vor allem auch, weil die unsägliche AfD genau auf dieser Welle reitet.

  3. Lieber Herr Schwerdtfeger, dieser Beitrag ist nichts für Sie. Sie würden sich langweilen. Herr Breuer: Vorsicht, unübliche Wortwahl! Herr Lerchner: Es handelt sich um die Schilderung eines persönlichen Erlebnisses.

    Auf dem Marktplatz in Neustrelitz haben sich an einem Montagabend des Jahrs 2023 etwa 500 Menschen versammelt. Der NDR filmte. Ich gesellte mich dazu, um zu erfahren, worum es ging. Einer der Anwesenden nahm mich als Fremdling wahr und fragte: „Bist du Ossi oder Wessi?“ Ich habe nicht darauf geantwortet. Der NDR berichtete tags darauf im Nordmagazin. Er fasste sich kurz.

    Ein Jahr darauf an demselben Ort zur gleichen Zeit sind nur noch 30 Teilnehmer dieser Veranstaltung anwesend. Als die Glocken der Stadtkirche nach sieben Uhr abends ihr Läuten beenden, hebt die Rednerin auf dem Rondell des Marktplatzes zum Sprechen in das Mikrofon an. Sie zitiert aus einem farbig gedruckten Magazin, das sie in den Händen hält. „Ampel abschalten! Kriegstreiber! Wir wollen Frieden! Frieden für die Ukraine! Stoppt den Krieg! Diplomatie statt Waffen!“

    Jemand hält eine Flagge in den blaugelbroten Landesfarben mit einem falsch zusammengesetzten Wappen des seit 1918 nicht mehr existierenden Herzogtums Mecklenburg-Strelitz, an anderer Stelle weht eine blaue Fahne mit einer weißen Taube. Am Rednerpult lese ich auf einem großen, runden Aufkleber „Freiheitsboten. Wir für Freiheit. Neustrelitz“. Die Rednerin beruft sich auf ein YouTube-Video eines Professors, den sie namentlich nennt und der sich wiederum auf Zahlen des Statistischen Bundesamts stützt. Nach dem Ende ihrer Ansprache frage ich, ob ich etwas sagen darf. „Bitte. Das Mikrofon ist für alle offen.“

    Ich stelle lediglich die Frage, ob sie die Zahlen des Professors, auf die sie sich beruft, noch einmal geprüft hat. Aus dem Publikum höre ich Buhrufe. Jemand sagt, dass die Zahlen des Statistischen Bundesamtes ohnehin manipuliert seien, beißt sich aber sofort auf die Zunge, als ihm klar wird, dass er damit auch die Aussagen der Rednerin und des mit ihr verbündeten Professors infrage stellt, die er gerade mit Beifall belohnt hat.

    Ich habe verstanden, welche Teile der Bevölkerung sich seit einigen Jahren jeden Montagabend zusammenfinden und sich anmaßen, „Wir sind das Volk!“ zu rufen. Ich fange einige Impressionen ein. Eine Frau kommt auf mich zu und verbietet mir, zu fotografieren. Ich sage: „Das ist doch eine öffentliche Veranstaltung, die hoffentlich angemeldet ist. Dabei ist das Fotografieren grundsätzlich erlaubt. Sie wollen doch, dass Ihre Botschaften in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Das habe ich eben von der Rednerin selbst erfahren. Sonst hätte diese Demo doch keinen Sinn.“ Sie stellt sich unmittelbar vor mich, hält ihre Hand vor die Kamera und sagt: „Ich fühle mich bedroht, wenn Sie fotografieren.“ Ich muss lachen. „Ich fühle mich bedroht, wenn Sie mich mit Körpereinsatz am Fotografieren hindern. Ich tue doch niemanden etwas.“

    Drei weitere Demonstranten bauen sich bedrohlich vor mir auf. Ein recht durchsetzungsstark wirkender Mann sagt: „Ich bin von der Bundespolizei“, und nennt seinen Namen. „Wenn Sie nicht sofort vom Platz verschwinden, rufe ich die Polizei!“ Ich antworte: „Dieses ist ein öffentlicher Platz. Ich habe Ihren Namen nicht verstanden. Würden Sie ihn bitte wiederholen?“ Ich komme nicht mehr dazu, ihn nach seinem Ausweis zu fragen. Jetzt schweigt er, weil ihm wohl bewusstwird, dass er als Beamter des Staates, sofern er einer ist, seinem Arbeitgeber gegenüber zur Loyalität verpflichtet ist. Auf einer solchen Demo hätte er gar nichts zu suchen.

    Es erscheint tatsächlich ein Polizist und fragt: „Was ist hier los?“ Er ist einer der beiden, die jeden Montag diese angemeldete Veranstaltung sichern. Er nimmt mich nicht fest, sondern wir entfernen uns gemeinsam von den Versammelten. „Die sind wie eine Sekte“, erzählt er. „Die wollen Recht haben. Andere Meinungen lassen sie nicht zu.“ Ich klopfe den Polizisten auf die Schulter, wünsche einen friedlichen Abend und sage: „Ich wollte nur mal wissen, wie sich diese Leute verhalten, wenn es wirklich um Freiheit, Frieden und Diplomatie geht.“

    Meine persönliche Schlussfolgerung: „Herrenmenschen“ und „Besserossis“ haben sich vereint, um gegen etwas zu sein. Wofür sie wirklich sind, prägt sich gerade erst heraus. Nach dem Sturz der Monarchie 1918 erlangte Mecklenburg-Strelitz als erster und kleinster Freistaat Deutschlands politische Autonomie. Der Landtag verabschiedete die fortschrittlichste Verfassung dieser Zeit. 1933 lösten die Nationalsozialisten diesen Staat auf. Erst seit 1990 ist diese Region wieder eine Demokratie.

    1. Den Artikel (wesentliche Teile davon) haben Sie vor einiger Zeit hier schon einmal veröffentlicht.
      So gut war er nun auch wieder nicht,dass er 2X gepostet werden muß. Der Artikel vom 27. Juli 8:21 war ja wohl auch nur eine 2. Verwertung von irgendwoher.
      Schreiben Sie doch bitte nur, wenn Sie wirklich was essentieles zu sagen haben.
      Bis zur nächsten Antwortflut
      E.Breuer

  4. DANK, lieber Michael – Deinem jüngsten Beitrag stimme ich voll zu! Bleiben wir allesamt trotz temporärer Hitze (nicht nur klimatisch) kühl und besonnen und engagiert im Alltag. genau das treibt uns um, eben auch Christian! Machs gut, wir sehen uns – der Jo.Flade mit Grüßen nach Leipzig (ich bin kein Papagei, vielmehr ein Homo sapiens…)

  5. Ein Zwischenruf:

    Am Montag, 27.7. fand am Bach-Denkmal vor der Thomaskirche ein Konzert mit der wunderbaren Uschi Brüning statt; leider gleich zu Beginn und zum Ende hin, von Regenschauern unterbrochen.
    Wir hatten Gäste aus Halle, Berlin und Leipzig, die spontan noch fast drei Stunden danach im lockeren Gespräch in einem Restaurant in unmittelbarer Nähe bei Wein und Snacks zusammensaßen…
    Ost/West – Erfahrungen, die anstehenden Landtagswahlen, aber auch Bayreuth, Bregenz, Salzburg, die jeweilige berufliche Vergangenheit (in Oper, Ballett, Malerei, Journalismus, Marketing), oder persönliche Wehwehchen wurden unaufgeregt, in gegenseitigem Respekt angesprochen. Niemand musste/wollte sich profilieren, Kontaktdaten wurden ausgetauscht (viele waren sich zuvor nie begegnet).

    Leider gerät dieser Aspekt in diesem Blog immer öfter in den Hintergrund.

