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Retter ohne Rettungsring

Sie wollen Deutschland „retten“, das Land „vom Kopf auf die Füße stellen“, den „Untergang Deutschlands“ verhindern. So hörte es sich in den Reden der beiden wiedergewählten Parteivorsitzenden der rechtsnationalistischen AfD, Alice Weidel und Tino Chrupalla, auf dem Parteitag in Erfurt am 4./5. Juli 2026 unisono an. Wenn Weidel und Chrupalla dann gefragt wird, was sie denn konkret verändern wollen, dann verweisen sie ebenso unisono auf Re-Migration:  Einwanderung gehöre beendet, Abschiebung müsse systematisch erfolgen. Außerdem muss die Kernkraft reaktiviert und russisches Gas wieder bezogen werden können. Letztlich ist es ein Trump-Programm: Nationalismus mit imperialem Anspruch und Verleugnung des Klimawandels, um rücksichtslos die natürlichen Ressourcen ausbeuten zu können– mit dem einen Unterschied, dass die AfD im öffentlichen Auftreten ihre eigentlichen Absichten zu verschweigen versucht und sich dafür als ganz normale demokratische Partei darstellt.

Was die AfD derzeit perfektionieret: ihre Verharmlosungsstrategie, die sie schon lange anwendet. In Sachsen-Anhalt wird ein Wahlprogramm verabschiedet, das in vielen Punkten bewusst an die NSDAP anknüpft und verfassungsfeindlich ist. Von dem allen ist aber auf dem Bundesparteitag und bei Weidel und Chrupalla kaum die Rede. Da wird die „Rettung“ versprochen, ohne dass der Rettungsring gezeigt wird. Den gibt es auch nicht. Denn die Rettungsstrategie der AfD besteht darin, das Wasser abzulassen, die Demokratie, den Rechtsstaat trockenzulegen. So werden unterschwellig die Partei wie die Bevölkerung für eine Neuauflage der nationalsozialistischen Ideologie weichgeklopft. Gleichzeitig versucht sich die AfD als ganz normale rechtsstaatlich-demokratisch ausgerichtete Partei zu präsentieren. Das scheint zu funktionieren: Da legt man den Termin des Bundesparteitages in Erfurt (Thüringen) bewusst auf das gleiche Datum, an dem vor 100 Jahren sich die NSDAP in Weimar (Thüringen) versammelte. Damals erhob die NSDAP den gleichen Machtanspruch wie heute die AfD. Natürlich weist die AfD den Vorwurf einer absichtsvollen Parallelität weit von sich. Gleichzeitig spekuliert die AfD aber darauf, dass sie durch solche historischen Bezüge rechtsradikale Vorfeldorganisationen und nationalsozialistisch denkende Wähler:innen an sich binden kann.

Das erklärt auch, warum die AfD programmatisch nichts liefern muss und auch nichts zu sagen hat. Sie zeichnet von Deutschland ein Bild des Untergangs und kann sich dabei die allgemeine, medial geschürte Stimmungslage zunutze machen. Nach Überzeugung der AfD hilft keine politische Umsteuerung im Detail, sondern nur die Beseitigung des Systems und seiner Grundlagen. Diese in der Verfassung verankerten Grundlagen widersprechen den Absichten der AfD diametral: demokratische Vielfalt, ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Meinungs-, Religions-, Presse-, Versammlungsfreiheit sowie die Freiheit von Kunst und Wissenschaft. Stattdessen will die AfD gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen die Grundrechte einschränken und völkische Homogenität und kulturelle Deutschtümelei in allen gesellschaftlichen Bereichen fördern. Das ist der Kern der AfD-Politik.

Auf diesem Hintergrund wird klar: Die AfD wird nicht ein soziales, wirtschaftliches Problem lösen können. Stattdessen wird sie ihre Hilflosigkeit kaschieren mit martialischen Drohaktionen gegen Bevölkerungsgruppen, die jetzt schon unter Druck stehen. Niemand sollte sich irgendwelche Illusionen machen: Diese Strategie wird sie auch auf dem wirtschaftlichen und sozialen Politikfeldern anwenden. Um im Bild zu bleiben: Die AfD wird propagandistisch den Rettungsring auswerfen, der sich aber als Luftnummer herausstellt. Wer ihn zu packen versucht, greift ins Leere. Faktisch gräbt die AfD dem Lebensraum der Demokratie, der Freiheit, des Rechtsstaates jetzt schon das Wasser ab. Eigentlich ist das alles relativ leicht durchschaubar, auch aufgrund der Blaupause, die wir in Deutschland besitzen. Doch offensichtlich bedarf es noch einer großen Anstrengung, bis potentielle AfD-Wähler:innen erkennen: Wer AfD wählt wird nicht gerettet, sondern sitzt bald auf dem Trockenen, wo nichts mehr gedeiht.

