Erklärung der Initiative „Willkommen in Leipzig – eine weltoffene Stadt der Vielfalt“

Ein breites Bündnis aus der Stadtgesellschaft Leipzigs und den umliegenden Gemeinden hat sich unter dem Motto „Willkommen in Leipzig – eine weltoffene Stadt der Vielfalt“ seit Anfang des Jahres für das Grundrecht auf Asyl, für eine menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen, für eine Willkommenskultur für Einwanderer, für religiöse und weltanschauliche Vielfalt, für die Achtung unterschiedlicher Lebensentwürfe, für eine demokratische Streitkultur, für Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger an der gesellschaftlichen Entwicklung eingesetzt und damit ein Zeichen gesetzt für ein friedliches Zusammenleben der Verschiedenen. Zehntausende Bürgerinnen und Bürger haben auf Demonstrationen und Kundgebungen im Januar und Februar 2015 unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie die Vielfalt des städtischen Lebens befürworten und allen Versuchen entgegentreten, durch Hass und Ausgrenzung das Zusammenleben zu vergiften. Dadurch konnte erreicht werden, dass Pegida/Legida und das rechte Netzwerk, das dahinter steht, keine Basis in der Stadtgesellschaft gefunden haben.

Das friedliche Zusammenleben wird aber nicht allein durch Demonstrationen erreicht. Dazu sind vielfältige Aktivitäten nötig, die einer menschlichen Willkommenskultur dienen. Wir sehen mit Achtung und Dankbarkeit, dass an vielen Orten Bürgerinnen und Bürger mit Vereinen kooperieren und sich daran beteiligen, Asylbewerbern bei der Integration zu helfen. Wir werden dieses in den kommenden Wochen weiter unterstützen.

Wir machen uns keine Illusion darüber, dass das rechtsradikale Netzwerk immer wieder versuchen wird, ihre gefährlichen, demokratiefeindlichen Aktivitäten in die Stadtgesellschaft zu tragen. Jeder, der Pegida/Legida nachläuft, muss wissen, wem er damit auf den Leim geht. Wir werden auch in Zukunft allen Versuchen entschlossen widerstehen, ausländerfeindliches, rassistisches Gedankengut in die Stadtgesellschaft zu tragen.

Wir werden uns daran beteiligen, dass der offene, demokratische, streitige Diskurs über wichtige gesellschaftspolitische Anliegen gefördert wird. Dabei muss aber immer klar sein, dass Pluralität, multireligiöses und multikulturelles Zusammenleben und die Meinungsfreiheit und –vielfalt nicht zur Disposition gestellt werden dürfen. Vielmehr gilt es, die Grundlagen unserer freiheitlichen Demokratie immer neu zu stärken und zu entwickeln.

Bernd Günther, DGB Leipzig-Nordsachsen und „LeipzigCourageZeigen“

Martin Henker, Superintendent des Kirchenbezirks Leipzig

Frank Kimmerle, Erich-Zeigner-Haus e.V.

Christian Wolff, Initiative „Willkommen in Leipzig …“

Leipzig, 02. März 2015

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