    UND  DAS  LIEGT  NICHT  AN  CHRISTIAN  WOLFF.

    Wir alle sollten uns vielmehr an die eigene Nase fassen!

    Ja, wir leben in einer schwierigen Zeit:
    Ökologische und ökonomische Transformation ist dringend geboten.
    Die Demokratie ist auch bei uns in Gefahr.
    Soziale und Verteilungs(un)gerechtigkeiten belasten nachfolgende Generationen immer mehr.
    Schuldzuweisungen, Ausgrenzung, Nationaltümelei vertiefen bereits bestehende Gräben.

    Trotz all dem können wir einigermaßen stolz auf das Erreichte sein, sollten uns nicht an Ost/West-Bashing, oder gar apokalyptischen Untergangsszenarien beteiligen.
    Und schon gar nicht an gegenseitigen Beleidigungen oder Überlegenheitsphantasien…

  6. Lieber Herr S. Wittenburg – Einspruch Euer Ehren! Ich formulierte an anderer Kommentar-Stelle, dass man Links + Rechts, Linksextremismus + Rechtsextremismus per definitionem nicht identifizieren sollte. Aber klar: Extremismus ist absolut abzulehnen!!! Und Steimle ein Linksextremist? Wohl ganz sicher nicht! Extremist ja, Links nein. Er ist einfach nur bescheuert und zu klein geraten, und er hat offensichtlich Persönlichkeitsprobleme, wird als Darsteller, welcher „Kunst“ auch immer, längst nicht mehr engagiert und suhlt sich eben dann ersatzhalber bei den Chrupallas & Co., um seinem Hang zur verbal gewaltbereiten Selbstdarstellerei zu befriedigen. Seine öffentlichen Äußerungen sagen über seine Geistestruktur alles. Und wenn sich die AfD auch noch mit solchen Kreaturen vereinigt, na dann sind weitere Erklärungen unnötig und definieren eindeutig den Geist dieser Truppe. Jo.Flade

  7. In einem Kommentar lese ich: „Die Verlierer der Geschichte hingegen – ich gehörte damals zu denen – mussten mit fundamentalen Schocks zurechtkommen, mit sich ernsthaft ins Gericht gehen und waren gefordert, sich neuem Denken zu öffnen, wollten sie aufrecht weiterleben. Deshalb haben manchmal diese Leute Ihnen etwas voraus.“

    Das ist eine menschliche Aussage, die ich nachvollziehen könnte, wenn am Ende nicht dieser „Herrenmensch“ oder der „Besserossi“ durchschimmerte. Und sie ist nur die Hälfte der Geschichte, die auch Dirk Oschmann in seinem Bestseller geschichtsklitternd darstellt und hunderttausenden „Ostdeutschen“ aus der Seele zu sprechen scheint. Diejenigen, die nicht nur in der DDR, sondern in ganz Osteuropa Revolutionen gegen eine Macht einleiteten, deren Zentrum bis heute Moskau ist, mussten bereits zuvor mit fundamentalen Schocks zurechtkommen – und auch danach.

    Sie mussten nicht mit „neuem Denken aufrecht weiterleben“, sie hatten sich ihr humanistisches Denken und Handeln in einem System der systematischen Umerziehung sowie unter Androhung und Erduldung von Gewalt – bis hin zu Menschenhandel und Mord aus ideologischen Gründen – bewahrt. Das ist der Unterschied zu den heutigen rechten und linken Populisten, die erneut fundamentale Schocks auslösen. Sie streben eine Macht an, die auf Gewalt und Unterdrückung beruht.

    In einem Kommentar lese ich: „Ist es wirklich so befriedigend, ewig auf der Leiche des Stalinismus herumzutanzen?“

    Ich wünschte, dieses Thema wäre erledigt. Dem ist leider nicht so. Ich erinnere daran, dass Hitler und Stalin – die Alleinherrscher des Kapitalismus, Nationalsozialismus und Faschismus sowie des Sozialismus, Kommunismus und Marxismus-Leninismus – am 23. August 1939 einen Pakt schlossen, in dem sie ihre gemeinsamen Interessen vereinbarten – und anschließend mit extremer Gewalt umsetzten. Er scheint bis heute gültig zu sein.

  8. Liebe Leserinnen und Leser, ich erinnere daran, dass ein Teil dieser Debatte die Nationalhymne der DDR war, die Uwe Steimle auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau anstimmte und von Tino Chrupalla textsicher mitgesungen wurde. Auch das Publikum sang begeistert mit. Es folgten Gewaltfantasien gegen Angela Merkel und Friedrich Merz.

    Ich möchte auch daran erinnern, dass die „Auferstehung aus Ruinen“, die sowohl die Nationalsozialisten als auch die SED und deren Mitläufer (daraus folgten SED-PDS, PDS und Sahra Wagenknecht) zu verantworten haben, in der Friedlichen Revolution 1989/90 von einer Minderheit in der DDR eingeleitet wurde. Aus den bitteren Erfahrungen der nicht Angepassten entstand eine Demokratie, wovon auch die damaligen und heutigen Angepassten heute profitieren, nicht zuletzt aus dem Grund, dass sie sich in ihrer Absurdität demokratisch an die Macht wählen lassen können.

    Uwe Steimle ordne ich nach diesem Vorfall als linksextrem ein, die AfD ist in Teilen gesichert rechtsextrem. Mehr muss ich aus meinen eigenen Diktatur-Erfahrungen heraus nicht hinzufügen. Siehe unten.

    Hier ein entsprechender Beitrag im Deutschlandfunk:
    https://www.deutschlandfunk.de/afd-ostalgie-uwe-steimle-ddr-hymne-100.html

    Mit dem Slogan „Die Mitte ist das Beste“ startete die CDU in den Wahlkampf von Mecklenburg-Vorpommern. Sie mag recht haben, doch sie ist nicht die Mitte. Die Absurditäten setzen sich fort…

    1. Steimle „linksextrem“? Ganz sicher nicht! Er ist jemand, der dem alt-neuen Rechtsextremismus a la AfD den Weg bereitet und null Probleme hat, autoritäte Strukturen zu akzeptieren, solange sie ihm eine bisschen konforme Kritik und Satire erlauben.

      1. Lieber Christian, das ist für mich nicht eindeutig. Auch Jo Flade ließ schon anklingen, dass extreme Positionen auf dem Weg sind, sich möglicherweise zu vereinen. Sie eint die autoritäre Struktur. Was dann käme, wage ich nicht zu denken.

  9. Hallo Herr Wittenburg, hier noch ein Nachtrag zu meinem Kommentar vom 24. Juli. Zuweilen habe ich den Eindruck, Ihr Denken verharrt auf dem Stand von vor 35 Jahren. So etwas geschieht häufig Siegern, die sich bestätigt fühlen, in der Vergangenheit scheinbar alles richtig gemacht zu haben, und deshalb meinen, sich nicht weiterentwickeln zu müssen. Die Verlierer der Geschichte hingegen – ich gehörte damals zu denen – mussten mit fundamentalen Schocks zurechtkommen, mit sich ernsthaft ins Gericht gehen und waren gefordert, sich neuem Denken zu öffnen, wollten sie aufrecht weiterleben. Deshalb haben manchmal diese Leute Ihnen etwas voraus.

    Als ich über die vermodernden Schützengräben schrieb, in denen Sie immer noch herumturnen und ihre Weisheiten verkünden, wollte ich andeuten, dass die Frontlinien der Gegenwart längst woanders verlaufen. Und soweit ich es erkenne, sind Sie nicht in der Lage, zu den wirklich relevanten Problemen unserer Tage konstruktive Beiträge zu liefern. Bei allem Respekt für Ihr damaliges Engagement, Ihre Reminiszenzen an die glorreiche Revolutionsvergangenheit bringen m. E. kaum Erkenntnisgewinn. Ist es wirklich so befriedigend, ewig auf der Leiche des Stalinismus herumzutanzen?

