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Retter ohne Rettungsring

Sie wollen Deutschland „retten“, das Land „vom Kopf auf die Füße stellen“, den „Untergang Deutschlands“ verhindern. So hörte es sich in den Reden der beiden wiedergewählten Parteivorsitzenden der rechtsnationalistischen AfD, Alice Weidel und Tino Chrupalla, auf dem Parteitag in Erfurt am 4./5. Juli 2026 unisono an. Wenn Weidel und Chrupalla dann gefragt wird, was sie denn konkret verändern wollen, dann verweisen sie ebenso unisono auf Re-Migration:  Einwanderung gehöre beendet, Abschiebung müsse systematisch erfolgen. Außerdem muss die Kernkraft reaktiviert und russisches Gas wieder bezogen werden können. Letztlich ist es ein Trump-Programm: Nationalismus mit imperialem Anspruch und Verleugnung des Klimawandels, um rücksichtslos die natürlichen Ressourcen ausbeuten zu können– mit dem einen Unterschied, dass die AfD im öffentlichen Auftreten ihre eigentlichen Absichten zu verschweigen versucht und sich dafür als ganz normale demokratische Partei darstellt.

Was die AfD derzeit perfektionieret: ihre Verharmlosungsstrategie, die sie schon lange anwendet. In Sachsen-Anhalt wird ein Wahlprogramm verabschiedet, das in vielen Punkten bewusst an die NSDAP anknüpft und verfassungsfeindlich ist. Von dem allen ist aber auf dem Bundesparteitag und bei Weidel und Chrupalla kaum die Rede. Da wird die „Rettung“ versprochen, ohne dass der Rettungsring gezeigt wird. Den gibt es auch nicht. Denn die Rettungsstrategie der AfD besteht darin, das Wasser abzulassen, die Demokratie, den Rechtsstaat trockenzulegen. So werden unterschwellig die Partei wie die Bevölkerung für eine Neuauflage der nationalsozialistischen Ideologie weichgeklopft. Gleichzeitig versucht sich die AfD als ganz normale rechtsstaatlich-demokratisch ausgerichtete Partei zu präsentieren. Das scheint zu funktionieren: Da legt man den Termin des Bundesparteitages in Erfurt (Thüringen) bewusst auf das gleiche Datum, an dem vor 100 Jahren sich die NSDAP in Weimar (Thüringen) versammelte. Damals erhob die NSDAP den gleichen Machtanspruch wie heute die AfD. Natürlich weist die AfD den Vorwurf einer absichtsvollen Parallelität weit von sich. Gleichzeitig spekuliert die AfD aber darauf, dass sie durch solche historischen Bezüge rechtsradikale Vorfeldorganisationen und nationalsozialistisch denkende Wähler:innen an sich binden kann.

Das erklärt auch, warum die AfD programmatisch nichts liefern muss und auch nichts zu sagen hat. Sie zeichnet von Deutschland ein Bild des Untergangs und kann sich dabei die allgemeine, medial geschürte Stimmungslage zunutze machen. Nach Überzeugung der AfD hilft keine politische Umsteuerung im Detail, sondern nur die Beseitigung des Systems und seiner Grundlagen. Diese in der Verfassung verankerten Grundlagen widersprechen den Absichten der AfD diametral: demokratische Vielfalt, ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Meinungs-, Religions-, Presse-, Versammlungsfreiheit sowie die Freiheit von Kunst und Wissenschaft. Stattdessen will die AfD gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen die Grundrechte einschränken und völkische Homogenität und kulturelle Deutschtümelei in allen gesellschaftlichen Bereichen fördern. Das ist der Kern der AfD-Politik.

Auf diesem Hintergrund wird klar: Die AfD wird nicht ein soziales, wirtschaftliches Problem lösen können. Stattdessen wird sie ihre Hilflosigkeit kaschieren mit martialischen Drohaktionen gegen Bevölkerungsgruppen, die jetzt schon unter Druck stehen. Niemand sollte sich irgendwelche Illusionen machen: Diese Strategie wird sie auch auf dem wirtschaftlichen und sozialen Politikfeldern anwenden. Um im Bild zu bleiben: Die AfD wird propagandistisch den Rettungsring auswerfen, der sich aber als Luftnummer herausstellt. Wer ihn zu packen versucht, greift ins Leere. Faktisch gräbt die AfD dem Lebensraum der Demokratie, der Freiheit, des Rechtsstaates jetzt schon das Wasser ab. Eigentlich ist das alles relativ leicht durchschaubar, auch aufgrund der Blaupause, die wir in Deutschland besitzen. Doch offensichtlich bedarf es noch einer großen Anstrengung, bis potentielle AfD-Wähler:innen erkennen: Wer AfD wählt wird nicht gerettet, sondern sitzt bald auf dem Trockenen, wo nichts mehr gedeiht.

82 Kommentare

  1. Oberst Richter hat offensichtlich vor einer Versammlung des BSW in Dresden einen Vortrag zu Fragen der Rüstungskontrolle gehalten, den uns Plätzsch freundlicherweise im Wortlaut zugänglich gemacht hat.
    Der Vortrag bestand überwiegend aus einer Zusammenfassung der Bemühungen zu diesem Thema in den letzten Jahrzehnten seit den 1970er Jahren auf der nördlichen Welthalbkugel und einer knappen Prognose für Möglichkeiten in der Zukunft. Er äußerte sich NICHT zu augenblicklichen Verteidigungs-Anstrengungen der Nato-Staaten, mit Ausnahme eines kurzen Hinweises zur 3,5/5%-Zahl (auf den ich noch zurückkomme), und er zielte auf einen Zuhörerkreis, der offensichtlich über die „basics“ unterrichtet werden musste, denn lange Strecken des Vortrags waren darstellend und erklärend – und eben nicht „Kenntnis voraussetzend“.
    Richter machte – untermauert durch übersichtliche und informative, aber auch textlich fordernde Bilder mit vielen Abkürzungen (MBFR, SALT, START, KSE/AKSE, open skies, KSZE/OSZE, Dayton, bestimmte Waffenkonventionen, Teststopvertrag, etc) – deutlich, dass Abrüstung und Rüstungskontrolle
    1. ein außerordentlich komplexer Prozess sind, der politisch-diplomatisch
    – Bereitschaft zum Verhandeln über trennende Grenzen (auch menschenrechtliche) hinweg,
    – gegenseitige Offenheit (Datenaustausch) und damit Vertrauen (gegenseitige geregelte Beobachtung),
    – reziproke und detaillierte Verifikation nach vereinbarten Regeln,
    – sowie begleitende politisch-militärische vertrauensbildende Maßnahmen
    voraussetzt.
    2. sich gliedern nach bestimmten Kriterien, die sich
    – rechtlich,
    – geographisch,
    – verfahrenstechnisch,
    – und insbesondere nach Waffenkategorien
    unterscheiden.
    3. schließlich gekennzeichnet sind durch
    – Bi- oder Multilateralität, je nachdem, um welche Waffenkategorien (oder deren Besitzer) es sich handelt,
    – daraus resultierend unterschiedliche geographische Anwendungs- und Verifikationsräume,
    – große Flexibilität im Verhandlungsspektrum, das ALLE wesentlichen Waffenkategorien umfassen sollte, die wiederum notwendig sind, um politische Flexibilität in der Eskalations-/Deeskalationsfrage zu ermöglichen.
    Dieses alles muss man eigentlich voraussetzen, wenn man das Thema diskutieren will.
    Richter hat sich (in diesem Vortrag) NICHT geäußert, soweit ich das erkenne, zur Frage einzelner militärischer Fähigkeiten, einschließlich der Frage der Raketennachrüstung durch Tomahawks in Europa/DEU.
    Richter äußert sich zu Recht zu der Tatsache, dass leider insbesondere unter der Administration Bush Jr. die USA die Verantwortung für den Rückbau bestehender RüKo-Abkommen tragen. Europa ist Bush damals gefolgt – und insgesamt war es eben leider ein Fehler, der dazu beigetragen hat, Putin sowohl in die Arme Chinas als auch in die Aggression gegenüber Westeuropa zu treiben. Die ganze Hetze gegen sogenannte „Putin-Versteher“ übersieht diesen politischen Fehler des Westens.
    Richter hat sich eher pessimistisch geäußert bezüglich der augenblicklichen Chancen zu neuen Abrüstungs- und Rüstungskontrollverträgen, womit er wohl Recht hat. In der Vergangenheit war RüKo eine bilaterale US-Sowjetunion-Angelegenheit bezüglich bestimmter Waffenkategorien und eine multilaterale Frage zwischen Nato und Warschauer Pakt bezüglich anderer Kategorien. Das war relativ einfach. Künftig wird RüKo nur sicherheitsfördernd sein, wenn sie global und multilateral gelingt – und je mehr Verhandlungspartner, desto mehr Probleme/Differenzen, desto größer die Gefahr von Ausnahmen, Einzelregelungen, Zugeständnissen, kleinsten gemeinsamen Nennern. Dies betrifft kleine wie große Partner – China ist derzeit zB nicht wirklich interessiert – und fördert Blockaden in Form von Klientelstaaten, Lagerinteressen, Scheinzugeständnissen (insbesondere bei Verifikation, Offenheit, Datenaustausch und Vertrauensvorschuss). Es reicht deshalb nicht wirklich, wenn man mal aus der Hüfte Abrüstung fordert, ohne auf die Details und Probleme der Umsetzung einzugehen.
    Und: Richter hat sich kritisch zur 3,5/5%- Marke geäußert mit dem Hinweis, dass eine solche Marke zu abstrakt und bürokratisch sei und Sicherheit sich eher über Fähigkeiten als über fiskalische Grenzen definiere. Dies ist natürlich richtig. Aber jeder weiß ja, dass solche Regelungen politisch nötig sind, damit überhaupt was passiert. Denn – man sieht es ja an der Diskussion hier im Blog – es gibt halt zu viele Leute, die ihre subjektive und kenntnislose Meinung zum Maßstab machen, wenn es keine „Regel“ gibt.
    Aus meiner Sicht ist nicht erkennbar, wie Richter als Kronzeuge für die LINKE/das BSW in Anspruch genommen werden kann, die ja beide Verteidigung ausschließlich unter ideologischen Gesichtspunkten sehen und den „Gegensatz Verteidigung – Soziales“ populistisch instrumentalisieren, anstatt nach Ausgleich und Balance zu suchen.
    Andreas Schwerdtfeger

    1. Ein guter Beitrag, Herr Schwerdtfeger – außer Ihrer Ansicht zum „Gegensatz Verteidigung – Soziales“. Er ist nicht das Erzeugnis populistischer Instrumentalisierung, sondern noch befeuert durch die Scheu, Vermögende stärker heranzuziehen, plausibel zu begründen mit dem Aufwand für Verteidigung. Stattdessen werden – umgekehrt – Kürzungen im Sozialbereich begründet mit einem Sparzwang, der allein nicht gelten soll für die Verteidigung.

      1. … und das wiederum liegt daran, lieber Herr Hoellger, dass im Bereich Verteidigung seit vielen Jahren zu viel gespart worden ist (und also Nachholbedarf entstanden ist), während im Bereich Soziales zu großzügig verteilt worden ist. Im einen Bereich gibt es also Nachholbedarf, im anderen eher Einschränkungsnotwendigkeit. Aber unterschiedliche Meinungen sind ja legitim und ich respektiere die Ihre, auch wenn ich sie nicht teile.
        Andreas Schwerdtfeger

        1. Lugt da nicht unter dem Mäntelchen der sachlichen Argumentation auch knallharte Interessenpolitik hervor?

          Hat Deutschland wirklich in der Verteidigung über Jahre zu viel gespart? Und im Sozialen zu großzügig verteilt?
          Beides kann man legitim als Meinung äussern.

          Wie wurde denn in den Neunziger-Jahren die Gefahr größerer militärischer Konflikte eingeschätzt? Wie sinnvoll wären große finanzielle Anstrengungen für eine deutsche „Kriegstüchtigkeit“ gewesen, angesichts eines verlässlichen Nato-Pakts und einer (damals) verlässlichen Schutzmacht USA?
          Zählen zu den „großzügig verteilten Sozialleistungen“ auch ausufernde Steuerprivilegien und eine überbordende Subventionspraxis? Warum schneidet Deutschland dann im Ranking von Alters- und Kinderarmut seit Jahren alles andere als gut ab?

          Ja, beim Verteidigungshaushalt war Deutschland lange Zeit Trittbrettfahrer, muss daher (spätestens seit Donald Trump) seine Verteidigungsfähigkeit jetzt möglichst schnell (und effizient!) verbessern. Das darf aber nicht dazu führen (man denke bloß an die unverantwortlichen Masken-Deals zu Corona-Zeiten), dass bei der Rüstungsindustrie jetzt nicht nur die Sekt-, sondern im großen Stil die Champangner-Korken knallen!
          Und aus meiner Sicht lassen sich deutlich mehr Einsparungen generieren, wenn wir die Einkommens- und Vermögensverteilung, das Schließen von Steuervermeidungs-(oder -betrugs)löchern angehen, als die Bekämpfung von „Faulheit“ und „Sozialschmarotzertum“ (die es zweifellos auch gibt) immer in den Vordergrund zu stellen…

        2. Richtig, wenn auch mit der Maßgabe, dass auch im Bereich Infrastruktur viel zu viel gespart wurde und im Bereich Soziales an der falschen Stelle – oder ist es in einem reichen Land hinzunehmen, dass jährlich Zehntausende die Schule ohne Abschluss verlassen? Mit dieser Art Sozialsparerei schießt sich Deutschland selbst ins Knie! Großzügig verteilt wird woanders – etwa mit der Dienstwagenbesteuerung, aktuell begründet mit der darbenden Autoindustrie. Das Schrumpfen der Bundeswehr war veranlasst durch das Ende des Kalten Kriegs – so, wie der Nachholbedarf jetzt gerechtfertigt ist durch die „Zeitenwende“. Dass dabei die Vermögenden geschont werden, ist m.E. keine Frage von Meinungsverschiedenheit, sondern Ergebnis erfolgreicher Interessendurchsetzung.

