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„ein ganz normaler Sommer …“

So lautet eines der Narrative, mit denen nicht nur der Co-Bundesvorsitzende der AfD Tino Chrupalla im Sommer-Interview der ARD am vergangenen Sonntag eine mit Hingabe betriebene Verleugnung der Wirklichkeit betreibt. Für ihn weist der August 2026 „normale Temperaturen“ auf, so dass für „Panikmache“ kein Anlass besteht. Fast gleichzeitig tönt die Co-Bundesvorsitzende der AfD Alice Weidel im Sommer-Interview des ZDF über den Dächern Wiens stehend: „Wenn die FPÖ gewinnt, dann wird auch dieses ganze Zeug abgeschafft“ – gemeint sind die Maßnahmen der Stadt Wien zum Klima- und Hitzeschutz. „Das ganze Zeug“ – mehrfach wiederholt Weidel diese Redewendung. Sie ist für Alice Weidel offensichtlich der abwertende Sammelbegriff für alle Maßnahmen in Sachen Energiewende und Klimaschutz. Diese müssen schnellstens gestoppt werden müssen.

Doch nicht nur was den Klimawandel angeht erlebt Deutschland alles andere als einen „normalen Sommer“. Mit den beiden Interviews wird deutlich, wie sehr sich das gesellschaftspolitische Klima im Land verändert, vor allem bedrohlich verschlechtert hat. Denn mit der Attitüde eines sicheren Sieges bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verbreiten Chrupalla und Weidel in den beiden Interviews ihre Überzeugungen – abseits von Fakten und nachvollziehbaren Argumenten. Themen wie Klima, Briefwahl, Migration, Europa, die wirtschaftliche Entwicklung kamen zur Sprache. Was deutlich wurde: Weidel und Chrupalla antworten grundsätzlich nicht auf die gestellten Fragen. Dafür zeichnen sie ein Bild eines „kaputten“ Landes, das von „Flachzangen“ regiert, vor allem aber „belogen“ wird: „Die DNA der CDU ist die Lüge“, so Weidel.

Auf dem Hintergrund dieser Rhetorik spielen Fakten, das Wägen bzw. Widerlegen von Argumenten keine Rolle. Vielmehr kommt es Chrupalla und Weidel darauf an, die sattsam bekannten Narrative zu kommunizieren:

  • in Deutschland wird alles kaputt regiert;
  • die Briefwahl dient der Wahlfälschung;
  • Europäische Union und Euro befördern den wirtschaftlichen Niedergang;
  • Frauen können nicht mehr auf die Straße, weil sie von Messermigranten bedroht werden;
  • Klimawandel ist völlig normal; die Behauptung, dieser sei menschengemacht, ist reine Panikmache;
  • Syrer werden massenhaft eingebürgert. 306.000 arbeitslose Geflüchtete bzw. ausreisepflichtige Syrer seien 2025 eingebürgert worden (Fakt ist aber: die Voraussetzung für jede Einbürgerung ist der Nachweis, über ein auskömmliches Einkommen zu verfügen!)

Auf dem düsteren Hintergrund dieser Narrative dient sich die AfD als leuchtende Rettung an: „Das Land retten“, so das AfD-Motto in Sachsen-Anhalt. Als mögliche Rettungsmaßnahmen werden aber nicht Konzepte angeboten, sondern Maßnahmen, die einer Holzhammermethode gleichen: Alle 1,3 Millionen Syrer werden zurückgeführt; das Schengen-Abkommen wird gekündigt und die Grenzen werden dicht gemacht; Deutschland verlässt die EU und den Euro-Raum; erneuerbare Energiequellen wie die „Windräder der Schande“ werden zugunsten von Kohle, Gas, Öl und Kernkraft zerstört; von dem in Sachsen-Anhalt vorgesehenen nationalistischen Kahlschlag im Kultur- und Bildungsbereich ganz zu schweigen.

Doch das eigentliche Problem sind nicht rechtsradikale Parteifunktionäre wie Tino Chrupalla, Alice Weidel, Ulrich Siegmund oder Björn Höcke. Das eigentliche Problem sind die Menschen, die eine Partei wie die AfD wählen und stark machen. Die Frage ist: Warum geben so viele Wahlberechtigte einer Partei ihre Stimme, die ihre Gewalt provozierende Radikalität und ihren rassistischen Nationalismus nur mühsam hinter der Selbstverharmlosung und verlogenen Narrativen verbergen kann? Meine Antwort: Zum einen finden die 20 % der wahlberechtigten Bevölkerung, die sich schon immer von einem nationalistischen, rassistischen Gesellschaftsbild haben leiten lassen, in der AfD ihre politische Heimat (man erinnere sich nur an die Landtagswahl 1998; damals erreichte die rechtsradikale DVU in Sachsen-Anhalt 12,8 % der Wähler:innenstimmen). Zum andern ist die Gruppe der Bürger:innen angewachsen, in deren Augen seit 1990 alles total gescheitert ist: die deutsche Einheit, die Integration von Migrant:innen, die Energiepolitik, die Europäische Union, die öffentlich-rechtlichen Medien, die Bildung, die Wirtschaft. Immer öfter begegnet mir in Gesprächen dieses vernichtende Pauschalurteil über die gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen fast 40 Jahre – zumeist ausgesprochen von Menschen, denen es wirtschaftlich und sozial gutgeht, die aber nur noch mit tiefem Zorn, Verdruss bis hin zum Hass ihr gesellschaftliches Umfeld und vor allem die Demokratie abwerten.