    Unterdessen hat die Welt sich weitergedreht. Der Kapitalismus wurde seither von tiefgehenden Krisen durchgeschüttelt. Zudem erlebten wir die historisch gesehen kurze Phase einer unipolaren Welt mit der unangefochtenen Dominanz der USA. Und jetzt sind wir der Gefahr ausgesetzt, im Abstiegskampf des ehemaligen Welthegemons mit zerrieben zu werden. Die fatalen Folgen unserer Beteiligung am Ukrainekrieg zeigen das. Dass all diese Entwicklungen bei Ihrer Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus keinen Niederschlag finden, ist m. E. eine ernsthafte Schwäche.

    Mit brutaler Austeritätspolitik wurden die im Zuge der Eurokrise entstandenen Verluste der Banken auf die jeweiligen Bevölkerungen abgewälzt. In Deutschland entstand, auch als Folge der Schröder’schen Agenda-Politik, einer der größten Niedriglohnsektoren in Europa (19%; 14,7% ist der EU-Durchschnitt), was erheblich zur sozialen Ungleichheit im Lande beigetragen hat. Dass Populismus und Ungleichheit zusammenhängen, ist international gut belegt [1]. Der größte Verstärker, der die AfD angetrieben hat, ist allerdings laut einer WSI-Studie das Benachteiligungsgefühl [2]. Dessen psychologischer Kern ist der Zugehörigkeitsverlust [3], das Erleben, aus der Gesellschaft herausgefallen zu sein. Dass fehlende Mitsprache und schlechte Arbeitsbedingungen direkt mit Demokratiedistanz zusammenhängen, hat eine Studie von Kohlrausch et al. gezeigt [4]. Eine große Rolle spielen dabei die Betriebsräte und die Tarifbindungsquote. Bei letzterer ist Deutschland Schlusslicht in Europa. Es gibt eine starke negative Korrelation zwischen Tarifbindungsgrad und Niedriglohnanteil.

    Soweit wieder mal ein paar Fakten zur Ursachenbeschreibung für das scheinbar unaufhaltsame Erstarken des Rechtspopulismus bei uns und generell in Europa. Abgesehen von deren empirischer Solidität liefern sie Hinweise darauf, welche Defizite in unserer Gesellschaft repariert werden müssten, um den Populismus aufzuhalten. Mit Wählerdiffamierung, nichts anderes tun Sie, Herr Wittenburg, werden Sie erfolglos bleiben.
    [1] https://www.uni-bamberg.de/fileadmin/uni/fakultaeten/sowi_faecher/vwl/BERG/BERG_157.pdf
    [2] https://www.wsi.de/de/tarifbindung-15329.htm
    [3] https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/01461672241231727
    [4] https://www.wsi.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-009033
    PS: Die angegebenen Quellen entstammen einem Artikel von Stephan Tegtmeyer, erschienen in MAKRONOM (https://makronom.de/tarifvertragsgesetz-wie-ein-einzelner-paragraf-deutschland-destabilisiert-51676, Bezahlschranke).
    PPS: Habe soeben Kommentare zu meinem Beitrag vom 24. Juli gelesen. Meine Versuche, das Denken in eine Richtung zu lenken, die m. E. mehr Erfolg bei der Zurückdrängung des Rechtspopulismus versprechen, scheinen hier in dieser speziellen Community auf ewig vergebens zu sein. Obwohl ich es seit über zehn Jahren versuche. Mein erster Beitrag hier in diesem Blog stammt vom Herbst 2015. In diesem hatte ich Wolffs Anti-LEGIDA-Engagement gegenüber Schwerdtfeger verteidigt. Aber mit dem Hinweis verbunden, doch schnellstens für ein „umfangreiches Finanzierungsprogramm für die massenhafte Schaffung neuen Wohnraums, sei es durch Neubau oder durch Sanierung leer stehender Immobilien, und die umfangreiche Neueinstellung von Lehren und Sozialarbeitern“ zu sorgen, um den damals agierenden Populisten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Man erinnere sich, es ging um die Beherrschung der Flüchtlingsströme.

    1. Herr Lerchner, ich glaube Ihnen kein Wort. Diese Debatte, die wegen unterschiedlicher Erfahrungen in Ost und West und über das Selbstverständnis im vereinten Deutschland in jüngerer Zeit wieder deutlich zugenommen hat, führe ich allein aus dem Grund fort, weil weitere Leser mit großem Interesse mitlesen.

      Warum, wenn Sie „damals zu denen gehörten“, entschuldigen Sie sich nicht einfach?

      Es gibt einen Weg, ohne Ihr Gesicht zu verlieren. Nach der Bitte um Verzeihung denjenigen gegenüber, denen Sie als „Zugehöriger“ Schaden zugefügt haben, ist es möglich, ein aufrechtes Leben zu führen!

      Stattdessen lassen Sie sich zu Tiraden nach altem Muster hinreißen und blicken weiterhin herrschsüchtig auf diejenigen hinab, die für Menschlichkeit eingetreten sind, eben weil es viele tun und Sie wieder dazugehören.

      Damit nicht genug: Sie drapieren weiterhin nach altem Muster Ihre althergebrachte Haltung mit politischen Tatsachen, die auf demokratischem Wege gelöst werden müssen und auch gelöst werden, vorausgesetzt, dass unsere Demokratie weiterhin unsere Gesellschaftsordnung bleibt. Das sie verbesserungswürdig ist, steht außer Frage. Das Leben auf Erden ist kein Paradies.

      Damit nicht genug: Sie haben sich keineswegs, wie Sie behaupten, von einer menschenfeindlichen Ideologie befreit. Sie suchen weiterhin die Nähe zu extremen Positionen, machen sich mit entsprechenden Personen gemein und über diese mit Massenmördern. Sie wissen, wen ich meine, aber nicht nur diesen. Der Antrieb als vermeintlicher „Verlierer der Geschichte“ sind Rache und Hass, ohne begreifen zu wollen, oder zu können, dass Menschlichkeit in Freiheit und Demokratie der Gewinn ist.

      Paradoxerweise war dieses das Ziel des Kommunismus, auch der Deutschen „Demokratischen“ „Republik“. Bei ML geschlafen?

      1. Der Wittenburg-Blog: Der Weltenerklärer, der Weitgereiste, der Widerstandskämpfer, der allumfassend Reagierende (jeweils ein Drittel aller Meldungen zu jedem Thema), der Mahner und Setzer verbindlicher Denkmaßstäbe, der Ausstellungsleiter und Erklärer für Schüler und Lehrer – und derjenige, der nur schreibt, weil das Interesse an ihm so groß ist. Geht’s auch ein bisschen kleiner? Es ist, lieber Herr Wittenburg, kein Neid – eher Mitleid und (zugegeben) Langeweile. Ihre Positionen sind ja manchmal durchaus bedenkenswert, aber Vielschwätzer sind auf Dauer eher unerträglich. UND Sie sind doch der Meinung, dass dies Wolffs Blog ist!
        Andreas Schwerdtfeger

        1. Lieber Herr Schwerdtfeger, da sind Sie ja endlich! Ich hatte Sie schon vermisst. So ist es nun mal, wenn man es mit einem „Mann von Welt“ zu tun hat (Ihre Worte, lach!).

          Wir waren doch so verblieben, dass wir auf der sachlichen Ebene bleiben. Nun stelle ich Ihrerseits wieder einen Rückfall fest. Falls Sie sich beim Lesen meiner Beiträge langweilen: Schalten Sie das Handy oder den PC einfach ab. Dafür kann ich Ihnen aufschlussreiche und gedruckte Lektüre zum Thema empfehlen. Kennen Sie schon das Buch „Faschismus ist keine Meinung“ von Ilko-Sascha Kowalczuk? Vor kurzem bei C.H. Beck erschienen.