26 Kommentare

  1. Lieber Herr Plätzsch –
    „Was denn sonst, Herr Flade? Von rechts doch sicher nicht, und auch nicht bürgerlich-liberal“.
    Ihre kategorische Einordnung der DDR in Links wirft sofort Fragen auf, z.B. Ihre absolute Kategorisierung des Begriffes Links = DDR. Schauen Sie doch bitte mal mit Sorgfalt in diverser Geschichtsliteratur nach, wie der Terminus Links politisch höchst ambivalent dargestellt wird. Beginnen Sie mit Lenin, fahren Sie fort mit Stalin, Breschnew, Putin (Historie der Sowjetunion), wechseln Sie zur DDR mit Ulbricht, Honecker, Krenz, bedenken Sie den 17. Juni-Aufstand 1953, die Niederschlagung 1956 in Ungarn, den Mauerbau 1961, den Einmarsch der sowjetischen Panzertruppen in Prag und versuchen Sie zu klären, was da Links im Definitionsbereich der politischen Grundlagen konkret auf die DDR zutreffen könnte. Als im Herzen und mit Seele GRÜN denkender und sich engagierender Bürger dieser unserer Demokratie habe auch ich mich zum Friedlichen Herbst 1989 erfolgreich, gewaltfrei und aufrecht eintretend für eine Zivilgesellschaft eingesetzt, um diese gewaltreiche, Individuen niedertretende, diktatorisch in das Privateste eingreifende und Menschenrechte mannigfach verletzende, antihumanistische „Sozialistische“ DDR zu beseitigen. Diesen Unrechtsstaat DDR identifizieren Sie mit Links? Da müssen Sie wahrlich tiefer eindringen in politische Definitionen!! Wenn Sie schon Ilko-Sascha Kowalczuk bemühen, dann empfehle ich Ihnen das 2025 bei C.H.Beck erschienene „Ein Gespräch über den Osten – DIE NEUE MAUER“, ein Dialog mit Bodo Ramelow (nicht nur nebenbei: hier wird auch der Konflikt Ost/West bemerkenswert beleuchtet neben Rückblicken, was die DDR betrifft!).
    Bevor Sie so kategorisch die DDR mit Links identifizieren – lesen Sie nach, in Ruhe und ggf. mit der Möglichkeit, das Eine vom Anderen zu trennen, ja zu müssen! Pauschalisierungen in der Geschichte – das kann ziemlich schief gehen. Jo.Flade

  2. Nachdem alle Appelle und Beschwörungen bisher versagt haben, soll es nun Esoterik richten. Hoffen wir also auf die Menschen, die genügend positive Energie verströmen, um die Masse gegen die dunklen Einflüsterungen der Populisten zu immunisieren. Auch ein bar jeglicher objektiver Belege herbeifantasierter Generationenkonflikt (die Alten nehmen den Jungen den Atem) ist Beleg für das zunehmend Irrationale in der AfD-Debatte, leider auch in diesem Blog. Von beispielloser Ignoranz zeugt der Versuch, das angebliche Satte (und die Überalterung) der Gesellschaft in Deutschland als Quelle für die breite Akzeptanz der AfD in Teilen der Bevölkerung auszumachen. Aus dem Blickwinkel ihrer eigenen, kleinen beschränkten Welt übersehen diese Leute, dass z. B. Deutschland bei der Armut zur europäischen Spitzengruppe gehört. Rund 4,6 Mill. Menschen, das sind 5,6% der Bevölkerung, gelten als von „erheblichen materiellen und sozialen Entbehrungen“ betroffen (https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/ILC_MDSD11__custom_21355105/default/table, https://makroskop.eu/162026/deutschland-gehort-bei-armut-zur-europaischen-spitzengruppe/ ). Dass dagegen Deutschland in Europa das sechsthöchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf hat, ist zudem Beleg für die soziale Schieflage im Lande.

    All das fruchtlose Theater um den AfD-Parteitag in Erfurt ließ auch hier in den Hintergrund treten, dass die Bundesregierung gerade dabei ist, die derzeit für das Gedeihen der AfD günstigen sozial-ökonomischen Randbedingungen zu verstetigen. Denn mit der derzeitigen Politik wird die Regierungskoalition aller Voraussicht nach ohne konjunkturellen Rückenwind in die nächste Wahl gehen. Das hochtrabend als „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ bezeichnete, jüngst offerierte 34-Punkte-Paket wird, wenn man dem plausiblen Urteil einiger Experten folgt, kaum zu mehr Wachstum führen, die derzeitige wirtschaftliche Stagnation vertiefen und wenig zur Bearbeitung vorhandener Verteilungskonflikte beitragen. Die vorgesehene 10 Mrd. – Steuerumschichtung zugunsten unterer und mittlerer Einkommen ist marginal, sie beträgt nur 1% des Gesamtsteueraufkommens. Zudem wird sie nur zum geringen Teil durch Anhebung der „Reichensteuer“ gegenfinanziert. Die demzufolge erforderlichen Einsparungen werden den erhofften Wachstumseffekt weitgehend eliminieren. Der gesamte Wachstumseffekt wird auf lediglich 0,1% geschätzt. Auf Druck von CDU/CSU bleibt eine Korrektur der für Begüterte hauptsächlich relevanten niedrigen Kapitalertragsteuer von 25% unangetastet. Eine verordnete Zusatzabgabe für einen kapitalgedeckten Rentenanteil in Höhe von 2% wird der Bevölkerung Kaufkraft im Umfang von 30 Mrd. Euro entziehen (Merz hat wieder mal Unfug erzählt, als er meinte, diese würden für zusätzliche Investitionen zur Verfügung stehen). Die hohen Investitionen in den Militärsektor sind vergleichsweise wenig wachstumsfördernd. Ein Euro in diesem Bereich verausgabt bewirkt zusätzliche 0,5 Euro gesamtwirtschaftliche Aktivität. Bei Investitionen im zivilen Bereich erreicht der Multiplikator Werte größer als eins. Wenn zivile Ausgaben zugunsten von Rüstung sinken, kostet das langfristig Wachstum und Beschäftigung. Einige Maßnahmen zur Entlastung der Wirtschaft (z. B. sachgrundlose Befristungen, gelockerter Kündigungsschutz, Reduzierung von Berichtspflichten, Streichung von Karenztagen) sollen diese zu mehr Investitionen anregen. Das wird aber nicht gelingen, wenn die Auftragsbücher keine Auslastung der Kapazitäten versprechen. Derartige Maßnahmen und wie überhaupt jegliche Einschnitte in das Sozialsystem führen zudem zu Verunsicherungen und befördern das wachstumsschädliche Vorsichtssparen (https://www.blog-der-republik.de/wo-soll-das-wachstum-herkommen-das-reformpaket-der-koalition-verspricht-aufschwung-und-beschaeftigung-es-wird-beides-nicht-liefern-gastbeitrag-von-arno-gottschalk/
    ). Wer also effektiv etwas gegen die weitere Stärkung der AfD unternehmen will, sollte vorrangig die gegenwärtige Politik der Bundesregierung nicht nur kritisieren (Gruß an A. Schwerdtfeger), sondern sich aktiv am Widerstand gegen diese beteiligen. Zumindest im linken Flügel der SPD und in den Gewerkschaften scheint sich ein solcher bereits zu regen.