Daraus ergibt sich die eigentliche politische Herausforderung, vor der wir stehen: Wie kann es gelingen, diese Mauer einer vernichtenden, Angst gesteuerten, grundpessimistischen Selbsteinschätzung zu durchbrechen? Mit Appellen ist es sicher nicht getan. Das „Wirretteneuch“-Schulterklopfen der AfD-Funktionäre scheidet ebenfalls aus. Denn es ist das ideologische Sprungbrett zu einer nationalistisch-völkischen Politik, die systematisch demokratische Freiheitsrechte und den Rechtsstaat demontieren wird. Die einzige Möglichkeit ist, mit den potentiellen AfD-Wähler:innen in der Nachbarschaft, im Sportverein, im Betrieb, auf der Straße zu sprechen, zu ringen – mit dem Ziel, dass sie möglichst bald ihr Gedankengefängnis selbst verlassen können. Dazu gehört:

  • beharrlich bei den Fakten bleiben;
  • die eigene Überzeugung mit Hoffnungsperspektiven versehen;
  • nichts an den Problemen beschönigen, aber vor allem Lösungen von Problemen kommunizieren;
  • sich selbst als aktiver Teil einer demokratischen Gesellschaft verstehen und zu erkennen geben.

Das, was vor allem benötigt wird: ein neues Bewusstsein von der Kraft demokratischer Mitwirkung! Leider sehen sich immer mehr Menschen auf einer Tribüne sitzend oder stehend mit einem verächtlichen Blick auf die Akteure auf dem Spielfeld, die nichts können, eben „Flachzangen“. Dabei bedeutet Demokratie, sein Spielfeld erkunden, sich Mitspieler:innen suchen, sich auf diese einstellen – ein durchaus mühsames, aber lohnendes Unterfangen.

Ja, dieser Sommer ist nicht normal – und es kann durchaus sein, dass nach dem 6. September 2026 der Sommer noch unnormaler wird. Aber das sollte uns nicht ängstigen, sondern wachrütteln. Das, was uns in Deutschland und Europa nach 1945 ein Leben in Frieden und demokratischer Offenheit ermöglicht hat, ist zu wertvoll, als dass es zum zweiten Mal innerhalb von 100 Jahren den Chrupallas und Weidels zum Fraß hingeworfen wird. Achten wir die Freiheit, achten wir die Demokratie, achten wir die Segnungen der Menschenwürde.

24 Kommentare

  1. Und zu Deinem aktuellen Kommentar zu unserem Herrn Schwerdtfeger, lieber Michael, vielleicht noch die brisante Ergänzung, dass der GKV brandaktuell mit den Minus-Finanzen die „rote Ampel“ aufblitzen lässt und nicht anders kann als dringend zu signalisieren, dass diese Merz-Regierung sofort aktiv werden und etwas TUN MUSS, um die Pflege zu stabilisieren. Ansonsten ist Schluss mit der Pflegeabsicherung in unserem Land!! Seit einem Jahr Mwerz-Regierung werden Reformen ausgerufen, lautstark verkündet – und was geschieht de facto? NICHTS. Die AfD grinst und bekommt thematisch alles, was sie braucht. Tschüß – der Jo.Flade

  2. Sehr geehrter Herr Schwerdtfeger,
    nein, ich werde nicht auf Ihre Tiraden eingehen, ich weiss ja aus Erfahrung, wie sinnlos das ist (sinnlos – NICHT unmöglich!) .
    Nur zwei Anmerkungen zur unsäglichen AfD:
    Mir fällt auf, dass auch Sie diese Partei zunehmend „normalisieren“.
    Meines Wissens nach wurde in diesem Blog das Wort „unsäglich“ bislang nur von mir und das ausschließlich in Bezug auf die AfD benutzt; Sie bezeichnen jetzt eine Ärztin, die Herrn Merz beleidigen wollte und die Frauen Haßelmann und Dröge so.
    Als ich mich im Bundestagswahlkampf 2024/25 über ein Plakat der unsäglichen AfD ärgerte, das diese als „Friedenspartei“ (mit Friedenstaube) bewarb, machten Sie sich über meine Naivität lustig, Wahlplakaten Bedeutung zuzumessen. Jetzt höhnen Sie, dass ich auf „Häuserkampf“ mimosenhaft reagiere und es zum billigen Ausweichen nutze. Erinnern Sie sich noch an das „Denkmal der Schande“ und „Alles für Deutschland“; das wären doch ganz harmlose Bemerkungen gewesen, die man bloß falsch interpretiert habe, oder deren geschichtlichen Hintergrund man nicht kannte?