          Wie sind Sie mit Jo Flade verblieben?

          1. Was konkret monieren Sie als unsachlich, lieber Herr Wittenburg, wenn ich Sie sachlich darauf hinweise, dass Sie Wolff langsam seinen Blog stehlen und in Ihrem Narzissmus bald Trump einholen? Es ist nur eine freundschaftliche Warnung angesichts der Tatsache, dass Sie, wie gesagt, ja durchaus Wichtiges beizutragen haben.
            Wolffs Reaktion dagegen? Was wünschte man sich doch von ihm das, was er uns als Mantra vorausträgt: Inhaltliche Diskussion.
            Und zu Ihrer Frage in Sachen Flade: „Seine öffentlichen Äußerungen sagen über seine Geistestruktur alles“, schrieb dieser neulich und ich fand, das war eine gute Selbstdarstellung – was keine Beleidigung ist, denn es stammt ja von Flade selbst!
            Ich grüße Sie in DER Freundschaft, die doch immer als besonders ehrlich gelobt wird: Unter Freunden muss man sich auch die Wahrheit sagen dürfen.
            Andreas Schwerdtfeger

    2. „Ist es wirklich so befriedigend, ewig auf der Leiche des Stalinismus herumzutanzen? “
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      Ganz in Ihrem Sinn, Herr Dr. Lerchner:

      „Das Aus für eines der ambitioniertesten Museen Russlands wurde bereits im Februar verkündet. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin gab damals bekannt, dass das Gulag-Museum aufgelöst wird. Bereits im Juni wurde am selben Ort ein neues Museum eröffnet. Statt an die 18 Millionen Lagerinsassen erinnert es an die sowjetischen Opfer des Zweiten Weltkriegs. Dass der Themenwechsel ganz von oben verordnet wurde, konnte man bei der Eröffnungsfeier studieren: Anwesend waren gleich drei ranghohe Vertreter des Kremls – Präsidentenberater Wladimir Medinski, Kulturministerin Olga Ljubimova und Bildungsminister Sergei Kravzow.“

      © Hubertus Knabe https://ogy.de/de8c

  10. Lange musste ich warten, um eine so treffende Antwort auf die Schilderung meiner persönlichen Erlebnisse zu erhalten. Welcher Frust, welche Verachtung, welche Verblendung, welche Geschichtsvergessenheit oder welche Verdrängungsmechanismen stecken in den Menschen, die sich öffentlich zu solchen Kommentaren hinreißen lassen? Es ist immer wieder von Vorteil, dass solche Beiträge als Mahnung weltweit versendet und gelesen werden können.

    Nun wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit welchen Leuten Sie zu tun haben werden, wenn Sie die falsche Wahl treffen. Dabei habe ich persönlich niemanden verletzt, sondern meine ideologisch verführten und verirrten Mitmenschen sowie die Mechanismen, die zu solchen Zuständen führen, zu verstehen versucht. Schließlich lebe ich unter ihnen.

    „Solche Leute wie dich brauchen wir in unserer Partei“, sagte mir mein damaliger staatlicher Vorgesetzter im „volkseigenen“ Betrieb und startete einen Erpressungsversuch. In seiner Jugend war er in der Hitlerjugend, kämpfte im 2. Weltkrieg gegen die US-Armee und als Erwachsener machte er Karriere als SED-Mitglied. „Sag mal, wie stehst du zu unserem Staat…?“ Seinen lauernden Blick werde ich nie vergessen.

    Als ich mich weigerte, fiel die fällige Lohnerhöhung aus. Das war der Preis. Dieses Gehabe deckt sich nach meinen persönlichen Erfahrungen mit denjenigen, die mit der AfD oder dem BSW sympathisieren oder gar Mitglieder dieser Parteien sind. „Willst du nicht mein Bruder sein, so…“

    Noch eine Geschichte: 1986 erhielt ich eine Einladung zu einer Ausstellung in Warschau, Volksrepublik Polen, sozialistisches „Bruderland“. Von der Volkspolizei benötigte ich eine Reiseerlaubnis, vom Kulturbund die Befürwortung. Ein Funktionär, ein strammes SED-Mitglied, wollte das verhindern. Er setzte das „Schild und Schwert“ in Bewegung und diese die polnische Stasi. Doch mit meinen polnischen und deutschen Freunden gelang es mir, diese Staatsmächte auszutricksen, letztlich auch mithilfe von SED- und KPP-Mitgliedern. Absurdität gehört zu totalitären Systemen.

    Es wurde noch absurder: Im SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ erschien zeitgleich ein halbseitiger Artikel über mein Engagement. „Das, was ich erzähle, wird doch sowieso zensiert“, sagte ich der Redakteurin beim Interview. „Ja, natürlich“, antwortete sie. Den Artikel, der meine Tätigkeit offiziell würdigte, musste man zwischen den Zeilen lesen können. Er war zu dieser Zeit recht gewagt. Jahrzehnte später konfrontierte mich ein Bayer damit und warf mir Systemtreue vor. Ihm fehlten die Kenntnisse zum Marxismus-Leninismus und die Fähigkeit, zwischen den Zeilen lesen zu können.

    Einige Jahre nach dem Zusammenbruch des Traums von einem Paradies auf Erden traf ich den Kulturbund-Funktionär wieder. „Na, Rudi, wie geht es dir heute? Du warst doch immer mit wehenden Fahnen ganz vorn dabei.“ „Beschissen. Ich habe auf das falsche Pferd gesetzt. Nun fühle ich mich zweimal verarscht.“ „Wieso zweimal?“ „Na, ich war doch Eliteschüler der Waffen-SS…“ Ich wusste, dass er einer meiner IM war, schließlich wurde der obige Vorgang in der Akte archiviert, und hakte noch einmal nach: „Würdest du das, was du mir angetan hast, heute wieder tun?“ Sein zuvor freundliches Gesicht erstarrte zu einer Maske: „Ja.“

    Ich kann die Absurdität noch steigern und weitere solche Erlebnisse mit „Ostdeutschen“ der älteren Generation schildern. Sie zählen zum Beuteschema der AfD, des BSW und weiterer Gegner der Demokratie und der Menschenwürde. Sie wissen nicht, was sie sich persönlich sowie ihren Kindern und Kindeskindern antun werden, wenn sie sich wie anerzogen als Stimmvieh missbrauchen lassen.

    Es sei denn, sie zählen sich zu den „Herrenmenschen“.

  11. Und hiermit noch als PS zu meinem heutigen Kommentar zur Ihrem Wutausbruch kontra S. Wittenburg ein höchst nachdenkenswertes Problem mit BSW und der selbstverliebten Sahra Wagenknecht, lieber Joh. Lerchner, worüber Sie nachdenken sollten, wenn es nicht bereits geschah…:
    Dieses Ihr BSW geht unübersehbar in Annäherung an die AfD. In einem Brief ist nachzulesen: „Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist unser Wahlziel die Abwahl der Amtsinhaber und ihre Ersetzung durch überparteiliche Ministerpräsidenten, die in den Landtagen mit wechselnden Mehrheiten regieren unter Einbindung der AfD.“ Sahra Wagenknecht, Alice Weidel mit Chrupalla und als Pausenclown Uwe Steimle? Herr Lerchner – wachen Sie auf!!!
    Doch wohl ein klares Angebot an die AfD zur Tolerierung durch das BSW, wenn es in die Landtage von Magdeburg und Schwerin nach der Sept. – Wahl einziehen würde. Wollen Sie das??
    Plötzlich rudert die Parteivorsitzende Amira Mohamed Ali in einem Detail zurück. Sie meint: „Wir wollen mit allen Parteien über einen überparteilichen Ministerpräsidenten sprechen, auch mit der AfD. Die Strategie der völligen Ausgrenzung dieser Partei ist erkennbar gescheitert und führt dazu, dass sie immer stärker wird.“
    Das Angebot richte sich also nicht nur an die AfD, aber explizit eben auch. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine der in Frage kommenden Parteien einen überparteilichen Ministerpräsidenten-Kandidaten aufstellt, ist allerdings eher gering. Was treibt also Wagenknecht und ihre Gesinnungsgehilfen an, der rechtsextremen AfD den Hof zu machen??
    Es wäre für Deutschland, unserer Demokratie (?) ein neues Regierungsmodell, das ja eigentlich AfD so bisher nicht anstrebte. Nun aber allerdings setzt in Sachsen-Anhalt die AfD ganz eindeutig darauf, dass ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund der neue Ministerpräsident wird. Wollen Sie das wirklich, Joh. Lerchner??