  2. Lieber Joh. Lerchner – nachfolgend die Kopie eines Vortrag-Resümee des Herrn W. Richter; ohne weitere Kommentierung. Den Vortrag, von Klaus Plätzsch hier als Link angeboten, habe ich mir angesehen, angehört; nun ja, der BSW-Moderator – oh mein Gott. Machen Sie es gut; Jo.Flade

    Verteidigungsfähige Demokratie – sicherheitspolitische Einordnung und Debatte mit Wolfgang Richter
    Im Rahmen der friedenspolitischen Reihe der IG Metall Hannover war am 27. April 2026 Oberst a.D. Wolfgang Richter zu Gast.

    „Vor rund 40 Teilnehmenden stellte er seine Sicht auf die Frage vor, was eine verteidigungsfähige Demokratie ausmacht und welche sicherheitspolitischen Herausforderungen sich daraus für Deutschland ergeben. Wolfgang Richter war über viele Jahre in hohen militärischen Verwendungen tätig und arbeitete anschließend als Diplomat der Bundesrepublik Deutschland bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Diese doppelte Perspektive – militärisch wie diplomatisch – prägte seinen Vortrag.
    Zu Beginn erläuterte Richter die rechtlichen Grundlagen deutscher Verteidigungspolitik. Ausgehend vom Grundgesetz spannte er den Bogen über darauf aufbauende Gesetze, etwa zur Wehrpflicht, bis hin zu internationalen Verpflichtungen. Dazu zählten insbesondere die Einbindung Deutschlands in das NATO Bündnis sowie die sicherheitspolitischen Regelungen im Zusammenhang mit der deutschen Einheit, insbesondere der Zwei plus Vier Vertrag. Deutlich wurde dabei: Der Auftrag der Bundeswehr ist verfassungsrechtlich klar begrenzt und fest in eine internationale Friedens und Sicherheitsordnung eingebettet.
    Im weiteren Verlauf zeichnete Richter ein Bild der aktuellen sicherheitspolitischen Lage. Die veränderte Bedrohungswahrnehmung, so seine Einschätzung, sei spätestens mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine offen zutage getreten, habe sich jedoch bereits in den Jahren zuvor abgezeichnet. Er stellte das militärische Kräfteverhältnis zwischen der NATO und Russland dar und machte deutlich, dass das Bündnis insgesamt bereits heute über eine hohe Verteidigungsfähigkeit verfügt. Kritisch setzte sich Richter mit der politischen Festlegung auseinander, künftig 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung aufzuwenden. Aus seiner Sicht sei ein solcher pauschaler Prozentwert wenig zielführend. Sinnvoller sei es, konkret zu bestimmen, welche Fähigkeiten fehlen, welche Ausrüstung notwendig ist und wie diese bedarfsgerecht beschafft werden kann – statt ein starres Budgets festzuschreiben, das zudem konjunkturellen Schwankungen unterliegt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der nuklearen Teilhabe Deutschlands. Richter erläuterte deren Einbindung in die NATO Strukturen und ordnete sie sicherheitspolitisch ein.
    In der anschließenden Diskussion beteiligten sich die Teilnehmenden engagiert mit Fragen und Stellungnahmen. Dabei machte Richter unter anderem seine ablehnende Haltung zur Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland deutlich. Unterm Strich nahmen die Teilnehmenden ein differenziertes und fundiertes Bild der aktuellen sicherheitspolitischen Lage mit. Die Veranstaltung leistete damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Meinungsbildung und zur Fortsetzung der Debatte darüber, welche Schritte notwendig sind, um Frieden, Sicherheit und Demokratie zu bewahren.
    Als IG Metall stehen wir für Frieden, Völkerverständigung und internationale Zusammenarbeit. Zugleich bekennen wir uns zur Verteidigung der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Veranstaltungen wie diese tragen dazu bei, sicherheitspolitische Fragen sachlich einzuordnen, unterschiedliche Positionen sichtbar zu machen und die gesellschaftliche Diskussion informiert und kritisch weiterzuführen.“

  3. Vorab eine Entschuldigung: ich schreibe nicht zum „Rettungsring“, sondern möchte mich zum Spahn-Rücktritt äussern.

    Die jetzige Aufregung (Leihmutterschaft) ist unangebracht, unangemessen, auch etwas heuchlerisch. Ihr Ergebnis, den Rücktritt vom Fraktionsvorsitz, begrüße ich jedoch ausdrücklich!
    Dieser Rücktritt wäre nach dem kläglichen Scheitern der Verfassungsrichterinnen-Wahl von Frau Brosius-Gersdorf dringend geboten gewesen, zumal schnell erkennbar war, dass die vorgebrachten Vorwürfe damals nichts anderes als eine Verleumdungskampagne waren. Maskendeal, Immobilienkredit, MAGA-Nähe aussen vorgelassen…

    Leihmutterschaft kann man durchaus grundsätzlich ablehnen, ich selbst würde es unter bestimmten Bedingungen nicht tun:
    Wenn eindeutig gewährleistet ist, dass eine Frau sie nicht aus finanzieller Not, Zwang, oder gesellschaftlichem Druck eingeht, könnte sie ggfs. erlaubt werden.
    Ich selbst kenne Fälle, für die das zutrifft, die das Lebensglück aller Beteiligten (inklusive der Babies) nachhaltig erhöht haben. Für Herrn Spahn und seinen Ehemann kann/will ich das auch nicht ausschließen.

    Auf alle Fälle ist es eine private Entscheidung, die keinesfalls in politische Ränkespiele geraten sollte!
    Mir tut der kleine Georg schon heute leid, wenn ich an die Bürden, mit denen er spätestens  in 15 – 20 Jahren konfrontiert werden wird, denke.

    Hoffentlich liegt der wahre Grund für die Ablehnung der Leihmutterschaft nicht in der Gleichgeschlechtlichkeit der Eltern; eine Diskussion der Beweggründe der Leihmutter und die Ausgestaltung des zugrunde liegenden „Vertrages“ fände ich dagegen legitim, habe sie aber bislang so gut wie nicht wahrgenommen.
    Und dass Jens Spahn sich als konservativer Politiker  GEGEN Leihmutterschaft einsetzt, für sich selbst danach aber anders entscheidet, verbindet ihn ja durchaus mit seinem Kanzler, der im Wahlkampf  GEGEN  neue Schulden und gemeinsame Anträge im Bundestag mit der unsäglichen AfD war…

    1. „Und dass Jens Spahn sich als konservativer Politiker GEGEN Leihmutterschaft einsetzt, für sich selbst danach aber anders entscheidet, verbindet ihn ja durchaus mit seinem Kanzler, der im Wahlkampf GEGEN neue Schulden und gemeinsame Anträge im Bundestag mit der unsäglichen AfD war…“

      Herr Schwerdtfeger würde das Doppelmoral nennen, oder wie im Osten Deutschlands: Seit 35 Jahren das Geld und die Fördermittel verbraten, aber bis heute auf die „Wessis“ schimpfen und die „Alternative“ aus der Schweiz wählen.

    2. Mit dem Aufwand, den Herr Spahn betrieben hat (das Kind muss in Deutschland von ihm erst noch adoptiert werden, wenn ich das richtig gelesen habe), hätte sich sicher auch ein Adoptivkind finden lassen.

  4. Hallo Herr Schwerdtfeger, Sie möchten es gern konkret. Heute habe ich eine Anfrage bzw. Bitte an Sie als jemanden mit recht ordentlicher Erfahrung auf dem Gebiet von Sicherheitspolitik und Rüstungskontrolle. Offensichtlich stellt die derzeitige massive Hochrüstung eine enorme finanzielle Belastung für das Land dar. Auch wenn vieles über Verschuldung läuft und die Schulden nicht so schnell getilgt werden müssen, werden die demnächst fälligen Zinszahlungen trotzdem Milliarden dem Bundeshaushalt entziehen und zu weiteren Kürzungen der Sozialleistungen führen. Die sich dadurch verschlechternden Lebensverhältnisse vor allem der weniger begüterten Schichten werden zusätzlich Wasser auf die Mühlen der AfD leiten, zumal es begründete Zweifel an der Sinnfälligkeit der momentanen Rüstungsorgie gibt. Es wäre deshalb interessant zu hören, ob überhaupt in absehbarer Zeit eine Rüstungsbegrenzung vorstellbar ist.

    Zu dieser Frage hat unlängst der hier schon häufig zitierte Oberst a. D. Wolfgang Richter vor der Landtagsfraktion des BSW in Dresden referiert. Sie haben vielleicht davon gehört. Leider ist meines Wissens sein Vortrag nicht öffentlich verfügbar, zumindest nicht in schriftlicher Form. Sie könnten ein gutes Werk tun und vielleicht über Ihre hervorragenden Kontakte zu ihm (Sie hatten ja so etwas angedeutet) seinen Beitrag für uns hier zugänglich machen. Das könnte ein nützlicher Beitrag zu einer konstruktiven AfD-Debatte sein. Sich intensiv für Rüstungsbegrenzung einzusetzen wäre eine sinnvolle Maßnahme, um den Einfluss der AfD zu reduzieren. Genauso konkret wie der Widerstand gegen die asozialen Reformen der Bundesregierung, wie ich neulich hier angeregt habe. Viele Grüße, J. Lerchner

      1. Vielen Dank für den Link, Herr Plätzsch. Oberst a. D. Richter hat einen treffenden Fachvortrag über die Unsicherheitslage ehemaliger und wieder verfeindeter Staaten gehalten. Die Welt befindet sich im Umbruch, eine große Frage. Antworten sind zurzeit nicht möglich.

        Drei wesentliche Fakten hörte ich heraus:
        1. Wer den Dialog verweigert, wird keine sicherheitsorientierte Rüstungskontrolle erhalten.
        2. Russland akzeptiert nur die Augenhöhe mit den USA.
        3. Die Europäische Union wird nicht als Weltmacht angesehen.

        Vor vielen Jahren stand ich in Sibirien am Baikal, um nachzuempfinden, wie ein russischer Apparatschik im Kreml auf den westlichen Teil Europas schaut: In Westeuropa existiert Kleinstaaterei, die Europäer sprechen verschiedene Sprachen, ihre Staatsform und ihre Kulturvielfalt sind für einen Russen nicht vorstellbar. Stellt man sich in diesem Riesenland einen russischen Bären vor, kratzt ihm nicht im Geringsten, wenn in Europa einer der Hunde bellt. Die Antwort auf eine ausgewogene Sicherheitsstruktur kann folglich nur sein, mit dem russischen Bären Augenhöhe zu erreichen, wie auch immer.

  5. Ach Herr Schwerdtfeger, Sie können einfach nicht ohne ouvertürenhaften Anschiss gegen ihre Wolffs, Flades, Käfers, Wittenburgs Ihre Kommentare lostreten; schade, denn ich versuchte behutsam zu Ihnen eine Brücke zu bauen. Naja – vergeblich. Und glauben Sie mir: die Beiträge von Chr. Wolff lese auch ich sehr aufmerksam, Ihre „kurzen“ Reaktionen nicht minder ! Die Länge bzw. Kürze eines Kommentars ist ja wohl nicht entscheidend, der faktische Inhalt macht die Musik. Und da ziehe ich mir J.S.Bach vor, was Ihre partiell nicht sehr wohltemperierte Beiträge anbelangen. Kein Angriff meinerseits, mehr eine Feststellung.
    Was Doppelmoral betrifft, hat Herr Spahn die Realität erstaunlich rasch begriffen, zumal er mit seinem Leihmutter-Fauxpas der AfD ein Goldstück auf dem politischen Tablett servierte und seiner CDU unglaublich viel Schaden zufügte. Aber lassen wir das; bis Sept. ist noch einiges zu tun, um Schlimmes für Sachsen-Anhalt zu verhindern. Was tun eigentlich Sie ganz konkret; geben Sie uns doch mal ein paar aus Ihrer Sicht wirksame Entscheidungen, um diese unsere gefährdete Demokratie zu retten. Sie fordern es ja immer wieder im Blog – von anderen, nur ich erkenne nicht sehr viel Reales. Danke und Tschüß – Jo.Flade

  6. Also, versuchen wir, es kurz zu machen:
    Flade: Ich soll Wolff nicht „angreifen“. Sie lesen wohl nicht, was er über mich schreibt. Und Sie lesen wohl seine Kommentare nicht – hätte ich „ziemlich überflüssig geschrieben“ (ich tue es ja in anderen Worten manchmal), Sie sind der Erste, der sich aufregt und glaubt, seine Version von Anstand alleinseligmachend verbreiten zu müssen. Ich betone gerne nochmal: Ich entlarve Wolffs doppelte Standards; ansonsten schreibe ich meine abweichende Meinung, was ja wohl (auch) Zweck des Blogs ist.
    Wittenburg: Sie bringen Ihre Erfahrungen ein – das ist ehrenwert und richtig (auch wenn es dazu des Hinweises nicht bedarf, dass Sie in der Washington Post erwähnt werden, aber das ist halt Ihr Stil und er schadet ja nicht). Ich bringe auch meine Erfahrungen ein, die gerade im Gebiet von Sicherheitspolitik und Rüstungskontrolle recht ordentlich sind, auch wenn sie trotzdem deshalb „nur“ Meinungen bleiben und gerne sachlich und mit Mindestkenntnissen diskutiert werden können. Dass ich nicht auf jede Frage eingehe, ist der Tatsache geschuldet, dass es hier im Blog auch um die Länge der Äußerungen geht UND dass mir nicht jede Frage eine Antwort wert ist. Und unter Kommunikationswissenschaftlern gibt es sicherlich viele Meinungen.
    Es bleibt das Problem, dass wir hier KONKRETE politische Probleme diskutieren, die Wolff dankenswerterweise anstößt. Und dass wir die Zustände beschreiben, aber keine Lösungsansätze bieten. Jeder solle bei sich selbst anfangen – ist das ernsthaft ein POLITISCHER Lösungsansatz für die Heilung unserer Gesellschaft und die Verkleinerung der AfD? Moralisch ist das richtig, gesellschaftspolitisch scheint es aber nicht zu funktionieren – außer, dass in der Tat jeder bei sich selbst anfängt, die eigene Domäne vehement zu verteidigen und anderen die Lasten zuschiebt. Mein Ansatz: Aufhören mit ständiger Politikerbeschimpfung und albernem „Zeichen setzen“ zu Lasten anderer und die Gesellschaft endlich wieder zu Eigenverantwortung zu ermuntern. Ich konkretisiere das gerne bei Bedarf. Der „Rettungsring“ ist in der heutigen Lage der Verzicht, die richtige Definition von Begriffen (zB Gerechtigkeit oder Gleichheit) und die Reaktion erst NACH dem Nachdenken.
    Und es bleibt das Problem, dass die Gefahr von rechts durchaus erkannt, die von links verharmlost wird. Wir haben schwerwiegenden linken Terrorismus im Lande, der uns die Anfälligkeit unserer Infrastruktur vor Augen führt; wir haben den ebenso billigen Populismus der LINKEn, der dem der AfD in nichts (auch nicht in Gefährlichkeit) nachsteht; wir haben die linke Propaganda allzu vieler Schmierfinken, die sich hinter dem Begriff „Satire“ verstecken (siehe Beitrag Plätzsch); man könnte die Liste fortsetzen.
    Und ja, Herr Wittenburg, Spahn macht sich unglaubwürdig; ich würde mir Brinkhaus auf seinem Posten wünschen. Aber eben: Politiker sind auch nur Menschen – und allzu oft legen wir an sie Maßstäbe an, die wir für uns selbst nicht akzeptieren. Womit wir dann wieder bei Doppelmoral, Heuchelei und unterschiedlichen Maßstäben wären – ziemlich überflüssig! Oder?
    Andreas Schwerdtfeger
    (Sorry: Von „kurz“ keine Rede!)