    Ich halte die unsägliche AfD nicht für grundsätzlich gefährlich, sie hat ja fast keine Inhalte, keine Lösungen zu bieten; einige ihrer Positionen würden Deutschland sogar massiv schaden (Raus aus dem Euro, Schengen, zurück zu billigem Gas, Öl und zur Atomkraft, Klimawandel gibt es nicht). ABER: Sie ist, trotz niedrigerer Mitgliederzahlen als viele andere Parteien, im ländlichen Raum präsent – auch ausserhalb anstehender Wahlkämpfe! In Diskussionen mit Gremien von B90/Grüne konnte ich mit diesem Argument bisher nicht punkten. Auch meine Einsätze in Sachsen-Anhalt fanden nur in den größeren Zentren statt, obwohl ich gebeten hatte, in Freyburg, Zeitz, Bad Kösen usw. schwerpunktmäßig eingesetzt zu werden…

    Die „Normalisierung“ von (teils auch rechtsradikalen) Positionen der unsäglichen AfD ist m.E. hauptverantwortlich dafür, dass am 6.9. voraussichtlich >40% der Wähler:innen in Sachsen-Anhalt Ihre Stimme dieser Partei geben werden!

    1. „fuge incauta verba“ – dieser schöne Spruch steht auf einem Architrav über der Tür eines Hauses in Ostuni/Apulien, dem Lande des großartigen „stupor mundi“, Friedrich II., und man möchte ihn unseren beiden Fanatikern empfehlen, die hier in der gesamten Diskussion weit abseits des Themas ausschließ-lich über sich selbst und ihr gestörtes Verhältnis – „ohne Fassung“ – zu mir diskutieren. Ich finde es sehr traurig, Herr Käfer, dass Sie nun öffentlich bekennen, dass Sie eine demokratische Diskussion verweigern. Bei Flade ist das anders: Er bleibt beim Thema „ein ganz normaler Sommer“, wenn er uns über seine Essenspläne berichtet.
      Man fragt sich allerdings, wie wohl ein Wahlkampf an den Türen aussieht, wenn der Wahlkämpfer die Diskussion verweigert, nicht zuhört und nicht denkt, sondern nur seine eigene Meinung ins Haus po-saunieren will. Wahrscheinlich ist das eher Wahlkampfhilfe für die AfD. Sei’s drum: Es ist schade, Herr Käfer, Sie hätten die Intelligenz zu einem interessanten Dialog, im Gegensatz zu Ihrem armen Freund. Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie den Frieden in diesem Blog um Ihrer Rechthaberei lieber stören wollen.
      Andreas Schwerdtfeger

      1. Ich bin tief beeindruckt ob Ihrer humanistischen Bildung!
        Meinen für heute geplanten Wahlkampfauftritt in Halle habe ich natürlich sofort abgesagt, nachdem Sie mein Auftreten an Haustüren so trefflich enttarnt haben.
        Frage: haben Sie mich „vor Ort“ erwischt – habe ich ein Klingelschild „Schwerdtfeger“ übersehen? Das wäre mir sehr peinlich.

  3. Lieber Michael – Schwerdtfeger versteht vor allem eines nicht: Satire. Und weiß Du was: ich freu mich auf ein gemeinsames Mittagessen mit DIR und CHR. WOLFF, denn diese Speise im Miteinander und mit weitreichendem Austausch über die Dinge dieser Welt wird mir und uns guttun, alles andere würde üblen Brechreiz provozieren. Wir werden einen guten Termin im Herbst a.D. 2026 finden, und dann lassen wir es uns in jeder Hinsicht gutschmecken, lassen mal unsere fröhlichen Seelen baumeln und stärken uns an edlen geistigen Getränken. Nicht nur Dir, sondern wiederholt Christian Dank für allen Mut zu diesem Blog, den wir unterstützen und auf unsere Weise ergänzen werden. Bis bald, wir bleiben auch da dran, und wir lassen uns ganz sicher nicht verdrießen und in irgendeine bescheuerte Schmollecke vertreiben. Wir gehen genauso weiter, wie Du es trefflich beschreibst, jeder nach seinen Gaben und Möglichkeiten! Herzlich Tschüß – der Jo