  12. Lieber Joh. Lerchner – oh oh; nach der Lektüre Ihres Kommentars zu S. Wittenburg nur sehr klar meinerseits: Hier haben Sie überzogen und Ihrer per se qualitätvollen Art der Gegenargumentationen, nicht immer für jeden akzeptablen Beiträge einen schlechten Dienst erwiesen. Die Reaktion von Chr. Wolff teile ich, zumal auch ich zu denen gehöre, die 40 Jahres SED-STASI-DDR erleben „durften“, meine Stasiakte nicht gerade schmal (ich meine den Umfang) ist und viele, ja sehr viele entsetzliches erleben mussten. Die Zusammenhänge sind zu komplex, als dass Sie so reagieren sollten. jeder von uns ah eine Biographie, jeder hat seine erfahrungsgemäßen Sichtweisen – ein streitbarer Diskurs sollte dies berücksichtigen, auch in diesem Wolff-Blog! Guten Sonntag; Jo.Flade

  13. Wo bleibt die “positive Energie”, Herr Wittenburg, wenn Sie als selbsternannter Revolutionswächter mit so viel Verachtung auf Ihre Mitbürger herabblicken? Auf SED-Niveau stehengebliebene, immer noch der Ideologie des Marxismus-Leninismus verhaftete Ex-DDR-Bürger; Hass auf die Revolutionäre von damals, weil sie ihnen die Träume vom Paradies genommen haben; Träumer, die mit den Anstrengungen des Lebens in Freiheit und Demokratie nicht zurechtkommen; AfD-Wähler aus Sehnsucht nach dem autoritären Staat; „Ostdeutschtümelei“ wegen nicht überwundener damaliger kollektiver Anpassung an das Leben in der DDR; frustriert, wenig selbstbewusst, geschichtsvergessen und offen für die Hassbotschaften der AfD, aber vorwiegend und sorglos in Wohlstand lebend; vereint in Hass ein Anti-Wessi-Weltbild pflegend und in den Pausen Sekt schlürfend. Es ist bemerkenswert, in welchem Ausmaß Sie den Blog mit Unfug überschwemmen.

    1. Sehr bemerkenswert, dass ein ostdeutsch sozialisierter Mensch wie Johannes Lerchner einen ebenfalls unter DDR-Bedigungen sozialisierten, aber nach der Friedlichen Revolution weiter sehr kritischen Geist wie Siegfried Wittenburg, der mit Kritik an der mangelnden Demokratiekzeptanz vieler Ostdeutscher nicht spart und die Beschönigung der DDR nicht widerspruchslos hinnimmt, der Verbreitung des „Unfugs“ zeiht. Vielleicht sollte sich Herr Lerchner einmal ein paar Gedanken darüber machen, wieso die AfD-Propaganda „Vollende die Wende“ bei zu vielen ostdeutschen Bürger:innen verfängt. Das liegt eben auch an dem, was Herr Lerchner trotz aller Überzeichnung durchaus zutreffend beschreibt. Leider tut er dies in der Absicht, die Ostdeutschen davon freizusprechen – ein untaugliches Unterfangen.
      Ich hoffe auf viele weitere erfrischende Kommentare von Siegfried Wittenburg.

    2. „Es ist bemerkenswert, in welchem Ausmaß Sie den Blog mit Unfug überschwemmen.“
      ________________________________________________________________________________
      Das fällt auf Sie zurück, Herr Dr. Lerchner. Ich erinnere nur an Ihr Stalinismus-Zitat. Ich glaube allerdings nicht, dass Sie ein kleiner Stalinist sind. Vielleicht haben Sie nur vergessen, Ihre Tabletten zu nehmen.

  14. Na gut, dann noch einen. Bleibt noch die Frage von Erwin Breuer: „Wie soll das gehen ??… Ich würde gerne konkrete, praktische, Vorschläge und Vorhaben kennenlernen, die Wähler zurückholen…“

    Wir tauschen uns über Widerstand aus. Dazu gehört Mut, ohne gleich ein Held sein zu müssen. Im Nationalsozialismus galt schon als Mut, wenn man beim Entgegenkommen eines Juden nicht die Straßenseite wechselte. Im Zeitalter des Marxismus-Leninismus galt schon als Widerstand, nicht an der Jugendweihe teilzunehmen und auf einen guten Tausender von der Verwandtschaft zu verzichten, also auf eine Simson. Ansonsten ist nichts passiert. Jede Diktatur lebt von der Angst, die sie ihren Untertanen einflößt.

    Vor einigen Jahren war ich mit meiner Ausstellung in Pforzheim. Diese Stadt war Hochburg der NSDAP. Im Ergebnis wurde sie bei einem Angriff der Royal Air Force am 23. Februar 1945 zu 80 % zerstört. 19.000 Menschen verbrannten im Feuersturm.

    Als die Exposition fertig war, lud mich ein Unternehmer mit seiner Frau zum Abendessen ein. Sein Wortschatz irritierte mich. Er war durchsetzt mit Sprüchen aus der NS-Zeit, nicht viel, aber vorhanden. Ich unterbrach: „Stopp! Redet Ihr hier immer so?“ Er schaute mich verwundert an, denn es war ihm nicht bewusst.

    Neulich in einem Ostseebad unterhielt ich mich ganz nett mit einer Urlauberin aus Dresden. In der Unterhaltung sagte sie: „Jedem das Seine.“ Ich erinnerte sie daran, dass diese Worte am Eingangstor des KZ Buchenwald angebracht sind und ihr Gebrauch deshalb problematisch ist. „Oh“, sagte sie, „das habe ich nicht gewusst. Ich werde das in Zukunft beherzigen.“

    Eine der Strategien der AfD besteht darin, den öffentlichen Dialog nach rechts zu verschieben, eine Sprache zu verwenden, die Unmenschliches zur Normalität erhebt. Ich kann noch weitere Beispiele anführen, dass dieses Vorgehen erfolgreich ist. In diesem Blog habe ich mich schon oft für die von Zynismus und Gewalt befreite Kommunikationskultur eingesetzt. Sie ist u. a. eine Antwort auf die Frage Erwin Breuers.

    Man muss es nur tun, geht ganz einfach.

    1. Wie scheinheilig Sie argumentieren:

      „….In der Unterhaltung sagte sie: „Jedem das Seine.“ Ich erinnerte sie daran, dass diese Worte am Eingangstor des KZ Buchenwald angebracht sind und ihr Gebrauch deshalb problematisch ist.“……..“In diesem Blog habe ich mich schon oft für die von Zynismus und Gewalt befreite Kommunikationskultur eingesetzt. “

      Weiter oben beschimpfen Sie andere als „Herrenmenschen“ – Ein Begriff, den es zwar schon ähnlich vor der NS Zeit gab, aber durch die Nazis erst richtig an Bedeutung als Grundbegriff ihrer Rassentheorie gewann. Er ist viel stärker mit der Naziideologie verbunden , als der lateinische Grundsatz „suum cuique“
      Im Laufe der Jahrhunderte wurde „Suum Cuique“ bzw. „Jedem das Seine“ vielfach verwendet, unter anderem:
      -in der Rechtsphilosophie als Gerechtigkeitsprinzip,
      -in Literatur und Kunst,
      -als Wahlspruch des Schwarzer Adlerorden, der 1701 gegründet wurde.