    1. „…dass Sie in der Washington Post erwähnt werden…“ Warum dieser Neid, Herr Schwerdtfeger? Publizisten werden nun mal öffentlich wahrgenommen und ggf. zitiert, wie auch in diesem Blog. Sonst hätten Publikationen keinen Sinn. Dieser Hinweis diente dazu, dass „Stasi! Stasi!“ nicht nur auf die DDR beschränkt ist, sondern auch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten betrifft. Ich dachte, Sie würden das mit Ihren Kenntnissen in der Sicherheitspolitik verstehen. Ansonsten kann ich es auch ausführlicher erklären.

      „…dass es hier im Blog auch um die Länge der Äußerungen geht…“ Dann fassen Sie sich doch einfach kurz! Kommunikation besteht nun mal aus Fragen und Antworten. Sonst wären die Diskussionen sinnlos.

      „Und unter Kommunikationswissenschaftlern gibt es sicherlich viele Meinungen.“ Sicher, doch eine Wissenschaft ist keine Meinung.

      „Und es bleibt das Problem, dass die Gefahr von rechts durchaus erkannt, die von links verharmlost wird.“ Die Gefahr, die von Extremisten ausgeht, ob von links oder von rechts, wird nicht als solche wahrgenommen. Ein großer Teil der Bevölkerung sympathisiert mit diesen, identifiziert sich damit, spendet Beifall, singt mit, wählt ihre Parteien…

      „Politiker sind auch nur Menschen – und allzu oft legen wir an sie Maßstäbe an, die wir für uns selbst nicht akzeptieren.“ Das nennt man Relativieren. Beispiele?

      „…Schmierfinken, die sich hinter dem Begriff „Satire“ verstecken (siehe Beitrag Plätzsch)…“ Da ist sie wieder, die gestörte Kommunikation.

      1. Halten Sie, lieber Herr Wittenburg, Böhmermann und Steimle, von denen hier die Rede war, nicht für Schmierfinken? Das ist natürlich Ihr gutes Recht.
        Nein, ich bin auch nicht neidisch – ich erkenne nur die Bedeutung Ihrer Hinweise für Ihre eigene Argumentation nicht und unterstelle Ihnen – sicherlich ganz und gar zu Unrecht – eine andere Motivation.
        Und sicherlich sind die unterschiedlichen Meinungen von Wissenschaftlern zum gleichen Thema eben „Meinung“. Auch die Wissenschaft ist interpretierbar. Oder gäbe es sonst Aufregung um Äußerungen wie „Demographie und Mathematik“?
        Beispiele für unterschiedliche Maßstäbe für Politiker und „normale Bürger“? Normale Bürger lehnen den „gläsernen Menschen ab“, fordern aber den „gläsernen Politiker“. Normale Bürger fordern den 8-Std-Tag, erwarten aber bei Politikern eine rund-um-die-Uhr-Präsenz. Etc.
        Und nochmal zur unterschiedlichen Wahrnehmung der rechten und linken Gefahr in unserem Lande: Ich meine, der Linksterrorismus (Angriffe gegen Energie-, Mobilitäts- und andere Infrastruktur) ist am Ende genauso gefährlich für unsere Demokratie wie die direkten Angriffe gegen dieselbe durch den Rechtsterrorismus. Die Meinung muss man nicht teilen.
        Zur Kürze der Beiträge: Einige der Themen hier sind zu komplex, als dass eine kurze Äußerung ihnen gerecht würde. UND: 20 kurze Beiträge sind genauso lang wie drei oder vier längere!
        Zu Flade: „Der liebe Gott hat mir die Fähigkeit geschenkt zu erkennen, ob sich ein solcher Aufwand (- eine Antwort -) lohnt oder nicht. Hier lohnt er nicht. Leider“ (Zitat Wittenburg). Meine Ergänzung: Bei Ihnen nie.
        Andreas Schwerdtfeger

        1. Lieber Herr Schwerdtfeger, in unserer westlichen Welt herrscht Rede-, Presse- und Meinungsfreiheit. Wenn Böhmermann erscheint, schalte ich um oder aus, was ich auch derzeit bei Karl-Eduard von Schnitzler getan habe. Steimle kann singen, was er will. Der Knackpunkt ist das Mitsingen. Ich hätte viel zu tun, alles zu bewerten, was kein Niveau hat.

          Zu den Politikern: Sie bewerben sich um ihr Amt. Sie organisieren einen aufwändigen und teuren Wahlkampf. Sie wissen, was auf sie zukommt und welche Anforderungen an einen demokratisch gewählten Repräsentanten gestellt werden. Er verspricht auch, deshalb wurde er gewählt.

          Nur ein Teil der Bevölkerung bekleidet einen Acht-Stunden-Tag, oft noch weniger, oft gar nicht. Ich bin Freiberufler, weil meine Tätigkeit nicht in einen Acht-Stunden-Tag passt. Mal arbeite ich mehr, mal weniger. Oft muss ich um den vereinbarten Lohn bangen, ob er vereinbarungsgemäß kommt, ob er pünktlich kommt oder ob er überhaupt kommt. Die Leistungen und Lieferungen erbringe ich vereinbarungsgemäß und ihre Qualität reicht oft darüber hinaus. Ja, das erwarte ich auch von einem Politiker. Er bekommt seinen Lohn pünktlich, und zwar vom Steuerzahler und nicht wenig.

          Was die gestörte Kommunikation betrifft, so hat Jo Flade Ihnen die Hand gereicht. Sie haben sie ausgeschlagen. Damit haben Sie auch meine Arbeit zerstört.

          Ihrer Meinung zum Terrorismus stimme ich zu. Nur Ihre Ergänzung verstehe ich nicht.

    2. Schwerdtfeger: „Es bleibt das Problem, . . . dass wir die Zustände beschreiben, aber keine Lösungsansätze bieten.“

      Ohne Zustandsbeschreibung kein Lösungsansatz.
      Zustand: Das Missverhältnis gesteigerter Rüstungsausgaben zu Haushaltslücken bei technischer und sozialer Infrastruktur (etwa jährlich Zehntausende ohne Schulabschluss) nutzt die AfD für den eingängigen Vorwurf an die „Altparteien“, es würden Kriegsvorbereitungen getroffen auf Kosten der Daseinsvorsorge.
      Lösungsansatz 1.: Den notwendigen Rüstungsausgaben wird Rechnung getragen mit höheren Staatseinnahmen aus Vermögens-, Erbschafts- und nennenswerter „Reichen“-Steuer. Lösungsansatz 2.: Die Übernahme der Landesregierung von Sachsen-Anhalt durch die AfD wird seitens der CDU nicht länger dadurch antizipiert, dass sie die Koalition mit der Linken ausschließt. Die Lösungsansätze gründen auf Mathematik.

      Dass sie u.a. Ihnen nicht gefallen werden, sehr geehrter Herr Schwerdtfeger, ist dann wieder Zustandsbeschreibung.

      1. Lösungsansatz 3: Wir bekämpfen den Missbrauch bei den Sozialausgaben, begrenzen die Zuwanderung auf wirkliche Asylfälle, schieben unberechtigt sich hier aufhaltende Ausländer und ausländische Straftäter schnell ab, verzichten auf „beitragsfreie Mitversicherung“ (wie bei den Beamten), begrenzen uns selbst bei überflüssigen Demonstrationen (Einspareffekte bei Polizei und Justiz), verzichten auf Unterstützung von Terrororganisationen wie Hamas in Gaza und machen nie wieder den Fehler, ein Gebiet über Jahrzehnte so zu vernachlässigen (Sicherheit), dass wir hinterher mit Riesensummen ausgleichen müssen.
        Herr Hoellger: Ich finde es sehr schön, dass Sie Lösungsansätze aufzeigen. Wir wissen beide, dass sie richtig sind, aber eben alleine nicht ausreichen – und deshalb eine Kombination ALLER und weiterer nötig ist. Was eine Koalition Union/LINKE angeht, so halte ich sie für den Notfall für eine Option, aber wir wissen beide, dass derart deutliche Unterschiede unglaubwürdig und daher ineffektiv, dafür aber sehr teuer sind. Die AfD würde profitieren.
        Zur Frage Lerchner (19.07.) komme ich noch.
        Andreas Schwerdtfeger

        1. Ihr Lösungsansatz 3 ist nicht durchgerechnet, Herr Schwerdtfeger. Selbst Carsten Linnemann wiederholt seine 30 Mrd.-Sozialausgabeneinspar-These nicht mehr. Die Einspareffekte durch Verzicht auf Hamas-Unterstützung würde ich vorher noch mal bei den Bundesministern Johann Wadephul und Reem Alabali Radovan checken. Und ergänzend zum Verbot kostspieliger Demonstrationen würde ich sog. Hochrisikospiele einfach ausfallen lassen. Aber ich hatte eher an ernsthafte Vorschläge gedacht.

      2. „Schmierfinken“? – das ist mir wie Nazi-Sprech, so nämlich selbige über Kurt Tucholsky. Böhmermann und Steimle können für einen Großteil ihrer Aussagen die Redefreiheit des Satirikers in Anspruch nehmen. Insoweit ist deren Anspielungen ein Wahrheitsgehalt nicht abzusprechen, wie das schon bei den Aktionen von Klaus Staeck der Fall war (1976 riss Jenninger seine Plakate ab). Es ärgert mich, dass ein Steimle für seinen im Kern zutreffenden Satz (sinngemäß) „die Amerikaner und die Israelis führen Krieg, und die Deutschen bezahlen alles“ den Beifall bei der AfD sucht, und damit dieser berechtigten Polemik den Anstrich des Rechtsextremismus gibt.

  7. Geschmacklos was der Kabarettist und Wendehals Uwe Steimle auf einer Wahlveranstaltung der AfD in Dessau von sich gegeben hat: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal, wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht.“

    Der Enkel des Widerstandskämpfers kritisierte gegenüber der Bild, dass durch die implizite Gleichsetzung von Bundeskanzler Merz mit Adolf Hitler das Dritte Reich verharmlost werde. Sein Großvater habe für Recht und Ordnung gekämpft und werde nun „in den Schmutz gezogen“.

    Danach stimmte Steimle die von Johannes Erbrecher getextete Zonenhymne an.
    https://www.youtube.com/watch?v=QWOYNXrMONg

    Wie der „Spiegel“ zuerst meldete, werde ein Verfahren nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuchs (Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten) geführt. Das halte ich für wenig erfolgsversprechend und verweise auf den „Ziegenficker“-Freispruch im Fall Böhmermann vs. Erdogan. Anders sähe es aus, wenn die inkriminierten Politiker Merz und Merkel Steimle wegen Beleidigung belangen wollten. Aber das werden sie aus Opportunitätsgründen nicht tun. Über das neue Porträtbild von Merkel sagte Steimle, sie habe sich für eine Darstellung im Stehen entschieden, „weil sie ahnt, sie wird bald sitzen“. Er fügte an: „Im Moment hängt sie erst mal.“ Und wenn der Nagel breche, „dann stellen wir sie an die Wand. Also uns wird schon was einfallen.“

    Wie weit ist die früher in Sachsen führende Grünen-Politikerin (inzwischen dort ausgetreten) Antje Hermenau gesunken, um eine AfD-Wahlkampfveranstaltung zu moderieren!