  4. Dir einen frohmachenden und lichthellen Sonntag, lieber Michael! Versuchend, der erneut zu hitzigen Sonne temporär zu entflüchten, unterlag ich einem Fehler: Ich fokussierte meinen PC und quälte mich durch die schwerdtfegerschen „Elogen“ (…) auf Deine Entgegnungen hier in diesem bemerkenswerten Blog. Der Herr Militär liebt den permanenten Frontalangriff, deklariert Entgegnungen Andersdenkender und Andersargumentierender als „heuchlerisches Geschwafel“, fordert Mäßigung im Verbalen und steckt sein permanent stumpfes Schwert niemals in die Scheide, fällt über jeden her und lustwandelt eigenverliebt in seiner Unendlichkeits-Beitragswut. Eines gelingt mir mehr und mehr: Ich rege mich nicht mehr auf, ich zitiere nur noch den Titel der grandiose Trauerkantate von unserem hochgeistigen, klugen, tiefdenkenden J.S.Bach,BWV 82: „Ich habe genug“. Das Größte, was der Herr Schwerdtfeger nach der bisherigen reformenthusiasmierten (???) Regierungsepoche eines Friedrich Merz doch nun tatsächlich konstatiert: „Die jetzige Regierung TUT was.“ O mein Gott; Das ist ja nun nach all dem, was wir in diesem unseren Land politisch erfahren dürfen so etwas von realitätsfern, ferner geht’s wahrlich nicht. Die CDU hat aktuell 23 % in Sachsen-Anhalt, die AfD 40%, die SPD 9 %, DIE LINKE 13% (!), die GRÜNEN 6% (!). Das sind Umfragewerte und am 6. Sept. wird es ein Problem für unsere Demokratie geben, selbst wenn die AfD vermutlich keine absolute Mehrheit erreichen wird. Aber jetz noch immer festzustellen, Merz tut etwas – ja dann müsste sich ein säbelrasselnder Schwerdtfeger vielleicht doch mal fragen, ob er in seiner weltabgewandten Kemenate noch klare Sicht hat auf das, was da außerhalb seiner Festung passiert. Und noch was sehr unterscheidendes: Der Schreibverlustierte schwelgt im Skript, Du, lieber Michael, Chriatian Wolff und andere sind draußen in der realen Politwelt engagiert, bewegen sich, drehen am stockenden Rad, sind dran am holperten Ball und sie sind nicht allein. Das sagt mir und anderen mehr zu als diese unendlichen Blogseitenverschwendungen eines dauerhaft um sich schlagenden Blog-Destruktors! Kopf hoch, lieber Michael und lieber Christian und ihr Anderen Aufrechten, Konstruktiven, erst nachdenkenden und dann Schreibenden – einen gesegneten Sonntag uns; Herzlichst Adieu – Jo.Flade

    1. „Warum denn rasen und toben die Heiden im Zorne …“, so heißt es im „Messias“; im englischen Original: „Why do the nations so furiously rage together“ – also nicht die Heiden, sondern die Völker. Und ich habe großes Mitleid mit Ihnen, Herr Flade, dass Sie so toben und rasen angesichts anderer Meinungen und dass Sie glauben, Ihren Pazifismus so aggressiv ausleben zu müssen. Gerne würde ich Sie ja zum Kennenlernen und zum Gespräch mal zum Essen einladen, damit Sie Ihre Angst vor mir verlieren, aber ich weiß ja, dass Sie sich das nicht zutrauen, und es ist ja auch ein Problem rein geographischer Entfernung. Aber schade ist es doch, denn es belastet sicherlich nicht nur Wolff, dessen Blog Sie so kaputt machen, sondern auch viele Leser. Ich gehe inhaltlich nicht auf Ihren Kommentar ein, weil er ja zum Thema kaum was aussagt, und ich überlasse die Verteidigung eines solchen Ausbruchs Ihrem Beschützer aus Leipzig. Aber seien Sie versichert, dass Sie mir wirklich leid tun.
      Andreas Schwerdtfeger

      1. Sie sollten sich nicht entblöden, auf die Ausführungen der beiden Hilfssatiriker oder villeicht doch Komiker ein zugehen – das ist vergebliche Liebesmüh.

    2. Lieber Jo, Du musst den armen Herrn Schwerdtfeger verstehen! Er hat sich nunmal entschieden, Friedrich Merz bedingungslos zu lieben, ihn gegen alles Böse in der Welt zu verteidigen. Bislang ist das Böse für ihn die schlechteste Regierung aller Zeiten, speziell die „unsäglichen“ B90/Grünen und die links-grün versifften Mainstream-Medien/Umfragen/NGO’s.
      Er hat noch nicht realisiert, dass es immer mehr die eigenen Partei“freunde“ von Merz sind, die wegen schwindender Perspektive, ihre Macht zu erhalten, in näherer Zukunft seinen Rücktritt betreiben werden…
      Das macht das Land, trotz optimistischer Prognosen für den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, aber nicht zukunftsfester!
      Es bräuchte mehr Leute wie Christian Wolff mit einem klaren Wertesystem, Kommunikations- und Führungskompetenz. Die sehe ich derzeit aber in keiner Partei – allerdings kann ich das kaum verlässlich beurteilen…
      Also mache ich mit meinen eigenen beschränkten Möglichkeiten weiter, gehe kleine, pragmatische Schritte bzw. unterstütze sie. In Halle habe ich letzte Woche z.B. länger mit einer Ukrainerin gesprochen, ihr angeboten, auch in ihrem Land ggfs. tätig zu werden, sollte das Sinn machen…

      Die großen Herausforderungen bleiben für uns in Europa: Folgen des Klimawandels in den Griff bekommen/ihn verlangsamen, soziale Spaltung/Ungerechtigkeiten abbauen, Unterstützung der Ukraine gewährleisten, wirtschaftliche Transformation in Deutschland endlich wirkungsvoll angehen.

      Neben den offiziellen, seriösen Medien ist für mich der Austausch hier im Blog, den ich nun seit 7 Jahren kenne und schätze, immer wichtiger und anregender geworden!
      DANKE dafür, Christian!