      Wer das Eine (zurecht) ablehnt, sollte das Andere selbst nicht verwenden.

      Oder wollen Sie Lerchner mit dem Herrenmenschenvorwurf in die Naziecke schieben – denn Argumente ( außer einigen Geschichtchen und Polemik) konnten Sie ja nicht vorbringen.

      1. Das, was Ihre Belehrung betrifft, Herr Breuer, kann man schnell mittels KI nachlesen. Danke dafür. Was den Ausbruch Herrn Lerchners betrifft: Wir diskutieren hier über extreme Rechts- und Linkspopulisten, die sich gegen unsere Demokratie richten. Diese Debatte dient dazu, die Gefahr zu erkennen. Ich hatte wohl einen wunden Punkt getroffen, indem ich persönliche Erfahrungen schilderte und niemanden angegriffen habe. Jetzt sind Sie schon der Zweite, der zurückschlägt. Wie beurteilen Sie den Ausdruck „Besserossi“?

        1. Besserossi – hollalala – da ist Ihnen ja ein wahrer Coup gelungen, wie haben Sie das blos geschafft? Also da müßte ich mir erst Gedanken darüber machen. Als Erstes fällt mir dazu ein : Besser als „Herrenmensch“. – Aber lenken Sie doch nicht ab:

          Distanzieren Sie sich von Ihrem Nazisprech „Herrenmensch“!

          Persönliche Erfahrungen hat hier wohl jeder gesammelt. Sie sind für jeden einzelnen meist sehr wichtig.
          Es ist aber recht einfälltig zu glauben, dass diese persönlichen Erfahrungen Allgemeingültigkeit haben.
          Erlebnisse mit SED Bonzen, Stasi , durchgeknallten FDJlern …. hat in der DDR jeder gehabt: Damit mußte man umgehen können. Das konnt der Eine mehr der Andere weniger. – Glück gehörte (wie immer) auch dazu.
          Vielleicht kommen Sie im Osten schlechter an, weil man hier Ihre Geschichten besser einordnen kann.

          Auch nach 1990 konnte man sehr Interessantes erleben, ohne dass man sich hier im Forum ausheulen muß. – Ich verweise auf meinen Beitrag vom 29.07. 18:14.

          1. Warum fragen Sie nicht erneut KI?

            „Der Begriff `Herrenmensch´ bezeichnete historisch vor allem im Nationalsozialismus ein Mitglied der sogenannten `Herrenrasse´, das sich aufgrund rassistischer Ideologien als höherwertig verstand. Außerhalb dieses historischen Kontexts wird das Wort heute selten und meist abwertend für einen machthungrigen, dominanten oder rücksichtslosen Menschen verwendet.“

            Bei den Menschen, die bittere Erfahrungen mit der SED und ihrem „Schild und Schwert“ machen mussten, wird dieser Ausdruck in der Tat verwendet. Wussten Sie das nicht?

            Sicher ist Ihnen der Begriff „Besserwessi“ bekannt. Ich habe ihn einfach umgedreht.

          2. „Ausheulen“. Wie bitte?

            Das fällt mir erst jetzt auf: „Persönliche Erfahrungen hat hier wohl jeder gesammelt. Sie sind für jeden einzelnen meist sehr wichtig. Es ist aber recht einfälltig zu glauben, dass diese persönlichen Erfahrungen Allgemeingültigkeit haben.“

            Ist Ihnen gar nicht bewusst, dass Sie somit eine menschenfeindliche Diktatur relativieren? Genau das ist der Kern des Themas, worüber wir hier diskutieren!

          3. Noch eine Aussage, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: „Vielleicht kommen Sie im Osten schlechter an, weil man hier Ihre Geschichten besser einordnen kann.“

            Es meldet sich das sozialistische Kollektiv, das sich anmaßt, sich über andere Individuen zu erheben, und sich dabei über Begriffe aufregt, die dieses kritisch zum Ausdruck bringen. Man wundert sich, dass die AfD im Osten Deutschlands so stark ist. Was haben alle AfD-Wähler gemeinsam? Sie vereint die Sehnsucht nach einem autoritären Staat. Und die ist groß.

            Danke, Herr Breuer, so schließt sich der Kreis. Mit diesem Teil der Gesellschaft habe ich mich noch nie gemein gemacht.

  15. Vor drei Jahren hielt ich mich für kurze Zeit in Neubrandenburg auf. Dort entdeckten mich die Algorithmen des „Nordkurier“, dem Nachfolger des ehemaligen SED-Bezirksorgans „Freie Erde“, im Volksmund „Freier Acker“ genannt. Seitdem werden mir Leserbriefe der dort laufenden Debatte zum Thema DDR und deutsche Einheit aufs Handy gespielt. Diese sind krass gegensätzlich. Oft stehen mir ob der Verklärung die Haare zu Berge, manchmal wundere ich mich über den Realitätssinn mancher Leser. Ich bin hin- und hergerissen, meine aber, dass diese Auseinandersetzung notwendig ist. Hier eine Kostprobe:

    https://www.nordkurier.de/regional/uckermark/unsere-ddr-war-pleite-es-gab-auch-kein-nachhaltiges-rentensystem-4731459

    Das Denken eines großen Teils der ehemaligen DDR-Bürger ist mit dem Ende dieses Staates auf dem Niveau dessen, was die SED vermittelte, stehengeblieben. Sie leiten ihre heutigen Ansichten, was ihr Leben in einer freien Welt betrifft, aus der Ideologie des Marxismus-Leninismus ab, die ihnen während Jahrzehnte eingetrichtert wurde. Selbst Akademiker sind nicht davon ausgeschlossen.

    Das Verbreitungsgebiet des „Nordkurier“ sind die im Vergleich zu den westlichen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns etwas abgehängten Landkreise. Es ging den Menschen dort noch nie so gut wie heute, doch die Träume waren größer und das Leben ist anstrengender als damals. Im vorigen Jahr referierte ich an einer modernen Schule in Waren (Müritz) zum Thema „Leben in der Utopie oder Der Alltag ohne Freiheit und Demokratie“. Die Veranstalterin sagte anschließend zu mir: „Das, was Sie erzählen, steht im krassen Gegensatz zu dem, was hier sonst so erzählt wird.“ Diese Region wurde bereits zur Beute der AfD. Eine junge Frau meldete sich: „Ich kann Herrn Wittenburg nur zustimmen. Ich komme aus Bautzen.“

    Diese ständigen in der Presse veröffentlichen Studien, die auf der Basis des Einkommens, der Beschäftigung und der Besitzverteilung einen Ost-West-Vergleich pflegen, erweisen den Populisten einen Bärendienst. Sie motivieren nicht, sie erzeugen ein Minderwertigkeitsgefühl. Den Rest erledigt Social Media.

    Ich merke schon, ich bin in diesem Blog ein „Vielschwätzer“. Ich bitte um Verzeihung. Das hat seine Gründe.

  16. Was haben alle AfD-Wähler gemeinsam? Sie vereint die Sehnsucht nach einem autoritären Staat. Und die ist groß.

  17. In der heutigen „Süddeutschen Zeitung“ hat Matthias Brandt einen Beitrag zum Steimle-Auftritt veröffentlicht, den ich hier hochgeladen habe: https://ogy.de/cm2m

    Er berichtet aus seiner Kindheit als er auf seinem Schulweg an einer Mauer vorbei musste, auf der stand: „Brandt an die Wand“.