  8. Lieber Herr Schwerdtfeger – Ihren beiden letzten, grundsätzlich konstruktiven und ja rinhaltlich zutreffenden Kommentierungen (Zitat: Es geht nicht darum, Herr Wittenburg, die eigenen Ideale aufzuzählen, die wir ja alle teilen.
    Es geht darum, wie ich immer wieder feststelle, Strategien zu entwickeln, mit denen man „Andersgläubige“ von diesen Idealen überzeugen, sprich: Wähler von der AfD und den Linken zurückholen kann.) stimme ich zu. Mit verbal installierten Brandmauern klärt man keine politischen Probleme. Allein fundierte Sachargumentationen ohne Engstirnigkeit tragen zur dringenden Sezierung dieser Weidel-/Chrupalla-Truppe bei. Ein Widerspruch meinerseits: AfD + LINKE zu vergleichen halte ich für kurzatmig und grundsätzlich für fahrlässig, wenngleich ich wie viele höchst empört war über die Gleichsetzung CDU = Faschismus des Co-Linken. Auch die wage Entschuldigung seiner Mit-Vorsitzenden im Öffentlich-Rechtlichen empfand ich als ziemlich dürftig. Trotzdem gibt es zwischen beiden Parteien zu bewertende Unterschiede. Also bleiben wir dran, und nur abzuwarten, wie wohl das Wahlergebnis im Sept. d.J. in Sachsen-Anhalt und Meck.-Pom. darf nicht unser aller Haltung sein!! Ich grüße Sie und auch Michael Käfer, der wie bisher meine volle Unterstützung hat, wie übrigens auch Chr. Wolff. Lassen Sie, lieber Herr Schwerdtfeger doch bitte und endlich Ihre dauerhaften Angriffe und Desavouierungen kontra Chr. Wolff – das würde diesem Blog und Ihrem Ansinnen und uns allen Beteiligten an der notwendiger Weise würdevollen Diskussionen nur gut tun!! Jo.Flade

  9. Ein Forist äußerte sich, dass Leute mit einem „veralteten Weltbild“ Stasi! Stasi! schreien, wenn sie „intellektuell überfordert“ sind. Ich erinnere an die Schulstasi der AfD. Diese hat die Lehrer, die sich an den Beutelsbacher Konsenz gebunden fühlen, heftige Probleme bereitet. Ich habe meinen Namen in der Washington Post gelesen von einem Autor, der von neuen „Stasi-Methoden“ betroffen ist. Die technischen Möglichkeiten zur Gesinnungsprüfung stellen alles, was die Schlapphüte von damals zur Verfügung hatten, in den Schatten.

    1. Vergessen Sie nicht: Die von Ihnen verniedlichend als „Schlapphüte“ bezeichneten Stasibastarde hatten auch vollziehende Gewalt. Haben Sie mal eine Führung in Hohenschönhausen mitgemacht?

      1. Ja, natürlich. Die Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist einer meiner engsten Kooperationspartner, aus eigenen Erfahrungen mit den „Schlapphüten“ vom VEB Horch und Guck.

    2. „Diese hat die Lehrer, die sich an den Beutelsbacher Konsenz gebunden fühlen…….“
      Das haben Sie falsch in Erinnerung:
      Der Vorwurf der AfD war, dass die Lehrer sich NICHT an den Beutelsbacher Konsens halten würden.
      Damit wurden die Einrichtung der Meldeportale von der AfD fälschlicher Weise begründet.

      https://www.gew.de/die-meldeportale-der-afd

      1. Meine Darstellung ist schon richtig. Ich habe unmittelbar mit Lehrern sowie führenden Mitarbeitern in Bildungseinrichtungen und Gedenkstätten zu tun. Die Schulstasi der AfD war ein großes Thema. Die Angst vor den Maßnahmen der AfD ist in diesen Kreisen immer noch sehr groß, denn es existiert kein juristisches Gegenmittel. Es muss eine andere Medizin entwickelt werden, die das Gift der AfD wirkungslos macht.

  10. Für mich war dieser Blog immer eine faszinierende Meinungsaustausch-Plattform über eine enorme Bandbreite an Themen, angeregt und moderiert von einem wertebasierten, klugen, aufgeschlossenen und erfahrenen Betreiber.
    In letzter Zeit scheint mir der Austausch (und Streit) über Informationsquellen und (mehr oder weniger relevante) wissenschaftliche Standards allerdings in den Vordergrund zu treten.
    Ich würde mir auch wünschen, dass wieder weniger über links/rechts, richtig/falsch, klug/dumm usw. gestritten wird, als über die tatsächlichen Herausforderungen der Gegenwart.

    Christian Wolff schildert diese in seinem grundlegenden Beitrag für mich ganz gut und richtig:
    Demokratie stärken/erhalten, soziale Gerechtigkeit, Bildungs- und Aufstiegschancen fördern, den Klimawandel als reale Bedrohung begreifen, kulturelle Vielfalt als Chance sehen, Respekt und Anstand im persönlichen Umgang miteinander pflegen.

    Dass die AfD die Demokratie fördern will/kann („Vollende die Wende“), glaubt ernsthaft wohl niemand (s.a. „Regierungsprogramm“ für S-A). Ob sie sich bei der Einschränkung oder gar Abschaffung demokratischer Errungenschaften mehr an Putin (Chrupalla-Linie), oder an Tech-Milliardären und Trump orientieren wird, scheint mir derzeit offen (Tendenz Richtung Alice Weidel).
    AfD-Wähler müssen bedenken, dass sie auf ein (nicht gegenfinanziertes) Rentenniveau von 70%, die Lösung sozialer Spannungen primär durch massenhafte Abschiebungen (Remigration) setzen; sie haben wohl kein größeres Interesse an Steuer- und Gesundheitsreformen.
    Schulpflicht und integrative Bildungsmodelle sind ihnen suspekt, einen Klimawandel gibt es aus ihrer Sicht nicht, allenfalls Wetterphänomene, Kultur hat sich am „deutschen Wesen“ zu orientieren, LGBT ist nur igitt, gehört eigentlich verboten. Andere Parteien stören nur („Wir werden sie jagen“), fremd Aussehende werden als Bedrohung bezeichnet („Wer will schon Boateng als Nachbarn“)…

    Wirtschaftliches Wachstum als zentrale Voraussetzung für eine bessere Zukunft wird im Blog gefordert; das ist sicher nicht falsch, blendet aber aus, dass wir in der Vergangenheit einige falsche Entscheidungen in Wirtschaft und Politik getroffen haben (z.B. in der Verkehrspolitik und beim Mobilitätswandel, bei der Abhängigkeit von billigem Gas und Öl, der eher schwachen Unterstützung von Start Ups, dem „Verschlafen“ von Innovationen, der kontinuierlichen Ausweitung des Lobbyismus, der eher am Status quo festhalten möchte usw.).

    Kommt dann noch die wechselseitige Bekämpfung der demokratischen Parteien untereinander dazu, erhöht sich die Gefahr einer Alleinregierung der unsäglichen AfD in S-A noch weiter! Sollte dieser GAU eintreten, werden aber nicht nur die Menschen in S-A bald feststellen, dass sie „auf dem Trockenen sitzen“.

    1. Dem stimme ich vollständig zu, Herr Käfer. Und nun käme es darauf an, gemeinsam zu überlegen, wie man also dem Populismus der AfD glaubwürdige Alternativen, und welche, entgegensetzt. Und es käme darauf an, dass die demokratischen Parteien, insbesondere Union, SPD und Grüne, sich bei allen Unterschieden nicht gegenseitig zerfleischen, sondern in ihrem Verhalten deutlich machen, dass ihre Unterschiede inhaltlich und personell überbrückbar sind, während dies in Richtung AfD oder LINKE eben nicht möglich ist.
      Andreas Schwerdtfeger

      1. Also Alternativen gegen die Alternative. Ich bin für Demokratie, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, öffentlich rechtliche Medien, Rede-, Presse- und Meinungsfreiheit. regulieres Social Media, eine unabhängige Justiz, Gleichberechtigung der Frauen, Männer und Diverse, freie Wahlen, Reisefreiheit, keine Todesstrafe, Bildung, Tierwohl, Umweltschutz, frische Luft, sauberes Wasser, erträgliche Temperaturen, ein funktionierendes Gesundheissystem, gegenseitige Achtung, Selbstbestimmung. Unabhängigkeit, Religionsfreiheit… und für eine positive Lebensweise.

        1. PS: Ich habe den Pluralismus vergessen. Denn eine Einheitspartei, die den Trabi, die Simsons und die Intershops hervorbrachte, hatten wir schon.

          1. Es geht nicht darum, Herr Wittenburg, die eigenen Ideale aufzuzählen, die wir ja alle teilen.
            Es geht darum, wie ich immer wieder feststelle, Strategien zu entwickeln, mit denen man „Andersgläubige“ von diesen Idealen überzeugen, sprich: Wähler von der AfD und den Linken zurückholen kann.
            Nochmal: In der Zielsetzung sind wir hier ja überwiegend alle einig – es geht um Wege zu diesen Zielen.
            Und mein Weg zum Ziel, die AfD (als Hauptproblem) kleiner zu machen, ist der, dass sich die jetzigen Regierungsparteien (und die Grünen) als verbliebene demokratische Parteien der Mitte eben nicht gegenseitig zerfleischen dürfen und dass sich das hier auch im Blog spiegeln sollte. Deshalb bemühe ich mich zu differenzieren: Klingbeil und einige seiner SPD-Ministerkollegen (zB Schneider) arbeiten gut mit und verzichten, sicherlich schmerzhaft, auf Maximalforderungen (Retro-Bas muss noch lernen); Merz und einige seine Unions-Ministerkollegen arbeiten kompromissbereit mit und verzichten auf ihre an sich vernünftigen weitergehenden Forderungen (ich bedauere, dass das so sein muss). Die Grünen sind im Augenblick leider Totalausfall mit ihren beiden populistischen Fraktionsschreihälsinnen.
            Und solange eben die Regierung nur sehr mäßig vorankommt, werden das ungeduldige Volk und die besserwisserischen Medien (aber eben ohne eigenen Verantwortung) dies als Vertrauenskrise interpretieren, obwohl die Politik nur leisten kann, was die Gesellschaft zulässt – und diese letztere bei uns ist eben krank.
            Also: WIE heilt man die Gesellschaft; WIE stoppt man die unsinnige Politikerkritik bei trotzdem kritischer Begleitung; WIE überzeugt man egoistisch motivierte Menschen, die genau deshalb Populisten nachrennen, von ihrer eigenen Verantwortung und Selbstbeschränkung?
            Es ist ja meine Kritik, dass hier im Blog nur ZUSTÄNDE geschildert werden, insbesondere auch ewig wiederholend von Wolff, anstatt dass man mal Lösungen anbietet.
            Und bei Wolff kommt noch Doppelmoral dazu: Jeder soll sich inhaltlich am demokratischen Diskurs beteiligen. Passt ihm aber eine Meinung nicht, dann ist eben „ziemlich überflüssig“ – was wenn man seine Meinung so bezeichnet und das begründet? Dann bittet er um „Verschonung“!
            Andreas Schwerdtfeger

          2. Lieber Herr Schwerdtfeger: Wer sind „wir alle“?

            Sind sich „alle“ dieser genannten Werte bewusst? Schätzen sie diese? Ich habe nur die Werte in Erinnerung gerufen, worauf die Regierungsbeamten Deutschlands einen Eid geschworen haben, einige aber ungeniert meineidig werden. Als ich gestern vom Baby Jens Spahns erfuhr, dachte ich sofort: 100 Punkte für die AfD und ihre Wähler! Das Prinzip, Wasser zu predigen und Wein zu saufen, wird mit diesem Beispiel von einem großen Teil der Bevölkerung als erfolgreicher angesehen, als die im Grundgesetz – und vom Verfassungsgericht angemahnten – Werte zu verteidigen.

            In diesem Blog können wir nichts anderes bewirken, als eine ehrlich erarbeitete Erkenntnis und ihre daraus erfolgte Haltung in der Öffentlichkeit zu vertreten. Ich erinnere mich an den Beginn des Herbstes 1989 in der DDR. Am 9./10. September 1989 gründete sich das Neue Forum und elektrisierte den Staat, auch mich, mit dem Aufruf „Die Zeit ist reif – Aufbruch 89“. Er begann mit dem Satz „In unserem Land ist die Kommunikation zwischen Staat und Gesellschaft offensichtlich gestört.“

            Bei meinem Eintritt in diesen Blog habe ich auch meine Kontaktpersonen auf seine Existenz aufmerksam gemacht. Darunter befinden sich zwei Kommunikationswissenschaftler, die im gesellschaftspolitischen Bereich sowie in der Bildung tätig sind und gern mitlesen. Ich möchte den Foristen ersparen zu erfahren, welche Wirkung diese Debatten bei ihnen auslöst. Kurz: Die Kommunikation ist auch hier gestört.

            Ich bringe meine Erfahrungen aus meinem „ersten Leben“ deshalb ein, weil, wie schon darauf hingewiesen, der Schlüssel des Erfolges der Populisten von rechts und links im Osten Deutschlands liegt und sich in den Westen hineinfrisst. In diesem Zusammenhang habe ich Ihnen, Herr Schwertfeger, und weiteren Foristen Fragen gestellt, die nicht beantwortet wurden. Als wenn es schmerzt, sich damit zu beschäftigen.

            „Also: WIE heilt man die Gesellschaft?“ Indem jeder bei sich selbst beginnt, sein Denken und sein daraus folgendes Handeln zu hinterfragen. Die Basis MÜSSEN die Wahrheit, die Realität und die Werte sein, die Meinungen MÜSSEN darauf beruhen. Es tritt keine Heilung ein, wenn sich die Menschen auf Lügen, Halbwahrheiten, Propaganda und dem darauffolgenden Hass berufen.

            Diese Entwicklung, die die aktuelle Dystopie beförderte, hat sich auch in diesen Blog hineingefressen. Mache ich darauf aufmerksam, werde ich angefeindet. Anderen ergeht es ebenso. Ändern wir das! Jede der aufgezählten Werte ist eines Beitrags von Christian Wolff würdig, worüber anschließend diskutiert werden kann.

  11. Der Links / Rechts Streit läst sich relativ einfach aufklären:

    Links – Liberal – Rechts beschreibt die Ideologie.

    Monarchie – Republik – Demokratie, autoritäres Regime oder Diktatur beschreiben die Staatsform.

    Ideologisch war die DDR marxistisch-leninistisch geprägt. Die Staatspartei SED verstand sich als kommunistische Partei und orientierte sich am Sozialismus sowjetischer Prägung. Das spricht für eine Einordnung auf der politischen Linken. (bpb)

    Herrschaftsform: Die DDR war kein demokratischer linker Staat, sondern eine Einparteiendiktatur. Die bpb beschreibt Merkmale wie fehlende freie Wahlen, Unterdrückung der Opposition, Zensur und umfassende Überwachung. Diese autoritären Eigenschaften sind von der Frage „links oder rechts“ zu unterscheiden.

    Die DDR war also eine Diktatur mit sozialistisch / kommunistischer ,also linker Ideologie.