  3. Lieber Herr Thomas Braunschweig – Sie sagen es! Ich habe übrigens ein gut funktionierendes Netzwerk zu Thüringen und bin bestens informiert, was da zum AfD-Parteitag geschah. Und es zeigte sich leider auch medial, worauf Sie hinweisen, welch Bangigkeit im Journalismus um sich greift und Zivil-Courage mehr und mehr abhanden kommt. Was sich in Sachsen-Anhalt zur Wahl anbahnt, muss doch endlich ALLE aufwachen lassen. Friedrich Merz war an besagtem Wochenende lieber bei Herrn Wüst in NRW, um sich u.a. ein Gelbes Trikot anpreisen zu lassen. Ihnen beste Grüße – Jo.Flade

  4. Randnotiz: Gestern erfuhr ich aus einem seriösen Medium, dass in Deutschland die Anzahl der Drogentoten unter jungen Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren im Vergleich zum Vorjahr um 50 % zugenommen hat. Das ist eine erschreckende Tendenz!

    Warum ist der Drogenkonsum gestiegen? Danach wurde nicht gefragt. Es wurden lediglich die neuen und gefährlichen Drogencocktails angeführt. Ich habe viel mit jungen Menschen zu tun und kenne ihre Sorgen: „Uns geht es Scheiße!“ Die überalterte Gesellschaft, die zu großen Teilen mit den Populisten sympathisiert, und die von ihnen bevorzugten Politiker nehmen ihnen den Atem, verbauen ihnen die Zukunft. Daraus folgt Flucht in eine schönere Welt, und wenn es nur für eine Weile zum Schein ist.

    Mir ist diese Reaktion aus der Sowjetunion (Russland), der DDR und den weiteren Vasallenstaaten bekannt. Dort hieß die Droge Alkohol. Ich wiederhole mein Fazit: Stärkt den jungen Menschen den Rücken!

  5. Kommentar/Zitat: „Die „DDR“ hat 40 Jahre existiert und war wohl unbestreitbar eine Regierung von links – das radiert Wolff mit seiner Anmerkung aus.“ Andreas Schwerdtfeger.
    Herr Schwerdtfeger – Die SED-STASI-DDR, eine Regierung von Links? Hier enttäuschen Sie mich erneut sehr. Mit dieser fahrlässig-irren Feststellung bezeugen Sie fatalerweise einige Unkenntnis sowohl vom inhaltlichen, was mit Links zu klassifizieren wäre, als vor allem Ihre enorme Fehleinschätzung der realen DDR-Ideologie. Auch ich “durfte“ 40 Jahre diese DDR ertragen. Bevor Sie solcherart Unsinn aus bedenklich lokaler Distanz fixieren – bitte analytisch, solide historisch diesen Vor-Wende-Staat, der umringt war von Mauer und Stacheldraht und Schießbefehl und Stasigefängnissen tiefgehender einordnen und nachdenken. Ihr Papagei

    1. „Die SED-STASI-DDR, eine Regierung von Links?“
      ____________________________________________________________________________
      Was denn sonst, Herr Flade? Von rechts doch sicher nicht, und auch nicht bürgerlich-liberal. Leider fehlt mir die Konzentrationsfähigkeit auf 2000 Seiten der hochgelobten Ulbricht-Biografie Ilko-Sascha Kowalczuks.
      Hier eine Rezension Wolfgang Templins https://ogy.de/vv97

  6. Einige wenige, zugegeben teilweise überspitzte, satirische Überlegungen, ausgelöst von bedeutungs- und meinungsschweren Vordenkern dieses Blogs:

    Es ist wohl an der Zeit, dass Christian Wolff seinen Blog nicht nur umbenennt („Soziale Wahrheit“ wäre vielleicht ein geeigneter Titel?), sondern auch seine Autoren- und Betreiberrechte an sie abtritt.
    Mit Papageien, Hirnlosen und Merz-Hetzern könnte er dann  einen kleineren, meinungsschwächeren Blog neu etablieren, in dem er auch all seine Obsessionen ausleben kann.