      1. Noch was zum Thema Stauffenberg, Steimle und Widerstand im Nationalsozialismus. Wenn Mathias Brandt von der Geschichte seines Vaters erzählt, kann ich sie nachvollziehen. Ich hoffe, es gibt im Westen genug Menschen, die zu den Äußerungen Steimles Nein sagen.

        Diese Haltung zum Widerstand hat sich im Westen erst im Laufe von Jahrzehnten herausgebildet. Die Ostdeutschtümelei beruht dagegen auf kollektiv erlebte und erfolgreiche Anpassung in der Deutschen „Demokratischen“ „Republik“.

        Ich habe eine denkwürdige Erfahrung machen müssen: Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls lud mich eine Kulturmanagerin zu einem Vortrag über die Friedliche Revolution in ein Haus des DGB ein. Statt interessierte Zuhörer zu erleben, blickte ich in Augen voller Hass. Mit der Friedlichen Revolution, dem Mauerfall und der deutschen Einheit verbinden diese Menschen den bitteren Verlust ihrer Arbeitsplätze. Statt im Paradies wachten sie in NRW auf, wie Joachim Gauck 1999 im Bundestag postulierte und dort Heiterkeit auslöste. Das kam im Osten nicht gut an.

        Menschen, die in der DDR Widerstand leisteten wie Bärbel Bohley, Jürgen Fuchs oder Robert Havemann, genießen keine Ehre, es kennt sie niemand. Und ein Aktiver wie Joachim Gauck, der mit der Aufarbeitung der Stasi-Akten in die Abgründe der Opportunisten blicken ließ, ist heute eine Hassfigur.

        Im Osten Deutschlands wurden weder der Nationalsozialismus – die Faschisten waren lt. SED alle im Westen – noch der Marxismus-Leninismus aufgearbeitet. So schnell konnten weder der Polit- und Geschichtsunterricht angepasst noch neue Lehrer ausgebildet werden. Steimle, die AfD und der BSW rennen offene Türen ein. Die Mitgliederzahlen der traditionellen westlichen Parteien wie CDU, SPD, Grüne und FDP sind im Osten wesentlich geringer als im Westen. „Wir können machen, was wir wollen, die AfD ist immer schon da“, sagte ein SPD-Mitglied in Mecklenburg-Vorpommern.

        Besonders in Sachsen-Anhalt ist die Anzahl der Nichtwähler deutschlandweit am größten. Diese hat die AfD hauptsächlich mobilisiert. Ihre Hassbotschaften treffen auf weitgehend frustrierte, wenig selbstbewusste und geschichtsvergessene Wähler.

        Im Westen bildet immer noch die DDR eine Leerstelle im Lehrplan, doch Schülerinnen, Schüler und das Lehrpersonal interessieren sich wenigstens dafür, wogegen im Osten vorwiegend und sorglos Wohlstand gelebt wird. Dass eine Minderheit in der DDR aus eigener Kraft eine Demokratie hervorgebracht hat, ist kein Thema, weder in Ost noch in West.

    1. Mönsch, liebe Leute, wo lebt Ihr denn, dass ein Artikel von Mathias Brandt in der Süddeutschen Zeitung die Stimmung im Osten beschreiben muss?

      Geht doch einfach mal in die Leipziger Pfeffermühle! Ich erlebte im Februar dieses Jahres ein Gastspiel im Theater Güstrow. Die Pointen waren so daneben, dass ich die Veranstaltung in der Pause verließ. Die Frau, die mich ins Freie ließ, fragte nach dem Grund. Ich erzählte wie mir aufstieß, dass die Pointen undifferenziert gegen „Wessis“ gerichtet waren, auch gegen Menschen, die während der Transformation erhebliche Aufbauarbeit geleistet haben, um Arbeitsplätze zu schaffen und nicht umgekehrt. Ich kenne viele solcher Leute, die Aufführung wirkte verletzend. Ich habe mich fremdgeschämt. „Ach“, sagte die Frau, „das Personal darf an den Veranstaltiungen nicht teilnehmen. Wir wissen nicht, was da läuft.“

      Doch das Publikum klopfte sich bei jeder dieser peinlichen Pointen auf die Schenkel. Es war extra deshalb gekommen, um dieses Weltbild zu pflegen, das sich in den letzten Jahrzehnten im Osten herausgebildet hat. Sie vereint der Hass. In der Pause schlürften die Besucher Sekt. Jugendliche habe ich nicht gesehen. Die Renaissance-Stadt wurde wunderbar saniert. In den Läden gibt es alles das zu kaufen, was damals im Intershop nur für Forumschecks zu haben war, und noch viel mehr. Wohlstand bricht aus allen Poren.

  18. Werter Herr Breuer – ich darf den letzten Satz Ihres Kommentars zitieren: „Ich würde gerne konkrete, praktische, Vorschläge und Vorhaben kennenlernen, die Wähler zurückholen oder gibt es da gar nichts?“ und SIE fragen: welche Vorschläge und Vorhaben, konkrete und praktische können SIE denn anbieten, die a priori diese unsere Demokratie und durch das Grundgesetz fundamentierte Zivilgesellschaft bewahren könnten??? Nicht nur Chr. Wolff ist mit vielen anderen Aufrechten unaufhaltsam und wahrhaftig an der Basis engagiert und tut das, was nötig und möglich ist; und SIE? Sagen Sie es uns doch bitte einmal konkret. Kritik im Diskurs ist normal und ab und an auch hilfreich, Angebote und Alternativen zur Verbesserung einer Problem-Sachlage (die AfD ist eine der gravierendsten) wären besser und hilfreicher. Und noch an Sie, lieber Klaus Plätzsch – dieses Gedicht geht tief in die Seele, danke dafür! Und in diesem Zusammenhang kann ich nur empfehlen nach Kreisau (Krzyżowa; Polen) zu fahren und die Friedenskirche zu besuchen. Der „Kreisauer Kreis“ dürfte jedem bekannt sein, jedem? Was das Geschichtsbild der AfD anbelangt, hege auch ich da einigen Zweifel! Chr. Wolff sagt dazu in seinem Beitrag einiges! Jo.Flade

    1. Ich war mit der Leipziger Goethegesellschaft vor 14 Jahren in Kreisau; wir haben dort im Gut der Familie Moltke gegessen und logiert. Die Friedenskirche in Schweidnitz haben wir besichtigt.

  19. Von Stauffenbergs schwangere Ehefrau Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg wurde in das KZ Ravensbrück deportiert. In ihrer Einzelhaft 1944 schrieb sie ein Gedicht in Gedanken an ihren Mann:

    Du bist bei mir,
    wenn auch Dein Leib verging.
    Und immer ist’s, als ob
    Dein Arm mich noch umfing.

    Dein Auge strahlt mir zu
    im Wachen und im Traum.
    Dein Mund neigt sich zu mir.
    Dein Flüstern schwingt im Raum:

    „Geliebtes Kind! Sei stark,
    sei Erbe mir!
    Wo Du auch immer bist,
    ich bin bei Dir!“

    © Wikipedia https://ogy.de/b2os

  20. Lieber Herr Wolff,
    unterschiedlicher Anlaß, andere Überschrift, anderes Datum in Ihren vielen Afd Beiträgen steht ja eigentlich immer das selbe.
    Meinen Sie, dass Sie damit einen einzigen AfD Wähler oder Sympatisanten zurückholen können. Oder wollen Sie eher die letzten 5 SPD Wähler bei der Stange halten?