  12. Es geht, wie so oft in diesem Blog, um die AfD. Ich habe einmal alle EU-Staaten ins Auge gefasst und nach dem Wahlverhalten der jungen Menschen recherchiert. Es ist eine starke Polarisierung zu den politischen Rändern zu sowohl nach links als auch nach rechts zu verzeichnen, wogegen etablierte Altparteien verloren haben. Die Ängste der jungen Menschen beruhen auf der weit verbreiteten Wohnungsnot, den für sie hohen Lebenshaltungskosten und der Sorge um sozialen Abstieg bzw. um Wohlstandsverzicht gegenüber den älteren Generationen. Junge Frauen tendieren eher nach links und allgemein ökologisch, junge Männer eher nach rechts und allgemein konservativ. Der Trend nach rechts wird von den Populisten per Social Media und TikTok befeuert, wo mit einfachen Botschaften vermeintliche Lösungen suggeriert werden. In den letzten Jahren ist in Europa ein Rechtsruck erfolgt. Eine Ausnahme in der EU bilden Ungarn, Dänemark, Bulgarien und Estland.

  13. Nein, lieber Herr Wittenburg, Sie können nicht helfen. Ihre zahlreichen Einlassungen – immer mit den Hinweisen, wo Sie überall mitmischen und wie bedeutsam Sie sind – sind doch nur eine Variation dessen, was Sie bei mir verbessern zu müssen meinen: Nämlich die ganze Stupidität einiger Beitragender – häufig auch noch, von Wolff bei seinen Kumpanen geduldet, abseits des Themas – zu entlarven. Oder was bedeutet es, wenn Sie Lerchner zu Recht schreiben, dass seine Welt Ihren Kommentar nicht lohnt, weil der liebe Gott Sie mit der Fähigkeit zur Unterscheidung ausgezeichnet hat. So ist es eben nicht nur bei Ihnen/Lerchner, sondern noch deutlicher bei – na, das wissen Sie schon.
    Käfer zB muss dankbar sein, dass er neben seinen Satire-Versuchen noch einen Beruf hatte – er wäre sonst jetzt Grundsicherungsempfänger.
    Flade hat immer noch nicht begriffen (und wehrt sich mit absurden historischen Versuchen), dass die „DDR“ ein kommunistischer – also in unserem Sprachgebrauch links regierter Staat war – und auch im Gegensatz zu Ihrer Meinung keine „sowjetische Besatzungszone“ (jedenfalls nicht staatsrechtlich). Und ihre Vertreter und Nostalgiker sind ja deshalb auch allesamt in der mehrfach umbenannten SED, jetzt „DIE LINKE“ zu finden. Und natürlich waren nicht alle dort linksradikal, aber es gab eben genug, die mitmachten: Wolff „radiert“ sie aus um einer überflüssigen Rechthaberei willen.
    Es ist ja überhaupt albern, wie es zunehmend geschieht, dass Leute ohne Argumente, immer mehr einzelne Vokabeln diskutieren.
    Sie schreiben, „Es geht nicht um Heuchelei und doppelte Moral, sondern ganz simpel um die Kultur der Kommunikation“. „Es geht nicht um ….“ schreibt Wolff auch immer, wenn er ausweicht – und woher wollen Sie schon wissen, um was es den einzelnen Stimmen hier geht – Kultur der Kommunikation IST die Vermeidung von Heuchelei und doppelter Moral und die Konzentration auf Inhalte und Argumente.
    Also nochmal zu meinem ursprünglichen Ansatz als Beitrag zu Wolffs Titel „Retter ohne Rettungsring“: Der Kommentar ist richtig – aber er ist nicht zielführend, denn wie immer beklagt Wolff wortreich Zustände (nichts ist neu in seinem Beitrag außer dem falschen Bild zu den Linken in unserer Geschichte), hat aber nicht mal ansatzweise eine Idee zur Verbesserung der Lage. Und rechthaberische Kritikaster, selbstlobende Kommentierer, unfähige Lobhudler und besserwisserische Moralisten haben wir doch genug in unserem Lande. Was wir brauchen, sind Menschen, die das Land wieder auf Kurs bringen – nicht mir populistischem Geschwätz von der heilen Welt, sondern leider – nach den vielen Versäumnissen der letzten Jahre – mit konkreten und schmerzhaften Forderungen an die Gesellschaft und deren Einsichtsfähigkeit in die Logik der Demographie und Mathematik. Daran ändern Lerchner Träume von einer sozialistischen Welt nichts, daran ändern stümperhafte Satireversuche nichts, daran ändert schwatzhafte Geschichtsverdrehung nichts. Daran ändert nur ein wirtschaftlicher Aufschwung etwas – und glücklicherweise gibt es ja Anzeichen dafür.
    Und dies, mein Herr von Welt, ist keine Polemik, sondern Anregung zum Denken für die, die immer nur persönlich werden.
    Andreas Schwerdtfeger

    1. Eigentlich lohnt es kaum, auf die immerwährenden verächtlich-herablassenden Kommentare von Herrn Schwerdtfeger einzugehen, die offensichtlich nur dem einen Ziel dienen: seine Allwissenheit zu unterstreichen. Dabei kann niemand bestreiten, dass Herr Schwerdtfeger sehr belesen, umfassend informiert und sicher auch mit einem politischen Urteilsvermögen ausgestattet ist. Aber dem steht sein unentwegter Herabwürdigungsdrang derer im Wege, die nicht seine Meinung teilen. Das macht auch dieser Kommentar wieder deutlich. Alle, die nicht so denken wie er, sind „rechthaberische Kritikaster, selbstlobende Kommentierer, unfähige Lobhudler und besserwisserische Moralisten“ bzw. hängen „Träume(n) von einer sozialistischen Welt“ nach, ergehen sich in „stümperhafte(n) Satireversuche(n)“ oder betreiben „schwatzhafte Geschichtsverdrehung“. Dabei scheut sich Herr Schwerdtfeger nicht, Menschen, die in der DDR groß geworden sind, unter dem System von Diktatur und Bevormundung gelitten haben und aktiv an der Friedlichen Revolution beteiligt waren, oberlehrerhaft über den wahren Charakter der DDR aufzuklären – was für eine anmaßende Hybris! Seis drum: In diesen hochmütigen Kopf und in dieses verstockte Herz kann offensichtlich kein Zweifel mehr dringen … und Anstand bleibt ein Fremdwort. Wie sonst ist zu erklären, dass sich Herr Schwerdtfeger hinreißen lässt, jemanden, der nicht seine Meinung teilt, prophylaktisch zum minderbemittelten „Grundsicherungsempfänger“ zu erklären. Ehrlich gesagt: Angesichts dessen, was derzeit politisch auf dem Spiel steht, sind Einlassungen wie die des Herrn Schwerdtfeger unappetitliche Ablenkungsmanöver. Er möge uns in Zukunft von dieser Art Kommentaren verschonen.

    2. „Daran ändert nur ein wirtschaftlicher Aufschwung etwas…“

      Damit bin ich bei Ihnen, Herr Schwerdtfeger, von der Herabwürdigung anderer Foristen abgesehen. Es muss wirklich nicht sein, andere Menschen als Grundsicherungsempfänger abzuurteilen. Das ist schlicht und einfach Arroganz desjenigen, der mehr Glück in einem freien und demokratischen Leben hatte. Lassen Sie das weg, darunter leidet die Achtung.

      Jetzt bin ich auf Ihre Idee gespannt, wie ein wirtschaftlicher Aufschwung erfolgen soll. Diese muss nicht nur von den Unternehmern kommen. Grundsicherungsempfänger haben auch Talente und Ideen. Man muss ihnen nur die Möglichkeit geben, diese umzusetzen. Ich spreche aus eigenen Erfahrungen. Ich bin 1990 nach einer Revolution mit Nichts außer mit voller Energie gestartet und somit der aktuellen Krise um einige Erfahrungen voraus. Das Mitmischen gehört dazu, sonst wird das nix.

      1. Wer lesen (und verstehen ) kann ist klar im Vorteil:

        „Käfer zB muss dankbar sein, dass er neben seinen Satire-Versuchen noch einen Beruf hatte – er wäre sonst jetzt Grundsicherungsempfänger.“

        Das ist keine Aburteilung von Käfer als Grundsicherungsempfänger oder Verurteilung von Grundsicherungsempfängern sondern eine Kritik an Käfers ärmlichen Satireversuchen.

        Seitdem ein Blödermann sich erfolglos im Fernsehen an Satire versucht hat, meint heute wohl jeder, dass er irgendwas daherschwafeln kann, “ Satire“ schreit und damit eine Bedeutung erlangt.

        Wobei es wohl den Meisten recht schlecht gehen würde, wenn sie keinen ordentlichen Beruf hätten.

          1. Ziemlich überflüssig, meint Wolff, und bewertet damit genau wie ich. Doppelter Maßstab, wie immer!
            Und es ist eben nicht überflüssig, weil es die – in der Tat: überflüssige – heilige Erregung von Wolff (und leider auch von Wittenburg) entlarvt.
            Andreas Schwerdtfeger

        1. Warten wir ab. Wenn der AfD die Machtergreifung gelingt, wird Michael Käfer mit Satire ein großes Comeback feiern. Dann gibt es Stoff genug, dass das Lachen im Hals stecken bleibt.

    3. Lieber Herr Schwerdtfeger, es tut jetzt nichts zur Sache, mit wem ich mich austausche und mit wem ich gemeinsam handle, doch über folgende Einlassung von Ihnen und mit der Antwort von Christian Wolff müssen wir uns unter gegenseitigem Respekt auseinandersetzen: „Flade hat immer noch nicht begriffen, … dass die DDR ein kommunistischer – also in unserem Sprachgebrauch links regierter Staat war.“

      Dieser Satz ist ungeheuerlich! Was bedeutet der Ausdruck „in unserem Sprachgebrauch“? An dieser Stelle treffen zwei Welten aufeinander. Die einen haben den „links regierten Staat“ aus der Freiheit heraus betrachtet, die anderen waren darin eingesperrt. Was ist daran „links in unserem Sprachgebrauch“, wenn er von Mauern, Stacheldraht und Minengürteln umgeben ist, wenn Menschen umerzogen werden sollen, sie gefoltert und sogar erschossen werden, wenn sie sich das nicht gefallen lassen?

      Bärbel Boley, Markus Meckel, Rainer Eppelmann, Jo Flade, ich, Joachim Gauck und viele andere auch – es war trotzdem eine Minderheit – ist es gelungen, diesen vermeintlich „links regierten Staat“ in die Wüste zu schicken, als sein „großer Bruder“ und Besatzer, die Sowjetunion, schwach war. Anschließend erfolgte der Prozess der deutschen Einheit mit seiner ganzen Wurstigkeit. Er ist bis heute nicht abgeschlossen, was auch nie sein wird, denn die Unterschiede sind mental, genetisch und kulturell bedingt. Gejammert wird nur die über wirtschaftliche Komponente.

      Die deutsche Einheit hat im Osten Träume geweckt, die nie Realität werden können. Extrem ausgedrückt: Der Westen hat dem Osten unbewusst einen Kommunismus mit D-Mark vorgegaukelt. Die Utopie des Kommunismus haben dagegen die aus westlicher Sicht vermeintlich „Linken“ ihrem Volk während Jahrzehnte eingeimpft, und zwar aus dem Grund, ein menschenfeindliches Machtgefüge zu etablieren. Das Zentrum dieser Macht war und ist der Kreml.

      Ist Ihnen bewusst, was Propaganda aus dem Osten und Werbung aus dem Westen gemeinsam bewirken können? Aus dieser bis heute schwelenden Enttäuschung saugen die Populisten im Osten ihren Honig. Im Westen ist es anders.

      Beispiel: Ich kenne Volker Bouffier persönlich. Als Ministerpräsident wirkte er auf mich wie ein gutmütiger Übervater. In einer Talkshow, in der es um den Osten ging, sagte er: „Nun lasst uns mal regieren…“ Er hat es gut gemeint, doch dabei vergessen, dass er damit wieder über andere Menschen bestimmt, die sich aus eigener Kraft ihre Freiheit erkämpft hatten. Folglich bestimmen Menschen, denen Freiheit und Demokratie geschenkt wurde, über Menschen, die sich Freiheit und Demokratie unter Einsatz ihres Lebens selbst erkämpft haben.

      Dieser Aspekt wird nicht berücksichtigt. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht haben Sie eine Antwort.

      Die Ethnologin Juliane Stückrad hat dem gemeinen Volk in den ehemaligen Grenzgebieten Thüringens, Hessens und Bayerns „aufs Maul geschaut“, genau dort, wo Populisten Erfolge feiern. Sie kam zu folgendem Ergebnis: „Der Westler erwartet vom Ostler, dass er bedürftig sei, und der Ostler war sich dessen bewusst und nutzte seine Position durchaus zu seinem Vorteil aus.“ (Aus „Randgebiete“, Mitteldeutscher Verlag 2023.)

      Können Sie damit etwas anfangen?

    4. Als Dauerkarteninhaber eines Stehplatzes (mehr war angesichts meiner geistigen Armut nicht drin) sind mir Fussballgesänge einigermaßen geläufig.
      „Es gibt nur ein‘ Rudi Völler“ z.B. war lange ein Hit. Dieser erklärt für mich unmittelbar den Frust, den ein jahrelanger Lautsprecher und Vielschreiber empfinden muss, wenn da plötzlich eine neue Stimme auftaucht, die für sich Weltläufigkeit, Vielseitigkeit und faire, offene Kommunikation in Anspruch nimmt.