    „Soziale Wahrheit“ könnte getrost dazu schweigen, dass der Parteitag in Erfurt die AfD weiter radikalisiert, den Einfluss des gesichert rechtsextremen Björn Höcke deutlich gestärkt und den der Ostdeutschen geschmälert hat.
    Auch das Datum des Parteitags, könnte endlich als „Vogelschiss der Geschichte“ eingeordnet werden.

    Sollte es im September zu einer ersten Regierungs-Übernahme der AfD kommen, könnte „Soziale Wahrheit“ weiter die schlechteste Regierung aller Zeiten, eine links-grün versiffte Medienlandschaft und einen irregeleiteten Pfarrer, der konsequent „keinen Millimeter Platz für die AfD“ forderte, verantwortlich machen.

    Den (allerdings noch zu schaffenden) Preis für einen „Klaren, wertschätzenden, demokratiefördernden Blog“ wird bestimmt Friedrich Merz in Dauerschleife an „Soziale Wahrheit“ übergeben wollen; für die Laudatio könnte z.B. Dieter Nuhr gewonnen werden.

    Nach den „Blühenden Landschaften“ hätten wir in Deutschland dann endlich auch einen aufrechten Blog für klare Antworten auf die brennenden politischen und sozialen Fragen der Gegenwart, dessen Niveau man auch nicht mehr  ständig in Zweifel ziehen müsste….

    PS: Der Beitrag von Herrn Wittenburg vom 7.7.26, 10:28 Uhr, ist NICHT in meine satirischen Überlegungen eingeflossen.

  7. Christian Wolff ist bekannt, dass ich eine große Ausstellung vorbereite, die in dieser jammervollen Epoche ein neues Bewusstsein und positive Energie erzeugen soll. Harte Arbeit, während der ich die immer noch tiefen Gräben zwischen Ost und West zu spüren bekomme, allerdings auch mit Freude die Brücken erlebe.

    In diesem Blog fragte ich einst nach der Rolle Tino Chrupallas – und erhielt keine Antwort. Ganz einfach: Er dient dazu, im Osten Wähler zu gewinnen, was ihm im Fahrtwind von Alice Weidel erfolgreich gelingt. Doch die Musik spielt im Westen und der Erfolg der AfD ist dort nicht von der Hand zu weisen. Die Strategie ist aufgegangen, Tino Chrupalla hat seine Rolle gespielt und bekommt irgendwann als nützlicher Esel sein Gnadenbrot.

    Schon 2020 habe ich eine große und viel beachtete Ausstellung durchgeführt. Großer Bahnhof. Die Besucher gingen in die Zigtausende. Sie diskutierten jahrelang, doch von den Medien in Ost und West wurde diese Exposition weitgehend ignoriert. Niemand hatte ein Ohr für die Bürger. Der Schlüssel, den Populisten den Wind aus den Segeln zu nehmen, liegt im Osten. Ich habe mir 2019 folgenden Artikel aus der ZEIT aufgehoben:

    „Es ist diese Wurstigkeit, mit der in der Politik jede neue Hiobsbotschaft aus dem Osten behandelt wird. Es gab in den 30 Jahren seit der friedlichen Revolution nicht einen einzigen bedeutenden westdeutschen Politiker, der den Osten zu seinem großen Anliegen gemacht hätte – außer einigen Senioren, die dort ihre zweite Karriere machten. In der gesamtdeutschen politischen Öffentlichkeit gibt es nur wenige, die mit Ostthemen wirklich durchdringen. Die hin und wieder mal warnen, welche Abgründe sich in einer Region auftun können, in der nicht so wenige Bewohner zu der Überzeugung gelangt sind, sie seien feindlich besetzt worden.

    Westdeutschland hin oder her. Es sind diese Herrenmenschen, die den Osten kaputt machen. An keinem der Orte, an denen sie seit Jahrzehnten immer wieder `Fuck you´ wählen, ist irgendetwas dadurch besser geworden. Im Gegenteil, diese Regionen entleeren und verarmen noch mehr und noch schneller als die anderen. Wie auch anders. Wirklich niemand, der Menschen nach Religion oder Hautfarbe oder Wert sortiert, hat eine Ahnung davon, wie man eine Gegend für Menschen attraktiv macht. Nichts wird besser werden im Osten, wenn dort eines Tages Leute regieren, die nur ihresgleichen dulden.

    Es ist so viel schiefgelaufen im Nachwendeosten, es gab so viele Ungerechtigkeiten. Aber das ist kein Grund, das war es nie, Rechtsextreme zu wählen und damit das Land von der Außenwelt abzuschotten. Niemand wird von der Geschichte gezwungen, ein Rassist zu sein. Niemand hat das Recht, andere zu misshandeln, weil ihm selbst übel mitgespielt wurde. Und auch sonst nicht.