      1. Man staunt immer wieder über die beiden verbündeten Fanatiker in dieser Runde!
        Lieber Herr Donald K. – Sie sehen, ich bemühe mich demütig um Frieden, indem ich Sie kopiere und zitiere, um ganz sicherzugehen, dass ich Ihren strengen Anstands- und Moralregeln (Stichwort „Heiligenschein“) entspreche und nicht in den Verdacht komme, Beleidigung, Häme und Spott über Sie oder Ihren Schützling zu gießen – lieber Donald K., also:
        In der Politik geht es selten um Liebe (die ich nicht mal Wolff in seiner Anhänglichkeit an Brandt unterstelle); vielmehr geht es um die Bewertung von Maßnahmen in Bezug auf die Ziele. In der Diskussion über Politik geht es um Meinungen, die stets subjektiv sind, die nie einer „absoluten Wahrheit“ unterliegen und die also sachlich debattiert werden können, wobei eine gewisse Polemik, die auch Wolff anerkennt, allgemein akzeptiert wird, wenn sie zusätzlich sachlich unterfüttert ist. Und beim, auch polemischen, Austausch von Meinungen geht es um die Einhaltung gewisser Grenzen, die einfach das darstellen, was Ihnen zu verstehen schwerfällt, nämlich Anstand und Fairness. Ich wage gar nicht, zB, mir auszudenken, was Sie geschrieben hätten, wenn nicht diese unsägliche Ärztin Merz Verletzung des Amtseides, sondern Merz ihr Verletzung des ärztlichen Eides vorgeworfen hätte.
        Was nun Merz angeht, so ist meine Meinung (nicht „Liebe“), dass er seinen Job sehr gut macht. Das müssen Sie nicht teilen. Ich will Ihnen auch gerne den Unterschied zwischen den Regierungen Scholz und Merz erklären, den leider unserer sensationslüsternenn Medien teilweise verschweigen: Scholz hatte niedrige Werte, OBWOHL er dem Volk mit Sprüchen wie „you never walk alone“ den Unsinn suggerierte, dass alles in Ordnung sei, dass niemand die Folgen gravierender internationaler und nationaler Wendungen spüren müsse, dass alles bequem weiterginge. Merz dagegen, der – wie er zu Recht betont – für die Fehlentscheidungen seiner Vorgängerregierungen (zB in der Energie- und Migrationspolitik) keine Verantwortung trägt, täuscht das Volk nicht wie sein Vorgänger, sondern leitet die notwendigen Maßnahmen ein, die Opfer und Härte bedeuten. Der eine Kanzler war unbeliebt, obwohl er das Volk in Illusionen wiegte; der andere ist unbeliebt, weil er dem Volk die Wahrheit sagt. Das ist ein erheblicher Unterschied!
        Über seine Maßnahmen kann man streiten, sachlich. Sie versuchen das nicht, sondern ergehen sich in Kommentaren zu meiner Person. Ich warte jedenfalls noch auf Ihre Antworten zu meinen Erklärungsbitten weiter unten – wahrscheinlich vergeblich bis zum Sankt Nimmerleinstag.
        In EINEM aber stimme ich Ihnen zu: Herrn Wolff ist für den Blog zu danken. Schade nur, dass er von den „Donalds“ (Zitat Käfer, bitte) hier so missbraucht wird.
        Andreas Schwerdtfeger

      2. „Er hat noch nicht realisiert, dass es immer mehr die eigenen Partei“freunde“ von Merz sind, die wegen schwindender Perspektive, ihre Macht zu erhalten, in näherer Zukunft seinen Rücktritt betreiben werden…“
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        Glücklicherweise existieren noch ein paar Klarseher wie der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle: „Unser Land ist risikoscheu geworden, perfektionistisch, selbstgerecht und technologiefeindlich, und es hat keinen Sinn mehr für Geschwindigkeit.“ („Voßkuhle mahnt rascheren Bürokratieabbau an“, F.A.Z. vom 14. August 26) Leider kämpft vor allem die SPD um ihren Machterhalt und steht auf der Bremse bei der Verwirklichung von Reformen im Sozialbereich, die jedoch zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit dieses Landes unabdingbar sind. Den Bundeskanzler zum Buhmann zu machen, ist wohlfeil.

        1. Mache ich den Kanzler zum Buhmann, wenn ich darauf hinweise, dass er weniger von Seiten der Opposition oder des Regierungspartners zunehmend unter Druck gerät, sondern durch Äußerungen seiner eigenen „Parteifreund:innen“? Und dass dieser Druck nach dem 6.9. nochmals deutlich stärker werden könnte?