    5. Hallo Herr Schwerdtfeger, es ist sicherlich meine Schuld, wenn ich mit meinen Einlassungen zu wirtschaftspolitischen Themen ab und zu über die Köpfe der Leute hinwegrede. Dass meine Texte nichts mit Sozialismus zu tun haben, sollte aber jeder erkennen können. Die Sichtweisen, die ich versuche, zugegeben mit einigen Illusionen an den Mann und die Frau zu bringen, gehen auf eine Persönlichkeit namens Sir John Maynard Keynes zurück. Dieser war maßgeblich an den Friedensverhandlungen von Versailles und der Ausarbeitung des Währungssystems von Bretton Woods beteiligt. Zudem war er überzeugter Antisozialist! Bis Anfang der siebziger Jahre war der Keynesianismus die dominierende Wirtschaftstheorie im Westen, bis der Neoliberalismus seinen Siegeszug antrat. Selbst als interessierter Laie kann ich nachvollziehen, wie sehr post-keynesianisches Gedankengut für das Verständnis aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen hilfreich ist. Deshalb mein Engagement. Von diesen Dingen haben Sie aber offensichtlich keine Ahnung. Bei so eklatanten Wissenslücken täte mehr Bescheidenheit gut.

      Es gibt aber Unangenehmeres. Dabei denke ich an gewisse Spezies, die anscheinend dreißig Jahre Entwicklung des Westens intellektuell nicht gerafft haben und aus ihren zusehends vermodernden Schützengräben immer dann Stasi! Stasi! schreien, wenn sie mit Dingen konfrontiert werden, die nicht in ihr beschränktes Weltbild passen.

      1. Sir John Maynard Keynes redete einer antizyklischen Fiskalpolitik das Wort. In einer Wirtschaftskrise solle der Staat Geld ausgeben, das er nicht hat. Die Verschuldung solle nach Anspringen der Konjunktur zurückgefahren werden. Leider handeln die Politiker nur begrenzt nach dieser Regel; lieber beglücken sie das Volk mit Ausgaben. Hinzu kommt, dass staatliche Nachfrageprogramme die Inflation anheizen.

  14. Lieber Herr Plätzsch –
    „Was denn sonst, Herr Flade? Von rechts doch sicher nicht, und auch nicht bürgerlich-liberal“.
    Ihre kategorische Einordnung der DDR in Links wirft sofort Fragen auf, z.B. Ihre absolute Kategorisierung des Begriffes Links = DDR. Schauen Sie doch bitte mal mit Sorgfalt in diverser Geschichtsliteratur nach, wie der Terminus Links politisch höchst ambivalent dargestellt wird. Beginnen Sie mit Lenin, fahren Sie fort mit Stalin, Breschnew, Putin (Historie der Sowjetunion), wechseln Sie zur DDR mit Ulbricht, Honecker, Krenz, bedenken Sie den 17. Juni-Aufstand 1953, die Niederschlagung 1956 in Ungarn, den Mauerbau 1961, den Einmarsch der sowjetischen Panzertruppen in Prag und versuchen Sie zu klären, was da Links im Definitionsbereich der politischen Grundlagen konkret auf die DDR zutreffen könnte. Als im Herzen und mit Seele GRÜN denkender und sich engagierender Bürger dieser unserer Demokratie habe auch ich mich zum Friedlichen Herbst 1989 erfolgreich, gewaltfrei und aufrecht eintretend für eine Zivilgesellschaft eingesetzt, um diese gewaltreiche, Individuen niedertretende, diktatorisch in das Privateste eingreifende und Menschenrechte mannigfach verletzende, antihumanistische „Sozialistische“ DDR zu beseitigen. Diesen Unrechtsstaat DDR identifizieren Sie mit Links? Da müssen Sie wahrlich tiefer eindringen in politische Definitionen!! Wenn Sie schon Ilko-Sascha Kowalczuk bemühen, dann empfehle ich Ihnen das 2025 bei C.H.Beck erschienene „Ein Gespräch über den Osten – DIE NEUE MAUER“, ein Dialog mit Bodo Ramelow (nicht nur nebenbei: hier wird auch der Konflikt Ost/West bemerkenswert beleuchtet neben Rückblicken, was die DDR betrifft!).
    Bevor Sie so kategorisch die DDR mit Links identifizieren – lesen Sie nach, in Ruhe und ggf. mit der Möglichkeit, das Eine vom Anderen zu trennen, ja zu müssen! Pauschalisierungen in der Geschichte – das kann ziemlich schief gehen. Jo.Flade

    1. Zur Ergänzung: Links mit der DDR zu assoziieren, greift zu kurz. Dass der Westen nicht differenzieren kann, verzeihe ich ihm, denn er kannte das System nur oberflächlich und symathisierte teilweise mit diesem. Die von der Sowjetunion aufgedrückte Staatsideologie hieß in der DDR Marxismus-Leninismus, Hauptfach im Bildungssystem. Davon redet heute niemand mehr. In den anderen osteuropäischen Vasallenstaaten hieß sie Leninismus. In Jugoslawien herrschte Tito mit einer abgewandelten Ideologie und in Albanien war es wieder anders. In China herrschte der Maoismus. Nach einem Vortrag in Hessen kam eine Schülerin zu mir und erzählte, dass ihre Mutter aus China stammt und diese zusehen musste, wie die Maoisten ihre Eltern töteten. Umerziehung! Diese Ideologie hat mit einem sozialen Engagement im Westen nichts zu tun, sondern dient dazu, unter einem Vorwand menschenfeindliche Machtverhältnisse zu etablieren.

    2. Lieber Herr Flade, selbstverständlich kann man das politische System der DDR differenzierter darstellen. Bezeichnend ist, dass die SED dieses selbst als eine Diktatur („des Proletariats“ – in Wahrheit der SED) bezeichnete.
      Ich bleibe dabei: linksradikal ist die Kurzform.

    1. Ja, meine Güte, wo sollen denn 90.0000 hauptamtliche Stasileute und 180.000 meistens freiwillige IM geblieben sein? AfD und BSW fischen aus dieser ideologischen Hinterlassenschaft Wähler und Funktionäre. Hat jemand daran gezweifelt? Es ist doch offensichtlich, wie sich beide Lager unter dem Deckmantel der Demokratie hinterrücks die Hand reichen. Als am 4. Dezember 1989 in Rostock die Stasi entwaffnet und nach Hause geschickt wurde, gingen einige von ihnen gesenkten Hauptes an den Bürgern vorbei. Andere drohten mit der Faust: „Wir kommen wieder, wenn sich die Zeiten ändern.“ Das ist jetzt geschehen. Die Ursachen: Verdrängung, Verharmlosung und Vergessen. Klappt immer.

  15. Nachdem alle Appelle und Beschwörungen bisher versagt haben, soll es nun Esoterik richten. Hoffen wir also auf die Menschen, die genügend positive Energie verströmen, um die Masse gegen die dunklen Einflüsterungen der Populisten zu immunisieren. Auch ein bar jeglicher objektiver Belege herbeifantasierter Generationenkonflikt (die Alten nehmen den Jungen den Atem) ist Beleg für das zunehmend Irrationale in der AfD-Debatte, leider auch in diesem Blog. Von beispielloser Ignoranz zeugt der Versuch, das angebliche Satte (und die Überalterung) der Gesellschaft in Deutschland als Quelle für die breite Akzeptanz der AfD in Teilen der Bevölkerung auszumachen. Aus dem Blickwinkel ihrer eigenen, kleinen beschränkten Welt übersehen diese Leute, dass z. B. Deutschland bei der Armut zur europäischen Spitzengruppe gehört. Rund 4,6 Mill. Menschen, das sind 5,6% der Bevölkerung, gelten als von „erheblichen materiellen und sozialen Entbehrungen“ betroffen (https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/ILC_MDSD11__custom_21355105/default/table, https://makroskop.eu/162026/deutschland-gehort-bei-armut-zur-europaischen-spitzengruppe/ ). Dass dagegen Deutschland in Europa das sechsthöchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf hat, ist zudem Beleg für die soziale Schieflage im Lande.

    All das fruchtlose Theater um den AfD-Parteitag in Erfurt ließ auch hier in den Hintergrund treten, dass die Bundesregierung gerade dabei ist, die derzeit für das Gedeihen der AfD günstigen sozial-ökonomischen Randbedingungen zu verstetigen. Denn mit der derzeitigen Politik wird die Regierungskoalition aller Voraussicht nach ohne konjunkturellen Rückenwind in die nächste Wahl gehen. Das hochtrabend als „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ bezeichnete, jüngst offerierte 34-Punkte-Paket wird, wenn man dem plausiblen Urteil einiger Experten folgt, kaum zu mehr Wachstum führen, die derzeitige wirtschaftliche Stagnation vertiefen und wenig zur Bearbeitung vorhandener Verteilungskonflikte beitragen. Die vorgesehene 10 Mrd. – Steuerumschichtung zugunsten unterer und mittlerer Einkommen ist marginal, sie beträgt nur 1% des Gesamtsteueraufkommens. Zudem wird sie nur zum geringen Teil durch Anhebung der „Reichensteuer“ gegenfinanziert. Die demzufolge erforderlichen Einsparungen werden den erhofften Wachstumseffekt weitgehend eliminieren. Der gesamte Wachstumseffekt wird auf lediglich 0,1% geschätzt. Auf Druck von CDU/CSU bleibt eine Korrektur der für Begüterte hauptsächlich relevanten niedrigen Kapitalertragsteuer von 25% unangetastet. Eine verordnete Zusatzabgabe für einen kapitalgedeckten Rentenanteil in Höhe von 2% wird der Bevölkerung Kaufkraft im Umfang von 30 Mrd. Euro entziehen (Merz hat wieder mal Unfug erzählt, als er meinte, diese würden für zusätzliche Investitionen zur Verfügung stehen). Die hohen Investitionen in den Militärsektor sind vergleichsweise wenig wachstumsfördernd. Ein Euro in diesem Bereich verausgabt bewirkt zusätzliche 0,5 Euro gesamtwirtschaftliche Aktivität. Bei Investitionen im zivilen Bereich erreicht der Multiplikator Werte größer als eins. Wenn zivile Ausgaben zugunsten von Rüstung sinken, kostet das langfristig Wachstum und Beschäftigung. Einige Maßnahmen zur Entlastung der Wirtschaft (z. B. sachgrundlose Befristungen, gelockerter Kündigungsschutz, Reduzierung von Berichtspflichten, Streichung von Karenztagen) sollen diese zu mehr Investitionen anregen. Das wird aber nicht gelingen, wenn die Auftragsbücher keine Auslastung der Kapazitäten versprechen. Derartige Maßnahmen und wie überhaupt jegliche Einschnitte in das Sozialsystem führen zudem zu Verunsicherungen und befördern das wachstumsschädliche Vorsichtssparen (https://www.blog-der-republik.de/wo-soll-das-wachstum-herkommen-das-reformpaket-der-koalition-verspricht-aufschwung-und-beschaeftigung-es-wird-beides-nicht-liefern-gastbeitrag-von-arno-gottschalk/
    ). Wer also effektiv etwas gegen die weitere Stärkung der AfD unternehmen will, sollte vorrangig die gegenwärtige Politik der Bundesregierung nicht nur kritisieren (Gruß an A. Schwerdtfeger), sondern sich aktiv am Widerstand gegen diese beteiligen. Zumindest im linken Flügel der SPD und in den Gewerkschaften scheint sich ein solcher bereits zu regen.

    1. Herr Lerchner, „Hoffen wir also auf die Menschen, die genug positive Energie verströmen…“ Daraus schließe ich, dass Sie im goldenen Turm sitzen und sich vom Rest der Gesellschaft verabschiedet haben. Andere sollen die Arbeit machen. Man hat sich gerade so schön eingerichtet. Kenne ich aus der DDR. Das nennt man Opportunismus. Die Realität als Esotherik zu bezeichnen, setzt noch einen drauf. Ich kann historische Parallelen anführen, doch der liebe Gott hat mir die Fähigkeit geschenkt zu erkennen, ob sich ein solcher Aufwand lohnt oder nicht. Hier lohnt er nicht. Leider.

    2. PS: Haben Sie die Information, dass Deutschland bezüglich der Armut zur europäischen Spitzengruppe gehört, ebenfalls aus der „Moskowskaja Prawda“ von Holger Friedrich?l

      1. Na na, Herr Wittenburg, hier sortieren Sie Herrn Lerchner in eine Ihrer Schubladen ein. Er stellt allgemeinen Betrachtungen statistische Erkenntnisse und eine – m.E. – zutreffende und wohlbegründete Kritik an der Politik der Bundesregierung entgegen. Damit sitzt er weder im goldenen Turm noch ist es gerechtfertigt, ihn als DDR- oder Moskau-Epigonen zu beschimpfen.

        Eine Tatsache: Es wird lamentiert, wie schlecht alles ist, und deshalb AfD gewählt – bekanntlich oft von Leuten, denen selbst und ihrem Umfeld es blendend geht. Eine ebensolche Tatsache ist die von Lerchner angeführte soziale Schieflage, und dass die der AfD Munition und Stimmen liefert. Dass eine AfD-Regierung die Probleme nur verschärfen würde, steht auf einem anderen Blatt.

        Lerchner hat ganz Recht damit, dass die Politik der Bundesregierung Brandbeschleuniger für AfD-Wahlerfolge ist – Kürzungen bei „Demokratie leben“, Elterngeld, BaföG-Erhöhung erst 2027 u.ä. stehen praktisch ungebremsten Rüstungsausgaben gegenüber, die, so notwendig sie sind (da ist Herr Lerchner möglicherweise anderer Meinung), besser zu finanzieren durch nennenswerte Steueranhebung bei Spitzeneinkünften, Streichung von Subventionen und wirksame Bekämpfung von Steuerhinterziehung man sich entschieden weigert in Berlin, auch die SPD.

  16. Lieber Herr Thomas Braunschweig – Sie sagen es! Ich habe übrigens ein gut funktionierendes Netzwerk zu Thüringen und bin bestens informiert, was da zum AfD-Parteitag geschah. Und es zeigte sich leider auch medial, worauf Sie hinweisen, welch Bangigkeit im Journalismus um sich greift und Zivil-Courage mehr und mehr abhanden kommt. Was sich in Sachsen-Anhalt zur Wahl anbahnt, muss doch endlich ALLE aufwachen lassen. Friedrich Merz war an besagtem Wochenende lieber bei Herrn Wüst in NRW, um sich u.a. ein Gelbes Trikot anpreisen zu lassen. Ihnen beste Grüße – Jo.Flade

  17. Randnotiz: Gestern erfuhr ich aus einem seriösen Medium, dass in Deutschland die Anzahl der Drogentoten unter jungen Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren im Vergleich zum Vorjahr um 50 % zugenommen hat. Das ist eine erschreckende Tendenz!