    Wo immer im Osten das nicht klar ist, wird es Zeit für mehr, nicht weniger Streit. Denn so sind nicht alle, bei Weitem nicht. Es gibt so viele, die das Grundgesetz jeden Tag in ihrem Tun und Reden respektieren. Sie sind an den meisten Orten in der Mehrheit, und es wird Zeit, dass sie sich durchsetzen.

    Diese Menschen brauchen Unterstützung, manche brauchen konkret Geld. Was sie jedenfalls nicht brauchen, sind wohlfeile Kommentare aus Hannover-Linden. Die Lage im Osten ist zu ernst, um nicht zu differenzieren.“

    In jeder Diktatur sind die Gleichgültigen die Schlimmsten.

  8. Neulich war ich bei einer Veranstaltung des NDR im Warnemünder Kurhaus. Thema: „Mitreden – Live vor Ort. Demokratie unter Druck“. Die Teilnehmer im Saal wurden verlost, um dem Andrang gerecht zu werden. Auf dem Podium saßen neben der Moderatorin eine Journalistin und Autorin, ein ehemaliger Oberbürgermeister und eine bekannte Schriftstellerin. Sie lieferten die Stichworte. Die Anwesenden im Saal wurden aufgefordert, ihre Meinungen zu sagen.

    Nachdem die Alten rumgemeckert haben – bei einigen war die Nähe zu den Populisten deutlich zu erkennen -, meldeten sich ganz junge Leute zu Wort und überzeugten mit Optimismus und Ideen. Am Ende der Veranstaltung wurden sie von Journalisten und ihren Mikrofonen regelrecht belagert.

    Ja, in einer satten und überalterten Gesellschaft mangelt es an Ideen. Die Probleme wirken für die Älteren erdrückend und die Zukunft ist für diese kurz. Fazit: Stärkt den jungen Menschen den Rücken!

    Es hilft allerdings nicht, einen Parteitag verhindern zu wollen. Die Populisten nutzen jede Gelegenheit, sich erfolgreich in ihrer Opferrolle suhlen zu können. Wer keine Ahnung davon oder es vergessen hat, wie sich die Alleinherrschaft einer einzigen Partei anfühlt, die immer Recht zu haben meint, ergreift für diese „Opfer“ aus einem Mitgefühl heraus schnell Partei.

    Das ist wie mit dem Wal Timmy auf der Insel Poel. Plötzlich wird die Sache zum Hype. Am Ende war der Wal tot und der Steuerzahler hat den Schaden.

  9. Ja, Herr Flade, ich habe in Erfurt nur Herrn Schneider aus dem Kabinett gesehen. Auch Herrn Voigt, als gastgebenden MP habe ich nicht gesehen. Dafūr aber einen Empfang am Bahnhof, der die Stimmung sofort hob.
    Insgesamt fand ich den Tag in Erfurt sehr gut, auch wenn der Parteitag stattfand.
    Ich frage mich, warum die Medien in Thūringen so eine Angst vor einer Teilnahme geschürt haben. Ich vermute, man wollte friedliche Menschen von einer Teilnahme abhalten. In wessen Auftrag das wohl geschehen war?

