Die Kanzel ist ein Muss

Am 02. Dezember 2014, fünf Jahre nach dem 600-jährigen Jubiläum der Universität Leipzig, soll sie eingeweiht und am 2. Advent geweiht werden: die neue Universitätskirche St. Pauli. Bis zu diesem Zeitpunkt soll auch der Pauliner-Altar aus der Thomaskirche wieder in die Universitätskirche zurückkehren.Doch um die Restaurierung und Aufstellung der historischen Kanzel ist es still geworden. Das muss verwundern. Denn sowohl sind die Kosten für die Restaurierung der Kanzel durch die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens wie durch den Paulinerverein gedeckt, als auch die Aufstellung im Langhaus der neuen Universitätskirche St. Pauli durch die Vereinbarung zwischen Universitätsleitung, Universitätsprediger und Landesbischof aus dem Jahr 2008 zugesichert.

Warum also die Verzögerung? Die Erklärung ist relativ einfach. Durchkreuzt schon die Aufstellung des Pauliner-Altars im Chorraum der neuen Universitätskirche das Konzept des Kustos der Universität, Rudolf Hiller von Gaertringen, aus diesem Altarraum eine Art Mona-Lisa-Museum für die Epitaphe zu machen, so würde die Aufstellung der Kanzel an der entsprechenden Säule im Langhaus auch die künstliche Trennung beider Bereiche durch die Acrylwand ad absurdum führen und das Museumskonzept endgültig zunichte machen. Das wollen der Kustos und viele andere, die den Kirchencharakter des Neubaus bestreiten, unter allen Umständen verhindern. Darum versucht der Kustos, die Restaurierung der Kanzel auszusitzen. Dass er dabei auf das zögerliche Agieren der Rektorin ebenso bauen kann wie auf die Leisetreterei der sächsischen Landeskirche und der Theologischen Fakultät gehört zu den ärgerlichen Begleiterscheinung der letzten Zuckungen derer, die zu hintertreiben versuchen, was nicht aufzuhalten ist: die neue Universitätskirche St. Pauli in ihrer Dreifachnutzung – gottesdienstlich, musikalisch, akademisch. Sie wird kommen, die Kanzel auch. Fragt sich nur, was sich die Verantwortlichen noch für Schildbürgerstreiche einfallen lassen, bis der Gesamtraum endlich allen zur Verfügung steht. Bleibt als Trost: Auch eine Universität Leipzig kann nur eine begrenzte Zeit gegen die Geschichte leben. Und: Das Richtige setzt sich langfristig durch.

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