    Warum ist der Drogenkonsum gestiegen? Danach wurde nicht gefragt. Es wurden lediglich die neuen und gefährlichen Drogencocktails angeführt. Ich habe viel mit jungen Menschen zu tun und kenne ihre Sorgen: „Uns geht es Scheiße!“ Die überalterte Gesellschaft, die zu großen Teilen mit den Populisten sympathisiert, und die von ihnen bevorzugten Politiker nehmen ihnen den Atem, verbauen ihnen die Zukunft. Daraus folgt Flucht in eine schönere Welt, und wenn es nur für eine Weile zum Schein ist.

    Mir ist diese Reaktion aus der Sowjetunion (Russland), der DDR und den weiteren Vasallenstaaten bekannt. Dort hieß die Droge Alkohol. Ich wiederhole mein Fazit: Stärkt den jungen Menschen den Rücken!

  18. Kommentar/Zitat: „Die „DDR“ hat 40 Jahre existiert und war wohl unbestreitbar eine Regierung von links – das radiert Wolff mit seiner Anmerkung aus.“ Andreas Schwerdtfeger.
    Herr Schwerdtfeger – Die SED-STASI-DDR, eine Regierung von Links? Hier enttäuschen Sie mich erneut sehr. Mit dieser fahrlässig-irren Feststellung bezeugen Sie fatalerweise einige Unkenntnis sowohl vom inhaltlichen, was mit Links zu klassifizieren wäre, als vor allem Ihre enorme Fehleinschätzung der realen DDR-Ideologie. Auch ich “durfte“ 40 Jahre diese DDR ertragen. Bevor Sie solcherart Unsinn aus bedenklich lokaler Distanz fixieren – bitte analytisch, solide historisch diesen Vor-Wende-Staat, der umringt war von Mauer und Stacheldraht und Schießbefehl und Stasigefängnissen tiefgehender einordnen und nachdenken. Ihr Papagei

    1. „Die SED-STASI-DDR, eine Regierung von Links?“
      ____________________________________________________________________________
      Was denn sonst, Herr Flade? Von rechts doch sicher nicht, und auch nicht bürgerlich-liberal. Leider fehlt mir die Konzentrationsfähigkeit auf 2000 Seiten der hochgelobten Ulbricht-Biografie Ilko-Sascha Kowalczuks.
      Hier eine Rezension Wolfgang Templins https://ogy.de/vv97

  19. Einige wenige, zugegeben teilweise überspitzte, satirische Überlegungen, ausgelöst von bedeutungs- und meinungsschweren Vordenkern dieses Blogs:

    Es ist wohl an der Zeit, dass Christian Wolff seinen Blog nicht nur umbenennt („Soziale Wahrheit“ wäre vielleicht ein geeigneter Titel?), sondern auch seine Autoren- und Betreiberrechte an sie abtritt.
    Mit Papageien, Hirnlosen und Merz-Hetzern könnte er dann  einen kleineren, meinungsschwächeren Blog neu etablieren, in dem er auch all seine Obsessionen ausleben kann.

    „Soziale Wahrheit“ könnte getrost dazu schweigen, dass der Parteitag in Erfurt die AfD weiter radikalisiert, den Einfluss des gesichert rechtsextremen Björn Höcke deutlich gestärkt und den der Ostdeutschen geschmälert hat.
    Auch das Datum des Parteitags, könnte endlich als „Vogelschiss der Geschichte“ eingeordnet werden.

    Sollte es im September zu einer ersten Regierungs-Übernahme der AfD kommen, könnte „Soziale Wahrheit“ weiter die schlechteste Regierung aller Zeiten, eine links-grün versiffte Medienlandschaft und einen irregeleiteten Pfarrer, der konsequent „keinen Millimeter Platz für die AfD“ forderte, verantwortlich machen.

    Den (allerdings noch zu schaffenden) Preis für einen „Klaren, wertschätzenden, demokratiefördernden Blog“ wird bestimmt Friedrich Merz in Dauerschleife an „Soziale Wahrheit“ übergeben wollen; für die Laudatio könnte z.B. Dieter Nuhr gewonnen werden.

    Nach den „Blühenden Landschaften“ hätten wir in Deutschland dann endlich auch einen aufrechten Blog für klare Antworten auf die brennenden politischen und sozialen Fragen der Gegenwart, dessen Niveau man auch nicht mehr  ständig in Zweifel ziehen müsste….

    PS: Der Beitrag von Herrn Wittenburg vom 7.7.26, 10:28 Uhr, ist NICHT in meine satirischen Überlegungen eingeflossen.

  20. Christian Wolff ist bekannt, dass ich eine große Ausstellung vorbereite, die in dieser jammervollen Epoche ein neues Bewusstsein und positive Energie erzeugen soll. Harte Arbeit, während der ich die immer noch tiefen Gräben zwischen Ost und West zu spüren bekomme, allerdings auch mit Freude die Brücken erlebe.

    In diesem Blog fragte ich einst nach der Rolle Tino Chrupallas – und erhielt keine Antwort. Ganz einfach: Er dient dazu, im Osten Wähler zu gewinnen, was ihm im Fahrtwind von Alice Weidel erfolgreich gelingt. Doch die Musik spielt im Westen und der Erfolg der AfD ist dort nicht von der Hand zu weisen. Die Strategie ist aufgegangen, Tino Chrupalla hat seine Rolle gespielt und bekommt irgendwann als nützlicher Esel sein Gnadenbrot.

    Schon 2020 habe ich eine große und viel beachtete Ausstellung durchgeführt. Großer Bahnhof. Die Besucher gingen in die Zigtausende. Sie diskutierten jahrelang, doch von den Medien in Ost und West wurde diese Exposition weitgehend ignoriert. Niemand hatte ein Ohr für die Bürger. Der Schlüssel, den Populisten den Wind aus den Segeln zu nehmen, liegt im Osten. Ich habe mir 2019 folgenden Artikel aus der ZEIT aufgehoben:

    „Es ist diese Wurstigkeit, mit der in der Politik jede neue Hiobsbotschaft aus dem Osten behandelt wird. Es gab in den 30 Jahren seit der friedlichen Revolution nicht einen einzigen bedeutenden westdeutschen Politiker, der den Osten zu seinem großen Anliegen gemacht hätte – außer einigen Senioren, die dort ihre zweite Karriere machten. In der gesamtdeutschen politischen Öffentlichkeit gibt es nur wenige, die mit Ostthemen wirklich durchdringen. Die hin und wieder mal warnen, welche Abgründe sich in einer Region auftun können, in der nicht so wenige Bewohner zu der Überzeugung gelangt sind, sie seien feindlich besetzt worden.

    Westdeutschland hin oder her. Es sind diese Herrenmenschen, die den Osten kaputt machen. An keinem der Orte, an denen sie seit Jahrzehnten immer wieder `Fuck you´ wählen, ist irgendetwas dadurch besser geworden. Im Gegenteil, diese Regionen entleeren und verarmen noch mehr und noch schneller als die anderen. Wie auch anders. Wirklich niemand, der Menschen nach Religion oder Hautfarbe oder Wert sortiert, hat eine Ahnung davon, wie man eine Gegend für Menschen attraktiv macht. Nichts wird besser werden im Osten, wenn dort eines Tages Leute regieren, die nur ihresgleichen dulden.

    Es ist so viel schiefgelaufen im Nachwendeosten, es gab so viele Ungerechtigkeiten. Aber das ist kein Grund, das war es nie, Rechtsextreme zu wählen und damit das Land von der Außenwelt abzuschotten. Niemand wird von der Geschichte gezwungen, ein Rassist zu sein. Niemand hat das Recht, andere zu misshandeln, weil ihm selbst übel mitgespielt wurde. Und auch sonst nicht.

    Wo immer im Osten das nicht klar ist, wird es Zeit für mehr, nicht weniger Streit. Denn so sind nicht alle, bei Weitem nicht. Es gibt so viele, die das Grundgesetz jeden Tag in ihrem Tun und Reden respektieren. Sie sind an den meisten Orten in der Mehrheit, und es wird Zeit, dass sie sich durchsetzen.

    Diese Menschen brauchen Unterstützung, manche brauchen konkret Geld. Was sie jedenfalls nicht brauchen, sind wohlfeile Kommentare aus Hannover-Linden. Die Lage im Osten ist zu ernst, um nicht zu differenzieren.“

    In jeder Diktatur sind die Gleichgültigen die Schlimmsten.

  21. Neulich war ich bei einer Veranstaltung des NDR im Warnemünder Kurhaus. Thema: „Mitreden – Live vor Ort. Demokratie unter Druck“. Die Teilnehmer im Saal wurden verlost, um dem Andrang gerecht zu werden. Auf dem Podium saßen neben der Moderatorin eine Journalistin und Autorin, ein ehemaliger Oberbürgermeister und eine bekannte Schriftstellerin. Sie lieferten die Stichworte. Die Anwesenden im Saal wurden aufgefordert, ihre Meinungen zu sagen.

    Nachdem die Alten rumgemeckert haben – bei einigen war die Nähe zu den Populisten deutlich zu erkennen -, meldeten sich ganz junge Leute zu Wort und überzeugten mit Optimismus und Ideen. Am Ende der Veranstaltung wurden sie von Journalisten und ihren Mikrofonen regelrecht belagert.

    Ja, in einer satten und überalterten Gesellschaft mangelt es an Ideen. Die Probleme wirken für die Älteren erdrückend und die Zukunft ist für diese kurz. Fazit: Stärkt den jungen Menschen den Rücken!

    Es hilft allerdings nicht, einen Parteitag verhindern zu wollen. Die Populisten nutzen jede Gelegenheit, sich erfolgreich in ihrer Opferrolle suhlen zu können. Wer keine Ahnung davon oder es vergessen hat, wie sich die Alleinherrschaft einer einzigen Partei anfühlt, die immer Recht zu haben meint, ergreift für diese „Opfer“ aus einem Mitgefühl heraus schnell Partei.

    Das ist wie mit dem Wal Timmy auf der Insel Poel. Plötzlich wird die Sache zum Hype. Am Ende war der Wal tot und der Steuerzahler hat den Schaden.

  22. Ja, Herr Flade, ich habe in Erfurt nur Herrn Schneider aus dem Kabinett gesehen. Auch Herrn Voigt, als gastgebenden MP habe ich nicht gesehen. Dafūr aber einen Empfang am Bahnhof, der die Stimmung sofort hob.
    Insgesamt fand ich den Tag in Erfurt sehr gut, auch wenn der Parteitag stattfand.
    Ich frage mich, warum die Medien in Thūringen so eine Angst vor einer Teilnahme geschürt haben. Ich vermute, man wollte friedliche Menschen von einer Teilnahme abhalten. In wessen Auftrag das wohl geschehen war?

  23. „Linksradikale haben in Deutschland noch nie eine große Basis in der Bevölkerung … gehabt“, schreibt uns Wolff und radiert damit mal schnell 40 Jahre „DDR“ aus.
    Und er verweist auf die Parallelität des Datums des AfD-Parteitages, was der kleine Papagei sofort nachschwatzt. Nun muss man sagen, dass in unserer heutigen geschichtsvergessenen Zeit dieses Datum niemandem aufgefallen wäre, wenn es nicht die interessierten Medien und einige Neunmalkluge publik gemacht hätten. Die AfD-anfällige Jugend Deutschlands ist zugleich die geschichtsvergessenste – und erst der Hinweis macht die Sache zum Skandal.
    Und dann haben wir eine große Zahl von Demonstranten – ein gutes Recht, dessen Wahrnehmung sich allerdings hier zum Boomerang wandelt. Denn die AfD suhlt sich geradezu im Triumph, von der Polizei geschützt zu werden. Innenminister Maier hatte schon Recht: es ist eben Pflicht des Staates, auch einen solchen Parteitag zu schützen. Die Demonstranten haben der AfD sehr geholfen.
    Und schließlich: Der Beitrag beschreibt durchaus richtig die Lage. Ein lobhudelndes dickes DANKE in typischer Schmeichelei (wie es gegenüber Trump immer kritisiert wird) ist allerdings eigentlich nicht angebracht, denn wo ist neben der Beschreibungswiederholung der Lösungsvorschlag? Den müsste man doch erwarten – zumindest von denen, die ein Instrumentarium zum Nachdenken über diese Frage haben. Denn Jammern alleine – Wolffs bisherige Taktik – ist doch eben nicht gut genug.
    Meine Vorschläge:
    – Einstellen der ständigen Umfrageveröffentlichungen durch die Medien, denn diese sind kontraproduktiv (sowohl weil viele Menschen zur AfD getrieben werden, weil sie auf Seiten der vermeintlichen Sieger sein wollen, als auch weil die AfD sie für ihre Propaganda nutzt)
    – Stopp der ständigen medialen und öffentlichen Beschäftigung mit dieser Partei, die nichts anderes zeigt als die Angst vor deren Anwachsen, weil dies die Wähler ebenfalls auf die Seite der vermeintlichen Sieger treibt (und schon gar nicht über Nebensächlichkeiten wie das Datum des Parteitages)
    – Unterstützung der augenblicklichen Unions-/SPD-Regierung mit größerer Kompromissbereitschaft (und nicht mit tumber Hetze à la Flade), denn die demokratischen Alternativen sind allesamt nicht erfolgversprechend und fördern die Chancen der AfD
    – Inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD anstelle von dummen Schlagworten und Pauschalisierungen in allen politischen Bereichen (Migration, Kriminalität, Sozialem, innere/äußere Sicherheit, Wirtschaft und Finanzen)
    – Stopp von überflüssigen Diskussionen (Krankschreibungen, Öffnungszeiten, Arbeitszeiten) und stattdessen: Maximale Flexibilität in allen Bereichen (im Falle Krankschreibung also: Richtig, gesetzlich den 1. Tag zu verordnen, aber „Öffnung“ durch betriebliche Vereinbarung; im Falle Arbeitszeit also: 40Std-Woche, nicht 8Std-Tag). (Eine kleine Anekdote zur Krankschreibung: Eine Hausärztin im TV erklärte den „ersten Tag“ zur „Katastrophe“, weil sie dann nicht mehr die Zeit hätte, sich um die „wirklich Kranken“ zu kümmern. Genau: Die „wirklich Kranken“!)
    Es ist richtig, dass die Regierung Merz/Klingbeil Fehler macht oder nicht weit genug geht. Alternativen zu dieser Regierung scheint es aber nur eine zu geben. Man muss Söder nicht mögen, aber seine Aussage von der „letzten Patrone“ ist wohl richtig. Hetze gegen Merz (und Klingbeil) ist AfD-Speak und da brauchen wir also keine Papageien.
    Und nun sind wir gespannt, ob Wolff seinen Rekord vom letzten Beitrag (Gardiner) brechen will: Von 76 Interventionen hat er 20 geschafft – alle identisch rechthaberisch und inhaltlich nicht neu, aber zunehmend aggressiv und intolerant.
    Andreas Schwerdtfeger