    Die Krux in Ihren Artikeln und auch in der großen Politik besteht ja darin, dass man nichts an der Politik ändern will, die zu den hohen AfD Wahlergebnissen und Umfragewerten geführt haben, aber bei gleicher Politik oder sogar mehr vom Selben die Wählerstimmen haben möchte!
    Wie soll das gehen ?? – Man kann nicht gleichzeitig den Kuchen essen und behalten.

    Seit der Bundestagswahl wandern die Wähler nach rechts und links außen.
    CDU – 6% – AfD + 6%
    SPD -4% Grüne + Linke + 5% – das wird so weiter gehen.

    Daneben haben wir eine stabile Mehrheit von knapp 50% im konservativen Bereich gegenüber ebenfalls recht stabil 35% rot/rot/grün. In der praktischen Politik spiegelt sich diese konservative Mehrheit aber nicht wider.
    Das stärkt ebenfalls die AfD.

    In der Wirtschaft gingen 2025 jeden Monat 10000 Industriearbeitsplätze verloren. (Das sind die, die das ganze Land über Wertschöpfung, Steuerzahlungenn und Einzahlungen in die Sozialsysteme etc. am Laufen halten.) 2026 sind es monatlich schon 15000.
    BASF, VW und Zulieferer investieren lieber im Außland. Sollte man sich Sorgen machen?

    Ich würde gerne konkrete, praktische, Vorschläge und Vorhaben kennenlernen, die Wähler zurückholen oder gibt es da gar nichts?

    1. Doch, es gibt etwas, lieber Herr Breuer: Klar und unmissverständlich bleiben – auch wenn man sich da oft wiederholen muss. Dass demokratische Parteien derzeit keine gute Figur abgeben, macht die AfD nicht besser. Darum müssen wir über ihre menschen- und demokratiefeindliche Programmatik reden – mit dem Nachbarn, der Arbeitskollegin, den Kleingärtnerfreund. Appellieren Sie da nicht länger an mich. Machen Sie sich auf zum Nächstliegenden! Viel Erfolg (den ich mir auch wünsche)!

    2. Sehr geehrter Herr Breuer,
      Ihr Beitrag könnte als Auszug aus dem Blog „Die Soziale Wahrheit“ verstanden werden:

      In den  Beiträgen von Christian Wolff zur AfD steht ja eigentlich immer das selbe. Meinen Sie, dass Sie damit einen einzigen AfD Wähler oder Sympatisanten zurückholen können. Oder wollen Sie eher die letzten 5 SPD Wähler bei der Stange halten?
      EINEN Sympathisanten wird Christian Wolff ganz bestimmt nicht zurückholen können; sollte es tatsächlich nur noch 5 SPD Wähler geben, würde ich bei der Rückgewinnung Weiterer entgegen meiner aktuellen Parteienpräfernz gerne mithelfen…

      Linksextrem sind LINKE/Grüne.

      „Konservative“ sind CDU und SPD.

      (Nur) Industriearbeitsplätze halten das ganze Land über Wertschöpfung, Steuerzahlungen und Einzahlungen in die Sozialsysteme am Laufen.
      Arbeitsplätze im Handwerk und im Dienstleistungssektor behindern den Lauf der Volkswirtschaft?

      BASF, VW und Zulieferer investieren lieber im Außland.
      Es liegt auf der Hand, dass daran „Die da Oben in den Alt-/Systemparteien“ Schuld sind; unterbezahlte Manager:innen und „Der Markt“ irren schließlich nie / können sowieso alles besser.

      Ich würde gerne konkrete, praktische, Vorschläge und Vorhaben kennenlernen, die Wähler zurückholen oder gibt es da gar nichts?
      Doch! Massenhafte Remigration, Zwangsarbeit für Sozialschmarotzer, Rückbesinnung auf deutsche Tugenden, deutsche Kultur, traditionelles Familienbild (Vater/Mutter/Kinder), Rückkehr zur Atom- und (billiger) fossiler Energie…

      Wenn die unsägliche AfD erst einmal Regierungsverantwortung übernommen hat, wird sie mit ihrem Renten-, Steuer-, Bildungs-, Gesundheits-, Klima- und generell Demokratie-Konzept das derzeitige Chaos im Land vom Kopf schon wieder auf die Füße stellen und uns allen den Weg in eine friedliche, bessere Zukunft weisen!

      Um mit Aldous Huxley zu sprechen: „Schöne neue Welt“!

      1. Lieber Herr Käfer,
        ich kann Ihnen leider nicht helfen: Wenn Sie Wissenslücken haben müssen Sie sich am besten selbst weiterbilden. Vor allen Dingen sollten Sie sich erst darüber klar werden was Sie ausdrücken wollen. Ihre fragenden Wortgruppen ergeben wenig Sinn. Wenn man zitiert, sollte man das kenntlich machen, sonst könnten andere denken, dass wären Ihre eigenen Gedanken.

        Aber bitte, bitte nicht wieder mit „Satire“ kommen.

        Ich weiß nicht ob Sie „Schöne neue Welt“ gelesen haben: Ihr Hinweis passt an keiner Stelle zu meinem Beitrag oder diesem Thema:
        Es geht darum, dass eine Gesellschaft nicht nur durch Gewalt, sondern auch durch Komfort, Unterhaltung und ständige Bedürfnisbefriedigung ihre Freiheit verlieren kann. Die Menschen werden nicht unterdrückt, weil sie Angst haben, sondern weil sie mit ihrem Leben zufrieden gehalten werden und deshalb keinen Anlass sehen, das System infrage zu stellen.

        E. Breuer

        1. Ja, „wenn man zitiert, sollte man das kenntlich machen…“. Ursprünglich hatte ich meine Gedanken zu Ihren Textpassagen in Schrägschrift ausgeführt; diese ging jedoch bei der Übertragung in den Blog verloren. Zudem hatte ich Sie nicht durchgehend wörtlich zitiert, an einigen Stellen zusammen gefasst.
          Und ja, ich habe Wissenslücken – im Gegensatz zu einigen Mit-Bloggern.
          Dass ich das Wort „Satire“ gebraucht habe, kann ich nicht sehen.
          Ich habe „Schöne neue Welt“ gelesen, eigentlich wollte ich nur den Titel „missbrauchen“, um den möglichen GAU (absolute Stimmenmehrheit der unsäglichen AfD im Magdeburger Landtag) zu charakterisieren.
          Die joviale Fassade, die sich Herr Siegmund im Wahlkampf versucht zu geben, könnte aber durchaus auch inhaltliche Anknüpfungspunkte zeitigen…
          Abschließend: „Vor allen Dingen sollten Sie sich erst darüber klar werden was Sie ausdrücken wollen“.
          Ich wollte ausdrücken, dass Sie (den ich nicht zum AfD-Wählerpotenzial zähle) mit Ihrem Text m.E. zur „Normalisierung“ von AfD-Gedankengut beitragen, was ich für höchst gefährlich halte, da Sie sich als intellektuell hochstehend und vielen anderen überlegen präsentieren.

  21. Eine Tür öffnet sichLieber Christian: soeben zurück aus Halle, nach einem höchst inspirierenden Tag in der Kunsthochschule Birg Giebichenstein, Campus Design zur Jahresausstellung 2026 mit Arbeiten der Studierenden der verschiedenen Fachrichtungen gab es in den Räumen, Treppenhäusern, im Freien diese unübersehbaren Aufrufe, Forderungen genau im Blick der bevorstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt Sept. 2026. Jeder, der das 100-Punkte-Wahlprogramm der AfD kennt, wird sofort diese plakatierten Forderungen verstehen. Während vieler Gespräche mit den Studierenden war sehr klar und unüberhörbar: Aufstehen, handeln, wir haben genug!!! Die bedenklich mageren Äußerungen des amtierenden Herrn Merz heute zum ZDF-Sommerinterview auch zu diesen Wahlen und der Stellung derzeit seiner CDU gab sehr zu denken.

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