  5. Seit langer Zeit kämpfe ich hier dafür, die AfD nicht mit einem ideologischen Brandmauerkonzept und beleidigenden Vokabeln („brauner Sumpf“) zu bekämpfen, sondern ihr bei Anerkennung einiger vorhandener Probleme, die sie anspricht, INHALTLICH mit besseren, d.h. realistischeren Lösungen entgegenzutreten. Nun, Herr Wolff, sind Sie endlich auch rumgekommen: „nichts an den Problemen beschönigen, aber vor allem Lösungen von Problemen kommunizieren“. Ja, bravo! Und ich will ein konkretes Beispiel hinzufügen, um (aus meiner Sicht) zu verdeutlichen, worum es dabei geht – dies am Tag, an dem sich in Magdeburg viele Mitbürger mit Migrationshintergrund öffentlich mit einer mich überzeugenden Aktion äußern wollen: Die AfD – und mit ihr die öffentliche Diskussion – unterscheidet zwischen „Deutschen“ und „Migranten“, was Unsinn ist in einer globalisierten Welt, in der solche Pauschal-Vokabeln nur zur Vertuschung des wahren Problems beitragen. Die richtige Unterscheidung sollte lauten: Illegale und legale Immigration – erstere ist zu bekämpfen, letztere ist zu fördern und da zu erleichtern, wo sie den deutschen Interessen dient oder wo sie vom internationalen und nationalen Recht gefordert wird.
    Ansonsten, lieber Herr Wolff, haben Sie Recht: Wir müssen demokratisches Vorbild sein, um demokratisches Verhalten von Zuwanderern zu fördern, aber auch zu fordern; wir dürfen unser Land nicht schlecht reden (lassen) durch die Medien und Gesellschaft – und dazu gehört ein ganz anderer Umgang mit der augenblicklichen Regierung, die Enormes leistet und eben die inzwischen erkannten Probleme auf gute Wege bringt. Es ist eben Unsinn, das wirklich schwierige Ringen um vernünftige, aber harte Lösungen versus weniger vernünftige, aber populärere gerade in den Gebieten „Sozialstaat“ und „Klima“ immer nur als „Streit“ zu medienwirksam auszuschlachten; wir dürfen nicht andauernd unsere „Ängste“ und unsere „Eigeninteressen“ thematisieren und verallgemeinern und – in der Tat und wie es hier ständig geschieht – gegenüber der Regierung „auf einer Tribüne sitzend oder stehend mit einem verächtlichen Blick auf die Akteure auf dem Spielfeld“ schauen und sie verunglimpfen. Der direkte Stil von Merz mag nicht allen gefallen – seine (und Klingbeils) Politik ist notwendig und richtig und im wahltechnischen Sinne im Augenblick auch noch alternativlos und muss also sehr eindeutig kommuniziert werden. Und die Stil-Kritiker weichen mangels politischem Realitätsbewusstsein auf Nebenschauplätze aus und zeigen genau das Verhalten, das Braunschweig zu Recht kritisiert: „Die Meinungen der AfD-Sympathisanten scheinen mir sehr verfestigt zu sein“ – nur dass dies eben nicht nur AfD-Sympathisanten betrifft, wie hier der Blog zeigt und uns die Medien vorschwafeln: Die Grünen zB, vertreten durch die unsäglichen Dröge und Haßelmann, sind doch auch nur noch mit populistischen Parolen und „verächtlichem Blick“ zugange.
    Ein „ganz normaler“ Sommer? Ich fürchte ja – nicht im AfD-Sinne, aber schon in der Hinsicht, dass es sehr deutsch ist, pessimistisch alles schlecht zu reden, ständig Angst zu haben, uns selbst als Missionare des Besserwissens zu verstehen, geliebt werden zu wollen von aller Welt (anstatt Interessen zu verfolgen), Zugeständnisse immer nur von anderen zu fordern und meinungsmäßig „sehr verfestigt“ zu sein, dabei auch noch widersprüchlich. (Ich hörte neulich wieder die These, die Ukraine wäre nie überfallen worden, hätte sie ihre Nuklearwaffen nicht abgegeben. Wenn das so ist, müssten wir Deutsche in unserer Angst vor Putin ja schnellsten Atomwaffen anschaffen – bei uns aber machen diese uns „zum Ziel“ – was denn nun?).
    Herr Wolff: Weiter so mit den richtigen Erkenntnissen!
    Andreas Schwerdtfeger

      1. Wie Recht Sie doch haben, Herr Plätzsch. Es ist ja auch nicht meine Behauptung. Ich führe nur aus, wie widersprüchlich (weil kenntnislos) viele Leute argumentieren und wie sie ihre Argumente jeweils anpassen, wie es passt ohne Rücksicht auf das eigene Geschwätz von gestern.
        Wenn es zB Jemanden gibt, der nicht einmal anerkennt, dass eine Unterscheidung bei Migration in „legal“ und „illegal“ ein vernünftiges und sachliches Kriterium ist – und das ist ja völlig unabhängig von der Situation bestimmter Flüchtlinge (über die, soweit ich weiß, dass BVerfG die EINZEL-Prüfung verfügt hat) -, dann sehen Sie ja, wie unsachlich und emotional hier teilweise geschwafelt wird.
        Andreas Schwerdtfeger

    1. Es war einmal ein wahrer Gentleman, der…

      • stets wertschätzend über Andere sprach (sie Papageien oder selbstgerechte, mit eigenem Heiligenschein umgebene Rechthaber nannte)
      • Christian Wolff dafür lobte, „endlich rübergekommen zu sein“ (zu SEINER schon immer vertretenen Meinung)
      • Migrant:innen in “ legal“ und „illegal“ zu unterscheiden weiss (wozu zählen dann z.B. Afghan:innen, die von der alten Bundesregierung eine Einreiseerlaubnis hatten, die von der neuen dann widerrufen wurde?)
      • sagt: „Es ist eben Unsinn, das wirklich schwierige Ringen um vernünftige, aber harte Lösungen versus weniger vernünftige, aber populärere gerade in den Gebieten „Sozialstaat“ und „Klima“ immer nur als „Streit“ medienwirksam auszuschlachten“ (die Ampel aber als „schlechteste Regierung aller Zeiten“ bezeichnete, wenn diese einen größeren finanziellen Spielraum für Investitionen suchte, oder Maßnahmen gegen den Klimawandel vorschlug)
      • Kritikern der aktuellen Regierung vorwirft, sie wichen „mangels politischem Realitätsbewusstsein auf Nebenschauplätze aus“, zuvor aber lange auf „Stadtbild“ oder „Arzttermine“ hinwies
      • endlich Vertreterinnen der Grünen und nicht die AfD als „unsäglich“ brandmarkt (Papagei?)