    1. „Linksradikale haben in Deutschland noch nie eine große Basis in der Bevölkerung … gehabt“, schreibt uns Wolff und radiert damit mal schnell 40 Jahre „DDR“ aus.
      ___________________________________________________________________________________
      Sie sind lustig – als ob die DDR jemals von der Mehrheit der Bevölkerung getragen worden wäre.
      Dazu einen Witz: Honeckers Freundin hat Geburtstag und einen Wunsch frei. Sie bittet ihn, die Mauer zu öffnen. „Willst wohl mit mir allein sein?“

      1. Genau – auch die Nazis hatten nie irgendwelche Unterstützung in Deutschland, was, Herr Plätzsch?
        Die „DDR“ hat 40 Jahre existiert und war wohl unbestreitbar eine Regierung von links – das radiert Wolff mit seiner Anmerkung aus.
        Andreas Schwerdtfeger

        1. Das (zweifelsohne linksradikale) DDR-Regime wäre spätestens am 17. Juni 1953 am Ende gewesen, wenn ihm nicht die Russen zu Hilfe gekommen wären. Ein Beweis für die Richtigkeit Herrn Wolffs Aussage.

    2. Lieber Herr Schwerdtfeger, ohne die Polemik gegen Christian Wolff und Jo Flade können wir uns besser auf Ihre Inhalte konzentrieren. Wäre das möglich? Christian Wolff ist nun mal der Chef dieses Blogs, ohne ihn würden wir nicht diskutieren. Es steht ihm das letzte Wort zu, wobei sein letztes nicht dem ersten entsprechen muss. Aus diesem Grund diskutieren wir doch!

      „Stopp der ständigen medialen und öffentlichen Beschäftigung mit dieser Partei, die nichts anderes zeigt als die Angst vor deren Anwachsen, weil dies die Wähler ebenfalls auf die Seite der vermeintlichen Sieger treibt (und schon gar nicht über Nebensächlichkeiten wie das Datum des Parteitages).“

      Das sehe ich ebenso, denn dieser wöchentliche Zustandsbericht beflügelt auf der einen Seite die AfD-Sympathisanten und auf der anderen aktiviert er die Gegner. Die Folge ist – zu Ende gedacht – Gewalt.

      „Inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD anstelle von dummen Schlagworten und Pauschalisierungen in allen politischen Bereichen (Migration, Kriminalität, Sozialem, innere/äußere Sicherheit, Wirtschaft und Finanzen).“

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses unmöglich ist. Wer in die Argumentationsspirale der Populisten geraten ist, kommt so schnell nicht wieder heraus – Gehirnwäsche wie in einer Sekte. Eine Lösung ist, diejenigen inhaltlich und mental zu stärken, die sich nicht in dieser Blase befinden. Zu Ende gedacht: Bildung, Optimismus und mit positiver Energie überzeugen.

      „Stopp der ständigen medialen und öffentlichen Beschäftigung mit dieser Partei, die nichts anderes zeigt als die Angst vor deren Anwachsen, weil dies die Wähler ebenfalls auf die Seite der vermeintlichen Sieger treibt (und schon gar nicht über Nebensächlichkeiten wie das Datum des Parteitages).“

      Das sehe ich nicht so, denn wo sonst als in den Medien soll eine Auseinandersetzung mit den Populisten erfolgen und mit positiver Energie überzeugt werden? Ich greife auf meine Erfahrungen im Herbst 1989 zurück. Es gelang einer Minderheit, den verbohrten und spießigen Ideologen, die auf dieser Basis nur ihre eigenen Vorteile im Kopf hatten, die Maske vom Gesicht zu ziehen und sie der Lächerlichkeit preiszugeben.

      Lächerlichkeit entwaffnet.

      1. Lieber Herr Wittenburg,
        ich freue mich darüber, dass Sie sich jetzt inhaltlich mit meinen Beiträgen auseinandersetzen. Ihre Anmerkungen kann ich nachvollziehen. Ihre Argumentation im letzten Punkt – Stopp der ständigen medialen und öffentlichen Beschäftigung mit dieser Partei – ist richtig, aber vielleicht haben Sie mich da etwas missverstanden: „Wo sonst als in den Medien …“, schreiben Sie; mir aber ging es genau darum. Man soll sich in Gesellschaft und Medien mit den Inhalten, nicht aber mit der Partei auseinandersetzen. Und wie würde ich mich freuen, wenn Wolff das täte.
        Und damit zu Ihrem Punkt bezüglich dieses Blogs. Jeder im Blog untermauert seine „Autorität“ anders. Sie führen an, dass Ihr Name von Timbuktu bis Manderlay bekannt ist, dass Ihnen dänische Lehrer zujubeln, sie jedesmal aus einem anderen europäischen oder deutschen Lande zu uns sprechen und überlaufene Ausstellungen veranstalten. Das zieht, darf ich humorvoll sagen! Lerchner schreibt uns als Universitätsprofessor aus Brasilien. Plätzsch beherrscht wie kein anderer die Klaviatur des Internets. Käfer führt seinen Knigge als wichtigstes Argument ins Feld; Wolff selbst hat den Knigge früher mal abgelehnt bzw nur seine eigene Interpretation gelten lassen. Ich selbst versuche, meine MEINUNG zu schreiben und nicht mein Leben zu beschreiben. Allerdings habe ich angeboten, sich mal zu treffen und dabei auch Lebenswege auszutauschen, weil so ein besseres Verständnis entstehen könnte. Flade hat das abgelehnt und dann kopiert – aber nur mit seinen Kumpels und genau da braucht man’s ja nicht.
        Ich bin allerdings der Meinung, dass es eben weder falsch ist, sich gegen persönliche Anwürfe zu verteidigen, noch, um des lieben Friedens willen Heucheleien und doppelte Standards zu vertuschen. Also schreiben Sie mir INHALTLICH, wo ich Ihrer Meinung nach eine Heuchelei oder doppelte Moral zu Unrecht feststelle. Denn Ihr Hinweis, dass Wolff der „Chef“ sei und „das letzte Wort habe“ kann sich doch wohl nur beziehen auf die Regeln und Verfahren – nicht auf die Inhalte, denn das wäre ja dem „demokratischen Diskurs“ entgegengesetzt. Und genau diese Forderung – dass Wolff die Regeln einhält und durchsetzt – fordere ich ja von ihm seit langer Zeit vergeblich. Aber man kann eben nicht mir schreiben, Wiederholungen seien langweilig und würden geblockt – und dann selbst 20 mal (von 76) dasselbe schreiben und es als notwendig ansehen.
        Immerhin bewundere ich sehr die Formulierung in Ihrem ersten Satz – Sie zeigt, dass Sie in der Tat ein Mann von Welt sind. Ich grüße Sie.
        Andreas Schwerdtfeger

        1. Lieber Herr Schwerdtfeger, somit haben wir doch etwas erreicht, und zwar menschlich! Ich finde das wunderbar! Zur Demokratie und dem Erkenntnisgewinn in diesem Blog, vielleicht haben Sie diesen Satz nicht wahrgenommen: „Es steht ihm (Christian Wolff) das letzte Wort zu, wobei sein letztes nicht dem ersten entsprechen muss.“

          Später mehr.

        2. Lieber Herr Schwerdtfeger, vielen Dank. Es geht nicht um Heuchelei und doppelte Moral, sondern ganz simpel um die Kultur der Kommunikation mit dem Ziel des besseren Verstehens, um neue Erkenntnisse und um die gegenseitige Achtung.

          Wenn Sie Ihre Beiträge direkt an Christian Wolff richten, sind die anderen Leser außen vor. Dann erreichen mich auch nicht Ihre Inhalte. Bitte bleiben Sie einfach bei der Sache und sprechen alle Leser an bzw. korrigieren Sie falsche Aussagen unter der Prämisse, dass sich der Diskussionspartner auch irren kann. Irren ist menschlich, sonst bräuchten wir hier nicht miteinander kommunizieren.

          Diese langen Texte, die hier üblich sind, wirken wie die Bleiwüsten im Neuen Deutschland. Bitte nutzen Sie Absätze zur besseren Leserlichkeit, damit der Leser eine Pause zum Erfassen der Inhalte nutzen kann.

          Hinter jeder Meinung steht eine Person. Ich möchte mein Gegenüber kennen, mit dem ich in den Austausch trete. Ich habe mich geöffnet, der Rest steht im Internet, bei KI oder in meinen Publiikationen. Es geht hier nicht um Autoreifen, sondern um menschliche Angelegenheiten.

          Was ein persönliches Teffen betrifft, so handelt es sich hier um einen digitalen Stammtisch. Ich müsste eine weite Reise unternehmen, um mich an einen gemeinsamen Biertisch setzen zu können. Was wäre das Ziel einer solchen Zusammenkunft? Eine Initiative zur Rettung der Demokatie? Dann wäre es sinnvoll.

          Konnte ich helfen? Ich grüße zurück, Siegfried Wittenburg.

        3. Apropos Autoritäts-Management, Herr Schwertfeger: Es ist sicherlich richtig, dass das von einzelnen hier etwas weitschweifig betrieben wird. Aber möchte nicht jeder stolz sein auf etwas Besonderes im eigenen Leben? Sie haben doch auch vor Jahren in diesem Blog mit Ihrem herausragenden (geheimen?) Familienstammbaum brilliert.

  24. Wer sich mit Schwarz-Rot-Gold verhüllt, der ist noch lange kein „Patriot“.. Diese Maskerade in Erfurt soll nur den „Vogelschiss“ zudeckenum die Rückkehr zum völkischen Populismus zu vernebeln.
    Dennoch sollte man nicht übersehen, dass der Kanzler Merz seinen Anteil an dem Zuwachs der AfD hat (und die SPD Wähler an die AfD vielleicht auch deshalb verloren hat). Die schwierige Ausgangslage vor den bevorstehenden Landtagswahlen für die Union UND SPD hat weniger mit der Ampel zu tun als mit dem Kanzler, der in den Umfragen immer tiefer abrutscht.

  25. DANKE, Christian!!! Wenn eine, wie A. Weidel im Interview im Öffentlich-Rechtlichen ZDF mit Dunja Hayali feststellte, die AfD eine Volkspartei ist und die Framings, zu rechtsextremen Vorwürfen, absolut zurückzuweisen seinen, dann stellt sich sofort die Frage, wer Verantwortung in der AfD-Parteispitze, also Weidel und Chrupalla, dafür trägt, dass der Erfurter Parteitag höchst durchsichtig fast auf den Tag genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Parteitag im Juli 1926 (!) stattfindet. Wer jetzt noch immer nicht begreift, was diese Partei treibt, ja dann werde auch ich wach in der Nacht, denke ich an Deutschland. Auch die Rhetorik, die Körpersprache einer Frau Weidel, sowohl in Erfurt als eben auch während des Interviews bedarf keines weiteren Kommentars. Nicht nur nebenbei frage ich mich, warum Friedrich Merz samt dem derzeitig amtierenden Bundes-Kabinett nicht gemeinsam mit den tausenden, gewaltfreien Demonstranten vor dem Messegelände wider diesem AfD-Parteitag zum Wochenende in Erfurt klar seine öffentlich zu oft wiederholte AfD-Unvereinbarkeit mit dieser politischen Katastrophe demonstrierte. Genau an diesem Punkt zeigt sich die bedenkliche Differenz zwischen Wort und Tat. Merz ruft zur Demokratiestandhaftigkeit auf – ja wo bleibt er dann, brennt die politische Luft in einem der sog. Neuen Bundesländer? Den Aufrechten, die sich gestern am Sonnabend in Erfurt demonstrativ wehrten gegen diesen AfD-Parteitag: DANK!!

  26. Bezeichnend, dass sich das vom parlamentarischen Untergang bedrohte BSW mit einem Brief an die rechtsextremistische AfD gewandt hat, in dem ein Rededuell zwischen Weidel und Wagenknecht vorgeschlagen wird. Gemeinsames Ziel sei es, die Wahl eines Ministerpräsidenten der etablierten Parteien zu verhindern.
    Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley, (SPD) gegenüber dem BSW-Chef De Masi bei „Markus Lanz“: „Aber Sie legitimieren sie [die AfD] als Partei. Die ganze Partei, mit allem, was sie ist.“

  27. Lieber Christian, in vielem hast Du Recht. Zu den Gefährdern unserer Demokratie gehören aber auch die Linksradikalen und die Wagenknecht Anhänger.Aussenpolitisch gehört Deutschland an die Seite der Ukraine und Israels. Nur das macht den Kampf gegen den Rechtradikalismus erfolgversprechend. Grüsse nach Leipzig Dein Rainer

    1. Lieber Rainer, Linksradikale haben in Deutschland noch nie eine große Basis in der Bevölkerung bzw. Wähler:innenschaft gehabt. Das ist auch heute so. Und außenpolitisch gehört Deutschland an die Seite der Demokratien und der Gruppen und Parteien, die in ihren Ländern für demokratische Verhältnisse und gegen den Autokratismus streiten. Beste Grüße, Christian

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