  10. „Linksradikale haben in Deutschland noch nie eine große Basis in der Bevölkerung … gehabt“, schreibt uns Wolff und radiert damit mal schnell 40 Jahre „DDR“ aus.
    Und er verweist auf die Parallelität des Datums des AfD-Parteitages, was der kleine Papagei sofort nachschwatzt. Nun muss man sagen, dass in unserer heutigen geschichtsvergessenen Zeit dieses Datum niemandem aufgefallen wäre, wenn es nicht die interessierten Medien und einige Neunmalkluge publik gemacht hätten. Die AfD-anfällige Jugend Deutschlands ist zugleich die geschichtsvergessenste – und erst der Hinweis macht die Sache zum Skandal.
    Und dann haben wir eine große Zahl von Demonstranten – ein gutes Recht, dessen Wahrnehmung sich allerdings hier zum Boomerang wandelt. Denn die AfD suhlt sich geradezu im Triumph, von der Polizei geschützt zu werden. Innenminister Maier hatte schon Recht: es ist eben Pflicht des Staates, auch einen solchen Parteitag zu schützen. Die Demonstranten haben der AfD sehr geholfen.
    Und schließlich: Der Beitrag beschreibt durchaus richtig die Lage. Ein lobhudelndes dickes DANKE in typischer Schmeichelei (wie es gegenüber Trump immer kritisiert wird) ist allerdings eigentlich nicht angebracht, denn wo ist neben der Beschreibungswiederholung der Lösungsvorschlag? Den müsste man doch erwarten – zumindest von denen, die ein Instrumentarium zum Nachdenken über diese Frage haben. Denn Jammern alleine – Wolffs bisherige Taktik – ist doch eben nicht gut genug.
    Meine Vorschläge:
    – Einstellen der ständigen Umfrageveröffentlichungen durch die Medien, denn diese sind kontraproduktiv (sowohl weil viele Menschen zur AfD getrieben werden, weil sie auf Seiten der vermeintlichen Sieger sein wollen, als auch weil die AfD sie für ihre Propaganda nutzt)
    – Stopp der ständigen medialen und öffentlichen Beschäftigung mit dieser Partei, die nichts anderes zeigt als die Angst vor deren Anwachsen, weil dies die Wähler ebenfalls auf die Seite der vermeintlichen Sieger treibt (und schon gar nicht über Nebensächlichkeiten wie das Datum des Parteitages)
    – Unterstützung der augenblicklichen Unions-/SPD-Regierung mit größerer Kompromissbereitschaft (und nicht mit tumber Hetze à la Flade), denn die demokratischen Alternativen sind allesamt nicht erfolgversprechend und fördern die Chancen der AfD
    – Inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD anstelle von dummen Schlagworten und Pauschalisierungen in allen politischen Bereichen (Migration, Kriminalität, Sozialem, innere/äußere Sicherheit, Wirtschaft und Finanzen)
    – Stopp von überflüssigen Diskussionen (Krankschreibungen, Öffnungszeiten, Arbeitszeiten) und stattdessen: Maximale Flexibilität in allen Bereichen (im Falle Krankschreibung also: Richtig, gesetzlich den 1. Tag zu verordnen, aber „Öffnung“ durch betriebliche Vereinbarung; im Falle Arbeitszeit also: 40Std-Woche, nicht 8Std-Tag). (Eine kleine Anekdote zur Krankschreibung: Eine Hausärztin im TV erklärte den „ersten Tag“ zur „Katastrophe“, weil sie dann nicht mehr die Zeit hätte, sich um die „wirklich Kranken“ zu kümmern. Genau: Die „wirklich Kranken“!)
    Es ist richtig, dass die Regierung Merz/Klingbeil Fehler macht oder nicht weit genug geht. Alternativen zu dieser Regierung scheint es aber nur eine zu geben. Man muss Söder nicht mögen, aber seine Aussage von der „letzten Patrone“ ist wohl richtig. Hetze gegen Merz (und Klingbeil) ist AfD-Speak und da brauchen wir also keine Papageien.
    Und nun sind wir gespannt, ob Wolff seinen Rekord vom letzten Beitrag (Gardiner) brechen will: Von 76 Interventionen hat er 20 geschafft – alle identisch rechthaberisch und inhaltlich nicht neu, aber zunehmend aggressiv und intolerant.
    Andreas Schwerdtfeger

    1. „Linksradikale haben in Deutschland noch nie eine große Basis in der Bevölkerung … gehabt“, schreibt uns Wolff und radiert damit mal schnell 40 Jahre „DDR“ aus.
      ___________________________________________________________________________________
      Sie sind lustig – als ob die DDR jemals von der Mehrheit der Bevölkerung getragen worden wäre.
      Dazu einen Witz: Honeckers Freundin hat Geburtstag und einen Wunsch frei. Sie bittet ihn, die Mauer zu öffnen. „Willst wohl mit mir allein sein?“

      1. Genau – auch die Nazis hatten nie irgendwelche Unterstützung in Deutschland, was, Herr Plätzsch?
        Die „DDR“ hat 40 Jahre existiert und war wohl unbestreitbar eine Regierung von links – das radiert Wolff mit seiner Anmerkung aus.
        Andreas Schwerdtfeger

        1. Das (zweifelsohne linksradikale) DDR-Regime wäre spätestens am 17. Juni 1953 am Ende gewesen, wenn ihm nicht die Russen zu Hilfe gekommen wären. Ein Beweis für die Richtigkeit Herrn Wolffs Aussage.

    2. Lieber Herr Schwerdtfeger, ohne die Polemik gegen Christian Wolff und Jo Flade können wir uns besser auf Ihre Inhalte konzentrieren. Wäre das möglich? Christian Wolff ist nun mal der Chef dieses Blogs, ohne ihn würden wir nicht diskutieren. Es steht ihm das letzte Wort zu, wobei sein letztes nicht dem ersten entsprechen muss. Aus diesem Grund diskutieren wir doch!

      „Stopp der ständigen medialen und öffentlichen Beschäftigung mit dieser Partei, die nichts anderes zeigt als die Angst vor deren Anwachsen, weil dies die Wähler ebenfalls auf die Seite der vermeintlichen Sieger treibt (und schon gar nicht über Nebensächlichkeiten wie das Datum des Parteitages).“

      Das sehe ich ebenso, denn dieser wöchentliche Zustandsbericht beflügelt auf der einen Seite die AfD-Sympathisanten und auf der anderen aktiviert er die Gegner. Die Folge ist – zu Ende gedacht – Gewalt.

      „Inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD anstelle von dummen Schlagworten und Pauschalisierungen in allen politischen Bereichen (Migration, Kriminalität, Sozialem, innere/äußere Sicherheit, Wirtschaft und Finanzen).“

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses unmöglich ist. Wer in die Argumentationsspirale der Populisten geraten ist, kommt so schnell nicht wieder heraus – Gehirnwäsche wie in einer Sekte. Eine Lösung ist, diejenigen inhaltlich und mental zu stärken, die sich nicht in dieser Blase befinden. Zu Ende gedacht: Bildung, Optimismus und mit positiver Energie überzeugen.