      Und wenn er nicht gestorben ist, schreibt er fleissig weiter sachliche, anständige Beiträge für diesen Blog.

      1. So ist es, lieber Herr Käfer – Sie könnten dem Beispiel folgen.
        Mindestens aber könnten Sie die Thesen inhaltlich widerlegen.
        Nehmen wir nur eine Ihrer Thesen: Sie haben Recht, dass die schlechte Regierung Scholz „Maßnahmen gegen den Klimawandel VORSCHLUG“ – Sinnvolles gemacht, hat sie eben nicht, aber ideologisch viel Geld und Kapazität verschwendet. Die jetzige Regierung TUT was.
        Ich grüße Sie und wünsche Ihnen Erfolg beim „Häuserkampf“ für die Grünen – nur machen Sie da mehr Inhalt als die populistischen Fraktionsführerinnen in Berlin.
        Andreas Schwerdtfeger

        1. Sehr geehrter. Herr Schwerdtfeger,
          es erschreckt und entsetzt mich, dass SIE die Begriffe „Häuserkampf“ und „Haustürwahlkampf“ in ihrer Bedeutung und Wirkung offenbar nicht unterscheiden (können)!!??
          Ich habe keine Probleme damit, wenn Sie mich (und Andere) häufig mit Spott, Häme, oder Beleidigungen überziehen, Jo.Flade unterstellen, der deutschen Sprache nicht mächtig zu sein, weil er einmal in einem Blog-Beitrag ihren Namen ohne „d“ schrieb – aber eine brutale, hochgefährliche (für Leib und Leben der beteiligten Soldat:innen) militärische Aktion mit EINEM von vielen Ansätzen im politischen Wahlkampf gleichzusetzen, das macht mich gerade bei Ihnen – einem ausgewiesenen Militärexperten – fassungslos!

          1. Lieber Herr Käfer,
            ich überziehe Sie nicht mit Beleidigungen, Spott oder Häme. Deshalb zB habe ich ja bisher Ihre Heu-chelei in Sachen „Papagei“ nicht thematisiert, wo Sie gleichzeitig von „Mops“ sprachen. Und dass Sie Probleme haben, zeigen doch Ihre Einlassungen zu meinen Beiträgen, die regelmäßig zur Person und nicht zum Inhalt sind (siehe 26.08, 20:26h).
            Sie sind häufiger „ohne Fassung“ und genau das erschwert die Diskussion: Denn die Beschäftigung mit Vokabeln und Bekräftigung einer verqueren Anstandsauffassung ist eben noch keine politische Meinung. Wie lächerlich ist denn jetzt wieder Ihre künstliche Aufregung über ein Seitenthema, die Sie ja auch ständig in der „Stadtbild“-Diskussion zeigen! Es ist eben, wie ich es schon oft beschrieb: Im Austeilen großartig, im Einstecken mimosenhaft. Ich finde nichts dabei, einen WahlKAMPF auch als Wettbewerb um Häuser, Städte, Länder zu beschreiben. Aber das ist nicht das Thema – dieses ist Ihr wie üblich billiges Ausweichen. Rührend aber, wie Sie sich dabei um Soldaten bemühen!
            Also: Erklären Sie, warum die Unterscheidung zwischen legaler und illegaler Migration unbedeutend sei. Erklären Sie, warum persönliche Unsicherheit und Schmutz an Bahnhöfen und in bestimmten Umgebungen keine Stadtbild-Diskussion rechtfertigen. Erklären Sie, warum die Sorgen um Unfinanzierbarkeit der sozialen Sicherungssysteme (die praktisch jeder im Land anerkennt), die innere und äußere Sicherheit, den Vertrauensverlust gegenüber der Demokratie und ihren rechtsgebundenen Vertretern, der KAMPF um Stimmen in allen Häusern unseres Landes FÜR Toleranz und gegen „verfestigte Meinungen“ nicht zu Belastungen, Rücksichtnahmen und/oder Verzicht ALLER jeweils Beteiligten führen sollten. Erklären Sie, warum eine dumme Wahlbürgerin in einer Fernsehsendung unkritisiert den polemischen Satz „Wir kennen Ihren Kontostand“ sagt (sie hat vergessen zu sagen; „wir kennen Ihre Steuerlast“) und was das mit der Lage unseres Staates zu tun hat. Erklären Sie, warum Sie und andere hier unsachlich und hämisch über die Regierung Merz/Klingbeil reden und damit der AfD Vorschub leisten. Und erklären Sie vielleicht auch, warum ich mich nicht darüber freuen sollte, wenn Wolff sich meiner Meinung annähert und nicht mehr in Ihrem Stil schreibt.
            Ich freue mich also auf die SACHLICHE Diskussion – und dann erledigt sich auch die Frage, wer nun Papagei oder Mops ist (und Ihre damit verbundene heuchlerische Vergesslichkeit). Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Fassung schnell wiederfinden, damit wir zur Sache zurückkommen können.
            Andreas Schwerdtfeger