      „Stopp der ständigen medialen und öffentlichen Beschäftigung mit dieser Partei, die nichts anderes zeigt als die Angst vor deren Anwachsen, weil dies die Wähler ebenfalls auf die Seite der vermeintlichen Sieger treibt (und schon gar nicht über Nebensächlichkeiten wie das Datum des Parteitages).“

      Das sehe ich nicht so, denn wo sonst als in den Medien soll eine Auseinandersetzung mit den Populisten erfolgen und mit positiver Energie überzeugt werden? Ich greife auf meine Erfahrungen im Herbst 1989 zurück. Es gelang einer Minderheit, den verbohrten und spießigen Ideologen, die auf dieser Basis nur ihre eigenen Vorteile im Kopf hatten, die Maske vom Gesicht zu ziehen und sie der Lächerlichkeit preiszugeben.

      Lächerlichkeit entwaffnet.

      1. Lieber Herr Wittenburg,
        ich freue mich darüber, dass Sie sich jetzt inhaltlich mit meinen Beiträgen auseinandersetzen. Ihre Anmerkungen kann ich nachvollziehen. Ihre Argumentation im letzten Punkt – Stopp der ständigen medialen und öffentlichen Beschäftigung mit dieser Partei – ist richtig, aber vielleicht haben Sie mich da etwas missverstanden: „Wo sonst als in den Medien …“, schreiben Sie; mir aber ging es genau darum. Man soll sich in Gesellschaft und Medien mit den Inhalten, nicht aber mit der Partei auseinandersetzen. Und wie würde ich mich freuen, wenn Wolff das täte.
        Und damit zu Ihrem Punkt bezüglich dieses Blogs. Jeder im Blog untermauert seine „Autorität“ anders. Sie führen an, dass Ihr Name von Timbuktu bis Manderlay bekannt ist, dass Ihnen dänische Lehrer zujubeln, sie jedesmal aus einem anderen europäischen oder deutschen Lande zu uns sprechen und überlaufene Ausstellungen veranstalten. Das zieht, darf ich humorvoll sagen! Lerchner schreibt uns als Universitätsprofessor aus Brasilien. Plätzsch beherrscht wie kein anderer die Klaviatur des Internets. Käfer führt seinen Knigge als wichtigstes Argument ins Feld; Wolff selbst hat den Knigge früher mal abgelehnt bzw nur seine eigene Interpretation gelten lassen. Ich selbst versuche, meine MEINUNG zu schreiben und nicht mein Leben zu beschreiben. Allerdings habe ich angeboten, sich mal zu treffen und dabei auch Lebenswege auszutauschen, weil so ein besseres Verständnis entstehen könnte. Flade hat das abgelehnt und dann kopiert – aber nur mit seinen Kumpels und genau da braucht man’s ja nicht.
        Ich bin allerdings der Meinung, dass es eben weder falsch ist, sich gegen persönliche Anwürfe zu verteidigen, noch, um des lieben Friedens willen Heucheleien und doppelte Standards zu vertuschen. Also schreiben Sie mir INHALTLICH, wo ich Ihrer Meinung nach eine Heuchelei oder doppelte Moral zu Unrecht feststelle. Denn Ihr Hinweis, dass Wolff der „Chef“ sei und „das letzte Wort habe“ kann sich doch wohl nur beziehen auf die Regeln und Verfahren – nicht auf die Inhalte, denn das wäre ja dem „demokratischen Diskurs“ entgegengesetzt. Und genau diese Forderung – dass Wolff die Regeln einhält und durchsetzt – fordere ich ja von ihm seit langer Zeit vergeblich. Aber man kann eben nicht mir schreiben, Wiederholungen seien langweilig und würden geblockt – und dann selbst 20 mal (von 76) dasselbe schreiben und es als notwendig ansehen.
        Immerhin bewundere ich sehr die Formulierung in Ihrem ersten Satz – Sie zeigt, dass Sie in der Tat ein Mann von Welt sind. Ich grüße Sie.
        Andreas Schwerdtfeger

        1. Lieber Herr Schwerdtfeger, somit haben wir doch etwas erreicht, und zwar menschlich! Ich finde das wunderbar! Zur Demokratie und dem Erkenntnisgewinn in diesem Blog, vielleicht haben Sie diesen Satz nicht wahrgenommen: „Es steht ihm (Christian Wolff) das letzte Wort zu, wobei sein letztes nicht dem ersten entsprechen muss.“

          Später mehr.

        2. Lieber Herr Schwerdtfeger, vielen Dank. Es geht nicht um Heuchelei und doppelte Moral, sondern ganz simpel um die Kultur der Kommunikation mit dem Ziel des besseren Verstehens, um neue Erkenntnisse und um die gegenseitige Achtung.

          Wenn Sie Ihre Beiträge direkt an Christian Wolff richten, sind die anderen Leser außen vor. Dann erreichen mich auch nicht Ihre Inhalte. Bitte bleiben Sie einfach bei der Sache und sprechen alle Leser an bzw. korrigieren Sie falsche Aussagen unter der Prämisse, dass sich der Diskussionspartner auch irren kann. Irren ist menschlich, sonst bräuchten wir hier nicht miteinander kommunizieren.