  6. Die Meinungen der AfD-Sympathisanten scheinen mir sehr verfestigt zu sein. Über Migranten fand ich nie auch nur irgendeine Übereinstimmung, schon wegen der Sauberkeit und des Lärms von und in Wohnblocks, in denen überwiegend Migranten wohnen.
    Aber auch der Klimawandel beeindruckte nicht. Einer freute sich, dass der Atlantik dieses Jahr 24 °C Wassertemperatur hatte. Auf meine Frage, wie sich dann die heißen Südwestwinde abkühlen sollen, gab es Schulterzucken.
    Mehr CO2 in der Luft lässt die Pflanzen besser wachsen. Auch hier interessierten meine Entgegnungen nicht. Außerdem würde in Meyers Konversationslexikon von 1896 bereits eine CO2-Konzentration in der Luft von
    400 ppm stehen.
    Für die eigenen Ziele der „kleinen Leute“ können diese nur selber kämpfen. Das wird auch keine AfD tun.
    In einer kleinen thüringer Stadt gab es in der Nähe einer Schule wegen der Elterntaxis ein Problem mit den Parkplätzen. Als einzige reagierte die AfD auf einen Brief der Anwohner an alle Stadtratsfraktionen.
    Auch in den Dörfern hier im Umkreis berichtete man, dass sich dort nur die AfD regelmäßig sehen lässt. Könnte es sein, dass die wegen der vielen hohen Spenden Hauptamtliche für diese Arbeit bezahlen können? Ich weiß es nicht. Als sich Anfang der 90er Jahre die Linken um die konkreten Probleme der Menschen im Rahmen der gesamten Systemumstellung kümmerten, bekamen die noch viele Stimmen. Die Kümmerer gibt es aus Altersgründen nicht mehr. Eine Bekannte hat mit 60 ihre Arbeit aufgegeben, um sich aktivistisch zu betätigen. Das aber kann nicht jeder.

  7. Aus dem neuen Blog-Beitrag spricht wohl die Erfahrung zahlreicher Wahlkampf-Gespräche, die Christian Wolff  in Sachsen-Anhalt in den letzten Tagen geführt hat; ich kann sie nur zu 100% bestätigen!

    Beim Haustür-Wahlkampf und an Infoständen in Dessau, Wolfen oder Halle zeigte sich für mich schnell, dass die unsägliche AfD am 6.9. vermutlich 40% oder mehr an Stimmen erhalten wird.
    Dabei war interessant, dass neben den Pöbler:innen und Alles-Schlecht-Redner:innen auch einige Wenige sich auf ein Gespräch eingelassen haben. Ich maße mir nicht an, diese von ihrer Wahlentscheidung abgebracht zu haben, aber ein Nachdenken darüber, ob heute wirklich alles so katastrophal schlecht ist, ob „Die da oben“ wirklich keine Ahnung von den „tatsächlichen“ Problemen haben, oder ob Atomstrom und russisches Gas und Öl unsere Wirtschaft wieder auf Erfolgskurs bringen würden, schien mir doch möglich/erreichbar!
    Wirklich erschreckend für mich war aber die einhellige Ablehnung jedweder Unterstützung der Ukraine (finanziell und militärisch) und parallel deren Einschätzung als durch und durch korrupt und nationalistisch. Über die Rolle Putins/Russlands in diesem Krieg konnte ich dagegen in keinem Fall einen Gesprächsansatz finden; wenn überhaupt, waren die ambivalenten Positionen der unsäglichen AfD zu Trump/Putin/China ein Thema.
    Themen mit Landesbezug zu Sachsen-Anhalt oder deren (Spitzen-) Politiker:innen spielten so gut wie nie eine Rolle.
    In bislang 8 mehrstündigen Einsätzen für B90/Grüne bin ich häufiger auf Wahlkämpfer:innen der LINKEN und vereinzelt der AfD getroffen; andere Parteien habe ich nur auf Plakaten wahrgenommen…

    Nach den Sonntags-Talks von Herrn Chrupalla und Frau Weidel (in ARD und ZDF) will ich mir nicht ausmalen, was für einen Dammbruch eine mögliche Allein-Regierung der unsäglichen AfD in Magdeburg für unser Land und Europa bedeuten würde! Das Sagen hätten eindeutig die Hardliner um Weidel/Höcke, die nach einem Austritt aus dem Euro, Schengen-Abkommen, eine massenhafte „Remigration“, Ausgrenzung von Minderheiten und Schwachen,  ein Ende der Meinungsfreiheit/unabhängiger Medien und eine tiefe Spaltung der Gesellschaft streben!
    Wer DEM etwas abgewinnen kann, der wähle AfD!

  8. Frau Dr. Weidel sprach nicht von „Windrädern der Schande“ , sondern auf dem AfD-Parteitag am 12. Januar 2025 skurrilerweise von „Windmühlen der Schande“.

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