          Diese langen Texte, die hier üblich sind, wirken wie die Bleiwüsten im Neuen Deutschland. Bitte nutzen Sie Absätze zur besseren Leserlichkeit, damit der Leser eine Pause zum Erfassen der Inhalte nutzen kann.

          Hinter jeder Meinung steht eine Person. Ich möchte mein Gegenüber kennen, mit dem ich in den Austausch trete. Ich habe mich geöffnet, der Rest steht im Internet, bei KI oder in meinen Publiikationen. Es geht hier nicht um Autoreifen, sondern um menschliche Angelegenheiten.

          Was ein persönliches Teffen betrifft, so handelt es sich hier um einen digitalen Stammtisch. Ich müsste eine weite Reise unternehmen, um mich an einen gemeinsamen Biertisch setzen zu können. Was wäre das Ziel einer solchen Zusammenkunft? Eine Initiative zur Rettung der Demokatie? Dann wäre es sinnvoll.

          Konnte ich helfen? Ich grüße zurück, Siegfried Wittenburg.

        3. Apropos Autoritäts-Management, Herr Schwertfeger: Es ist sicherlich richtig, dass das von einzelnen hier etwas weitschweifig betrieben wird. Aber möchte nicht jeder stolz sein auf etwas Besonderes im eigenen Leben? Sie haben doch auch vor Jahren in diesem Blog mit Ihrem herausragenden (geheimen?) Familienstammbaum brilliert.

  11. Wer sich mit Schwarz-Rot-Gold verhüllt, der ist noch lange kein „Patriot“.. Diese Maskerade in Erfurt soll nur den „Vogelschiss“ zudeckenum die Rückkehr zum völkischen Populismus zu vernebeln.
    Dennoch sollte man nicht übersehen, dass der Kanzler Merz seinen Anteil an dem Zuwachs der AfD hat (und die SPD Wähler an die AfD vielleicht auch deshalb verloren hat). Die schwierige Ausgangslage vor den bevorstehenden Landtagswahlen für die Union UND SPD hat weniger mit der Ampel zu tun als mit dem Kanzler, der in den Umfragen immer tiefer abrutscht.

  12. DANKE, Christian!!! Wenn eine, wie A. Weidel im Interview im Öffentlich-Rechtlichen ZDF mit Dunja Hayali feststellte, die AfD eine Volkspartei ist und die Framings, zu rechtsextremen Vorwürfen, absolut zurückzuweisen seinen, dann stellt sich sofort die Frage, wer Verantwortung in der AfD-Parteispitze, also Weidel und Chrupalla, dafür trägt, dass der Erfurter Parteitag höchst durchsichtig fast auf den Tag genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Parteitag im Juli 1926 (!) stattfindet. Wer jetzt noch immer nicht begreift, was diese Partei treibt, ja dann werde auch ich wach in der Nacht, denke ich an Deutschland. Auch die Rhetorik, die Körpersprache einer Frau Weidel, sowohl in Erfurt als eben auch während des Interviews bedarf keines weiteren Kommentars. Nicht nur nebenbei frage ich mich, warum Friedrich Merz samt dem derzeitig amtierenden Bundes-Kabinett nicht gemeinsam mit den tausenden, gewaltfreien Demonstranten vor dem Messegelände wider diesem AfD-Parteitag zum Wochenende in Erfurt klar seine öffentlich zu oft wiederholte AfD-Unvereinbarkeit mit dieser politischen Katastrophe demonstrierte. Genau an diesem Punkt zeigt sich die bedenkliche Differenz zwischen Wort und Tat. Merz ruft zur Demokratiestandhaftigkeit auf – ja wo bleibt er dann, brennt die politische Luft in einem der sog. Neuen Bundesländer? Den Aufrechten, die sich gestern am Sonnabend in Erfurt demonstrativ wehrten gegen diesen AfD-Parteitag: DANK!!

  13. Bezeichnend, dass sich das vom parlamentarischen Untergang bedrohte BSW mit einem Brief an die rechtsextremistische AfD gewandt hat, in dem ein Rededuell zwischen Weidel und Wagenknecht vorgeschlagen wird. Gemeinsames Ziel sei es, die Wahl eines Ministerpräsidenten der etablierten Parteien zu verhindern.
    Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley, (SPD) gegenüber dem BSW-Chef De Masi bei „Markus Lanz“: „Aber Sie legitimieren sie [die AfD] als Partei. Die ganze Partei, mit allem, was sie ist.“

  14. Lieber Christian, in vielem hast Du Recht. Zu den Gefährdern unserer Demokratie gehören aber auch die Linksradikalen und die Wagenknecht Anhänger.Aussenpolitisch gehört Deutschland an die Seite der Ukraine und Israels. Nur das macht den Kampf gegen den Rechtradikalismus erfolgversprechend. Grüsse nach Leipzig Dein Rainer

    1. Lieber Rainer, Linksradikale haben in Deutschland noch nie eine große Basis in der Bevölkerung bzw. Wähler:innenschaft gehabt. Das ist auch heute so. Und außenpolitisch gehört Deutschland an die Seite der Demokratien und der Gruppen und Parteien, die in ihren Ländern für demokratische Verhältnisse und gegen den Autokratismus streiten. Beste Grüße, Christian

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